Meereskunde
sehen Inseln untersucht (Abb. 10). Es handelte
sich um einen natürlichen Fettfilm, der als Er
gebnis einer explosionsartigen Kieselalgenblüte
aufgetreten ist und weite Bereiche der Deut
schen Bucht überdeckte. Der Fettfilm war eine
der Hauptursachen für das Auftreten von unge
wöhnlich großen „schwarzen Flecken“ in den
Wattengebieten vor der niedersächsischen Kü
ste.
Ende Juni war fast in der gesamten Deut
schen Bucht eine massive Ölverschmutzung
aufgetreten. Aufgrund der durchgeführten Unter
suchungen (Bestimmung der Ölsorte und der
Drift des Öls) konnte ein Tanker als mutmaßli
cher Verursacher identifiziert werden.
Wissenschaftliche und
technische Untersuchungen
Wissenschaftliche und technische Untersu
chungen sind ein wesentlicher Bestandteil der
Arbeiten des BSH. Sie sind notwendig, um die
Aufgaben effektiv zu erfüllen und um auf außer
gewöhnliche Ereignisse in Nord- und Ostsee
kurzfristig reagieren zu können. Sie ergeben sich
auch aus der Beteiligung an nationalen und in
ternationalen Forschungsprogrammen. Ein Teil
der Vorhaben wird aus Drittmitteln finanziert.
Eine detaillierte Beschreibung der Vorhaben ist
dem Programmbudget des BSH zu entnehmen.
Transportmechanismen radioaktiver Substanzen
im Arktischen Ozean - Numerische und
experimentelle Studien am Beispiel von Kara-
und Barentssee - (BMBF-Projekt)
In Zusammenarbeit mit dem Institut für
Meereskunde der Universität Hamburg wird in
diesem Projekt ein Beitrag zur Bewertung der
Umweltprobleme infolge der Versenkung radio
aktiver Abfälle durch die ehemalige UdSSR in
der Kara- und der Barentssee geleistet. Grund
lage bilden Ausbreitungsrechnungen des BSH
und des Instituts für Meereskunde der Univer
sität Hamburg für radioaktive Tracer aus der Ba-
rents- und der Karasee. Begleitend dazu werden
vom BSH Analysen der radioaktiven Belastung
von Sediment und Wasser in den Verklappungs
gebieten vorgenommen. Die Proben erhielt das
BSH von russischen Partnerinstituten und von
der Reise 261 mit FS Gauß im Sommer 1995.
Die Experimente zur Anpassung der Mo
dellzirkulation an die Antriebsfelder zeigen an
der Oberfläche eine Zirkulation, die mit Beob
achtungen im wesentlichen in Einklang steht.
Etwa zehn Jahre nach einer Einbringung in
der Karasee befinden sich die oberflächennahen
Tracer in der südlichen Grönlandsee. Ein zweiter
Tracer, eingebracht bei Sellafield in der Irischen
See, wird mit der Strömung des Norwegenstro
mes nach Norden bis hinein in die Barentssee
verfrachtet. Der Weg und die Zeitskala (etwa 6
Jahre bis zum Eingang in die Barentssee) stim
men gut mit Beobachtungen der durch die Wie
deraufbereitungsanlage in Sellafield eingeleite
ten Radionuklide überein.
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