Überwachung
nur a- und y-Hexachlorcyclohexan (HCH) in allen
Proben zu bestimmen. Für a-HCH liegen die
Werte zwischen 0,2 und 0,4 ng/l, für Lindan (y-
HCH) zwischen 0,7 und 1,8 ng/l. Die sehr lipo-
philen und stark am Schwebstoff gebundenen
Schadstoffe (HCB, DDT, PCB) sind nur in Kü
stennähe und insbesondere in der Elbe-Fahne
zu bestimmen; auf den Stationen der äußeren
Deutschen Bucht liegen sie unter der Bestim
mungsgrenze von 10 pg/l.
In Abb. 7 ist die Konzentrationsverteilung
von Gamma-Hexachlorcyclohexan (HCH) dar
gestellt, wie sie auf der Gaul3-Reise 261 in
das Nordmeer gemessen wurde. Die räumliche
Verteilung der beiden Isomere a-HCH und
y-HCH ist sehr unterschiedlich. Für das eigentli
che Insektizid Lindan (y-HCH) ist eine Abnahme
der Konzentrationen vom Süden nach Norden
festzustellen - dies entspricht der Erwartung,
daß in der Nähe der Anwendungsgebiete höhere
Konzentrationen auftreten als in zivilisationsfer
nen Gebieten im Nordmeer. Für das a-HCH, das
ein technisches Nebenprodukt früherer Herstel
lungsprozesse des HCHs ist und für das seit
1975 in Europa Anwendungsverbote bestehen,
beobachtet man eine entgegengesetzte Vertei
lung: hier sind im Norden höhere Konzentratio
nen festzustellen als im Süden. Erklärt werden
kann diese Verteilung durch die sehr hohe Persi
stenz der a-lsomeren und dem Vorliegen von
Altlasten früherer Einträge.
■ Verteilung von organischen Schadstoffen
in Sedimenten
Ergänzend zu den Untersuchungen im
Wasser eignen sich Sedimente als „zeitintegrie
rendes Kompartment“ bzw. als eine mögliche
„Schadstoffsenke“ besonders gut, um großräu
mige und längerfristige Veränderungen in den
Belastungen des marinen Ökosystems mit
schädlichen Beimengungen zu erfassen.
Erste Ergebnisse liegen von den Sediment
proben der Nordmeerfahrt (Gauß-Reise 261)
vor. Es zeigte sich, daß einige der untersuchten
Komponenten in den Sedimenten der Barents
see in unerwartet hohen Konzentrationen vorlie
gen. Hierbei handelt es sich weitgehend um
PAK-Komponenten, wie z. B. Naphthalin und
Phenanthren (Abb. 8) und deren alkylierte Ho
mologe, die bekannterweise in Erdöl- und Kohle
produkten enthalten sind. Mit hoher Wahrschein
lichkeit sind diese Stoffe natürlichen geoche
mischen Ursprungs, da auf Spitzbergen große
Kohlevorkommen existieren und abgebaut wer
den. Durch Erosion, z. B. Gletscherabrieb, könn
ten diese hohen Konzentrationen erklärbar sein
(Abb. 9).
■ Untersuchung akuter Ölverschmutzungen
Im Rahmen von Strafverfahren wurden
1996 in 29 Fällen Ölproben verglichen und dabei
206 Proben untersucht.
Im Mai/Juni wurde eine „natürliche“ Ver
schmutzung großen Ausmaßes vor den ostfriesi-
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