Meereskunde
terwasserdünen, etc.) nur einstellen kann, wenn
Lockermaterial In ausreichender Form zur Verfü
gung steht. Das ist entlang der deutschen Nord
seeküste nicht immer der Fall.
In der ersten Projektphase stand zunächst
die Bestandsaufnahme und Bewertung vorhan
dener Daten bei den zuständigen Behörden und
Instituten im Vordergrund. Es handelt sich über
wiegend um Bohrprotokolle von unterschiedli
cher Qualität, die nur in seltenen Fällen durch
flachseismische Aufzeichnungen ergänzt wer
den.
Trotz des z. T. umfangreichen Materials
sind weitere Geländearbeiten notwendig, um
Datenlücken im Küstenvorfeld zu schließen. Ins
besondere ist eine Reihe von flachseismischen
Aufnahmen notwendig, um die in den Bohrungen
gefundenen Sedimentmächtigkeiten flächen
mäßig repräsentativ zu erfassen und mit Hilfe
von digitalen Geländemodellen statistisch abge
sicherte Volumina zu berechnen. Dazu wird ein
äquidistantes Profilraster von 3 Längen- und 2
Breitenminutenabständen bearbeitet werden.
Die Bedeutung einer Quantifizierung der
Lockersedimente im Küstenbereich greift weit in
Aufgaben des Küstenschutzes und des Küsten
wasserbaus hinein. Eingriffe in den Sediment
haushalt durch Sandentnahme für Strandauf-
spülungen (Sylt, Norderney) bleiben nicht ohne
Auswirkungen auf das Küstenvorfeld. So werden
die Ergebnisse u.a. für künftige Modellierungen
der Sedimentumlagerung im Küstenraum zur
Verfügung stehen oder für eine umweltverträgli
che Gewinnung von Spülsand genutzt werden.
Sedimentkartierungen in der Ostsee
Das Institut für Ostseeforschung War
nemünde setzte Im Auftrag des BSH die schon
seit mehreren Jahren laufenden geologischen
Kartierungen des Meeresbodens der Ostsee
fort.
Das erste Blatt der Karte der "Meeresbo
densedimente der westlichen Ostsee" im Maß
stab 1 : 100 000, Blatt „Darß“ wurde veröffent
licht. In einer Hauptkarte sind die Korn
größenverteilungen der Oberflächensedimente
dargestellt, kleinere Nebenkarten enthalten zu
sätzliche Angaben über Probennahmestationen,
Bathymétrie, Relief, Tiefe der Geschiebemergel
oberkante unter dem Meeresspiegel und der Se
dimentmächtigkeiten über dem Geschiebemer
gel. Die Karten werden ergänzt durch einem
Erläuterungstext. Die Arbeit an weiteren Karten
blättern wurde fortgesetzt.
Verbesserung der Beschickungsverfahren
Für die Reduktion (Beschickung) bathyme-
trischer Vermessungsdaten auf das für ein See
gebiet festgelegte Seekarten-Null (SKN) ist ne
ben der Kenntnis der Höhenlage des SKN auch
die Höhenlage des Vermessungsschiffes zur Zeit
der Vermessung (d. h. der Wasserstand vor Ort)
notwendig. Der Wasserstand vor Ort wird bei
den konventionellen Beschickungsverfahren aus
wenigen gleichzeitigen Wasserstandsmessun
gen an Bezugspegeln, unter Berücksichtigung
der Deformation der durchlaufenden Gezeiten
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