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Full text: Jahresbericht 1996

Meereskunde 
terwasserdünen, etc.) nur einstellen kann, wenn 
Lockermaterial In ausreichender Form zur Verfü 
gung steht. Das ist entlang der deutschen Nord 
seeküste nicht immer der Fall. 
In der ersten Projektphase stand zunächst 
die Bestandsaufnahme und Bewertung vorhan 
dener Daten bei den zuständigen Behörden und 
Instituten im Vordergrund. Es handelt sich über 
wiegend um Bohrprotokolle von unterschiedli 
cher Qualität, die nur in seltenen Fällen durch 
flachseismische Aufzeichnungen ergänzt wer 
den. 
Trotz des z. T. umfangreichen Materials 
sind weitere Geländearbeiten notwendig, um 
Datenlücken im Küstenvorfeld zu schließen. Ins 
besondere ist eine Reihe von flachseismischen 
Aufnahmen notwendig, um die in den Bohrungen 
gefundenen Sedimentmächtigkeiten flächen 
mäßig repräsentativ zu erfassen und mit Hilfe 
von digitalen Geländemodellen statistisch abge 
sicherte Volumina zu berechnen. Dazu wird ein 
äquidistantes Profilraster von 3 Längen- und 2 
Breitenminutenabständen bearbeitet werden. 
Die Bedeutung einer Quantifizierung der 
Lockersedimente im Küstenbereich greift weit in 
Aufgaben des Küstenschutzes und des Küsten 
wasserbaus hinein. Eingriffe in den Sediment 
haushalt durch Sandentnahme für Strandauf- 
spülungen (Sylt, Norderney) bleiben nicht ohne 
Auswirkungen auf das Küstenvorfeld. So werden 
die Ergebnisse u.a. für künftige Modellierungen 
der Sedimentumlagerung im Küstenraum zur 
Verfügung stehen oder für eine umweltverträgli 
che Gewinnung von Spülsand genutzt werden. 
Sedimentkartierungen in der Ostsee 
Das Institut für Ostseeforschung War 
nemünde setzte Im Auftrag des BSH die schon 
seit mehreren Jahren laufenden geologischen 
Kartierungen des Meeresbodens der Ostsee 
fort. 
Das erste Blatt der Karte der "Meeresbo 
densedimente der westlichen Ostsee" im Maß 
stab 1 : 100 000, Blatt „Darß“ wurde veröffent 
licht. In einer Hauptkarte sind die Korn 
größenverteilungen der Oberflächensedimente 
dargestellt, kleinere Nebenkarten enthalten zu 
sätzliche Angaben über Probennahmestationen, 
Bathymétrie, Relief, Tiefe der Geschiebemergel 
oberkante unter dem Meeresspiegel und der Se 
dimentmächtigkeiten über dem Geschiebemer 
gel. Die Karten werden ergänzt durch einem 
Erläuterungstext. Die Arbeit an weiteren Karten 
blättern wurde fortgesetzt. 
Verbesserung der Beschickungsverfahren 
Für die Reduktion (Beschickung) bathyme- 
trischer Vermessungsdaten auf das für ein See 
gebiet festgelegte Seekarten-Null (SKN) ist ne 
ben der Kenntnis der Höhenlage des SKN auch 
die Höhenlage des Vermessungsschiffes zur Zeit 
der Vermessung (d. h. der Wasserstand vor Ort) 
notwendig. Der Wasserstand vor Ort wird bei 
den konventionellen Beschickungsverfahren aus 
wenigen gleichzeitigen Wasserstandsmessun 
gen an Bezugspegeln, unter Berücksichtigung 
der Deformation der durchlaufenden Gezeiten 
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