Meereskunde
schungsprojekt BASYS (Baltic Sea Systems
Study), an dem alle Ostsee-Anrainer, Großbri
tannien und die Niederlande beteiligt sind.
Das BSH ist federführend mit dem Unter
projekt „Deep Circulation and Diapycnal Ex
change“ an BASYS beteiligt, in dem gemeinsam
mit dem Schwedischen Meteorologischen und
Hydrologischen Institut (SMHI) in den tiefen, ge
schichteten Bereichen der Ostsee die Zirkulation
und der vertikale Austausch mit der durchmisch
ten Schicht bestimmt und numerisch modelliert
werden. Hierbei soll das BSH Daten zur Validie
rung der numerischen Modelle gewinnen und
die Ausbreitung des salzreichen Tiefenwassers
durch Farbstoffexperimente verfolgen. Hierzu
finden vier Reisen in einem Zeitraum von etwa
einem halben Jahr statt. Das Jahr 1996 stand im
Zeichen der logistischen Vorbereitungen des
Ausbringungs-Experimentes und der Analysen
apparaturen.
Feldexperiment zur Untersuchung des
Unterwasserlichtes
Vom 24. 3. bis 19. 8. 1996 wurden auf einer
Position etwa sieben Seemeilen nördlich der In
sel Helgoland das Lichtklima und seine Einfluß
größen mit verankerten ozeanographischen
Geräten registriert.
Abbildung 13 zeigt beispielhaft die abwärts
gerichtete Bestrahlungsstärke des sichtbaren
Lichtes (PAR; 400-700 nm) an der Meeresober
fläche und in etwa 9 m Wassertiefe für 7 1 /2 Tage
im August. Neben der Absorption durch das
Wasser selbst wird die Lichtenergie durch mine
ralische und biogene Schwebstoffe abge
schwächt, so daß nur noch ein Bruchteil in 9 m
Wassertiefe ankommt. Verteilung und Zusam
mensetzung der Schwebstoffe sind in der Deut
schen Bucht lokal höchst unterschiedlich. Auf
grund des Gezeitenstroms kommt es daher an
einer festen Meßposition zu einer advektiv be
dingten Veränderlichkeit der Schwebstoffe. Zu
sätzlich kann es durch Blüten innerhalb kurzer
Zeit zu einem starken Anstieg des biogenen
Schwebstoffes kommen. An den beiden letzten
Tagen konnte ein solcher Anstieg beobachtet
werden. Der Gehalt an Chlorophyll-a schwankte
im Gezeitenrhythmus an den ersten beiden Ta
gen zwischen 1,7 und 4,5 pg/l, an den drei fol
genden Tagen zwischen 1,5 und 3,0 pg/l und an
den beiden letzten Tagen zwischen 1,5 und 12,0
pg/l. Je nach Gezeitenphase fand daher eine
höchst unterschiedliche Lichtschwächung statt,
die sich entsprechend in dem unterschiedlichen
Kurvenverlauf darstellt.
Sedimentkartierung in der Nordsee
Schwerpunkt der Arbeiten waren Untersu
chungen zum BMBF-Forschungsvorhaben „Ma
terialinventur an der deutschen Nordseeküste”.
Bei Untersuchungen zur Sedimentdynamik
an der deutschen Nordseeküste stellt sich immer
wieder die Frage nach dem umlagerungsfähigen
Material, da sich ein Gleichgewicht zwischen
Energieeintrag und resultierenden morphologi
schen Formen und Strukturen (Sandwellen, Un-
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