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Full text: Jahresbericht 1996

Meereskunde 
sehen Inseln untersucht (Abb. 10). Es handelte 
sich um einen natürlichen Fettfilm, der als Er 
gebnis einer explosionsartigen Kieselalgenblüte 
aufgetreten ist und weite Bereiche der Deut 
schen Bucht überdeckte. Der Fettfilm war eine 
der Hauptursachen für das Auftreten von unge 
wöhnlich großen „schwarzen Flecken“ in den 
Wattengebieten vor der niedersächsischen Kü 
ste. 
Ende Juni war fast in der gesamten Deut 
schen Bucht eine massive Ölverschmutzung 
aufgetreten. Aufgrund der durchgeführten Unter 
suchungen (Bestimmung der Ölsorte und der 
Drift des Öls) konnte ein Tanker als mutmaßli 
cher Verursacher identifiziert werden. 
Wissenschaftliche und 
technische Untersuchungen 
Wissenschaftliche und technische Untersu 
chungen sind ein wesentlicher Bestandteil der 
Arbeiten des BSH. Sie sind notwendig, um die 
Aufgaben effektiv zu erfüllen und um auf außer 
gewöhnliche Ereignisse in Nord- und Ostsee 
kurzfristig reagieren zu können. Sie ergeben sich 
auch aus der Beteiligung an nationalen und in 
ternationalen Forschungsprogrammen. Ein Teil 
der Vorhaben wird aus Drittmitteln finanziert. 
Eine detaillierte Beschreibung der Vorhaben ist 
dem Programmbudget des BSH zu entnehmen. 
Transportmechanismen radioaktiver Substanzen 
im Arktischen Ozean - Numerische und 
experimentelle Studien am Beispiel von Kara- 
und Barentssee - (BMBF-Projekt) 
In Zusammenarbeit mit dem Institut für 
Meereskunde der Universität Hamburg wird in 
diesem Projekt ein Beitrag zur Bewertung der 
Umweltprobleme infolge der Versenkung radio 
aktiver Abfälle durch die ehemalige UdSSR in 
der Kara- und der Barentssee geleistet. Grund 
lage bilden Ausbreitungsrechnungen des BSH 
und des Instituts für Meereskunde der Univer 
sität Hamburg für radioaktive Tracer aus der Ba- 
rents- und der Karasee. Begleitend dazu werden 
vom BSH Analysen der radioaktiven Belastung 
von Sediment und Wasser in den Verklappungs 
gebieten vorgenommen. Die Proben erhielt das 
BSH von russischen Partnerinstituten und von 
der Reise 261 mit FS Gauß im Sommer 1995. 
Die Experimente zur Anpassung der Mo 
dellzirkulation an die Antriebsfelder zeigen an 
der Oberfläche eine Zirkulation, die mit Beob 
achtungen im wesentlichen in Einklang steht. 
Etwa zehn Jahre nach einer Einbringung in 
der Karasee befinden sich die oberflächennahen 
Tracer in der südlichen Grönlandsee. Ein zweiter 
Tracer, eingebracht bei Sellafield in der Irischen 
See, wird mit der Strömung des Norwegenstro 
mes nach Norden bis hinein in die Barentssee 
verfrachtet. Der Weg und die Zeitskala (etwa 6 
Jahre bis zum Eingang in die Barentssee) stim 
men gut mit Beobachtungen der durch die Wie 
deraufbereitungsanlage in Sellafield eingeleite 
ten Radionuklide überein. 
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