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Full text : Jahresbericht 1996

Untersuchungen

welle  und  des  lokalen  Windstaus  abgeschätzt.
Diese  Abschätzung  ist  in  dem  extremen  Flachwassergebiet ­
  der  Inneren  Deutschen  Bucht
schwierig  und  in  manchen  Stationen  ungenau.
Um  Schwierigkeiten  zu  umgehen,  muß  ein
Meßverfahren  entwickelt  und  getestet  werden,
bei  dem  die  Kenntnis  des  aktuellen  Wasserstandes ­
  keine  Rolle  mehr  spielt.  Neueste  Entwicklungen ­
  bei  der  Höhenbestimmung  mittels  Satellitenpositionierungssystem ­
  Navstar-GPS  (Global
Positioning  System)  und  Verbesserungen  der
Differential-GPS-On-the-Fly-Methode(DGPS/OTF)
im  dynamischen  Einsatz  eröffnen  neue  Möglichkeiten ­
  für  eine  hochpräzise  Höhenbestimmung.
Damit  kann  die  Höhe  einer  GPS-Antenne  über
dem  Ellipsoid  mit  einer  Genauigkeit  von  besser
als  ±1  Dezimeter  gemessen  werden.
Im  Mai  1996  wurde  auf  Atair,  in  Zusammenarbeit ­
  mit  dem  Institut  für  Erdmessung  der  Universität ­
  Hannover,  in  der  Elbmündung  ein  Vermessungsexperiment ­
  durchgeführt,  mit  dem  geprüft ­
  werden  soll,  ob  das  oben  skizzierte  Verfahren ­
  in  der  Praxis  anwendbar  ist.
Trotz  unterschiedlicher  Gezeitensituation
bei  der  Vermessung  (bei  der  ersten  Vermessung
lag  der  Wasserstand  etwa  1  m  höher  als  bei  der
zweiten  Vermessung),  ergibt  sich  nach  der  „Beschickung“ ­
  eine  Übereinstimmung  auf  besser  als
±10  cm  in  der  Wassertiefe.  Eine  detaillierte  Auswertung ­
  des  Experimentes  ist  in  Arbeit.

Magnetische  und  hydroakustische
Untersuchungen  zur  Ortung  chemischer
Kampfstoffmunition  in  der  Ostsee
Von  den  ca.  288  000  t  Kampfstoffmunition,
die  in  Deutschland  bis  1945  produziert  wurden,
sind  ca.  39  000  t  in  der  Ostsee  im  Bornholm-Becken,
  im  Gotland-Becken  und  am  Südausgang ­
  des  Kleinen  Belts  versenkt  worden.  Es  ist
sehr  wahrscheinlich,  daß  auch  bereits  auf  den
Transportwegen  zu  den  offiziellen  Versenkungsgebieten ­
  Kampfstoffmunition  über  Bord  gegeben
wurde.
Die  im  Frühjahr  1994  begonnenen  magnetischen ­
  und  hydroakustischen  Kartierungsarbeiten ­
  wurden  fortgesetzt.  In  den  bisher  untersuchten ­
  Arealen  wurden  nahezu  900  markante
magnetischen  Anomalien  und  über  1300  auffällige ­
  Sonarkontakte  beobachtet,  deren  Auswertung ­
  noch  nicht  ganz  abgeschlossen  ist.  Nach
derzeitigem  Erkenntnisstand  können  ca.  200
der  geophysikalischen  Indikationen  eindeutig
metallischen  Objekten  zugeordnet  werden,  von
denen  jedoch  nur  25%  auf  dem  Meeresboden ­
  liegen  und  somit  optischen  Identifizierungsmethoden ­
  zugänglich  sind.  Die  übrigen
Objekte  sind  vollständig  eingesandet.
Bodennähe  Strömungsmessungen  im
Peru-Becken

Bereits  in  den  Jahren  1989  bis  1992  hatte
sich  das  BSH  im  Projekt  „DISCOL“  (Disturbance
and  Re-colonization  Experiment  in  the  South

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