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Full text: Jahresbericht 1996

Überwachung 
nur a- und y-Hexachlorcyclohexan (HCH) in allen 
Proben zu bestimmen. Für a-HCH liegen die 
Werte zwischen 0,2 und 0,4 ng/l, für Lindan (y- 
HCH) zwischen 0,7 und 1,8 ng/l. Die sehr lipo- 
philen und stark am Schwebstoff gebundenen 
Schadstoffe (HCB, DDT, PCB) sind nur in Kü 
stennähe und insbesondere in der Elbe-Fahne 
zu bestimmen; auf den Stationen der äußeren 
Deutschen Bucht liegen sie unter der Bestim 
mungsgrenze von 10 pg/l. 
In Abb. 7 ist die Konzentrationsverteilung 
von Gamma-Hexachlorcyclohexan (HCH) dar 
gestellt, wie sie auf der Gaul3-Reise 261 in 
das Nordmeer gemessen wurde. Die räumliche 
Verteilung der beiden Isomere a-HCH und 
y-HCH ist sehr unterschiedlich. Für das eigentli 
che Insektizid Lindan (y-HCH) ist eine Abnahme 
der Konzentrationen vom Süden nach Norden 
festzustellen - dies entspricht der Erwartung, 
daß in der Nähe der Anwendungsgebiete höhere 
Konzentrationen auftreten als in zivilisationsfer 
nen Gebieten im Nordmeer. Für das a-HCH, das 
ein technisches Nebenprodukt früherer Herstel 
lungsprozesse des HCHs ist und für das seit 
1975 in Europa Anwendungsverbote bestehen, 
beobachtet man eine entgegengesetzte Vertei 
lung: hier sind im Norden höhere Konzentratio 
nen festzustellen als im Süden. Erklärt werden 
kann diese Verteilung durch die sehr hohe Persi 
stenz der a-lsomeren und dem Vorliegen von 
Altlasten früherer Einträge. 
■ Verteilung von organischen Schadstoffen 
in Sedimenten 
Ergänzend zu den Untersuchungen im 
Wasser eignen sich Sedimente als „zeitintegrie 
rendes Kompartment“ bzw. als eine mögliche 
„Schadstoffsenke“ besonders gut, um großräu 
mige und längerfristige Veränderungen in den 
Belastungen des marinen Ökosystems mit 
schädlichen Beimengungen zu erfassen. 
Erste Ergebnisse liegen von den Sediment 
proben der Nordmeerfahrt (Gauß-Reise 261) 
vor. Es zeigte sich, daß einige der untersuchten 
Komponenten in den Sedimenten der Barents 
see in unerwartet hohen Konzentrationen vorlie 
gen. Hierbei handelt es sich weitgehend um 
PAK-Komponenten, wie z. B. Naphthalin und 
Phenanthren (Abb. 8) und deren alkylierte Ho 
mologe, die bekannterweise in Erdöl- und Kohle 
produkten enthalten sind. Mit hoher Wahrschein 
lichkeit sind diese Stoffe natürlichen geoche 
mischen Ursprungs, da auf Spitzbergen große 
Kohlevorkommen existieren und abgebaut wer 
den. Durch Erosion, z. B. Gletscherabrieb, könn 
ten diese hohen Konzentrationen erklärbar sein 
(Abb. 9). 
■ Untersuchung akuter Ölverschmutzungen 
Im Rahmen von Strafverfahren wurden 
1996 in 29 Fällen Ölproben verglichen und dabei 
206 Proben untersucht. 
Im Mai/Juni wurde eine „natürliche“ Ver 
schmutzung großen Ausmaßes vor den ostfriesi- 
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