Überwachung
von Oslo, Paris und Helsinki zum Schutze des
Nordostatlantiks (OSPARCOM) und der Ostsee
(HELCOM) haben sich die Anrainerstaaten zur
Reinhaltung der Meere verpflichtet. Dies hat je
doch noch nicht in allen Bereichen zu befriedi
genden Ergebnissen geführt. Die Überwa
chungsergebnisse zeigen jedoch in großen
Teilen langsam deutliche Verbesserungen des
Umweltzustandes von Nord- und Ostsee. Die
Überwachungstätigkeit des BSH liefert die wis
senschaftlichen Grundlagen für politische Maß
nahmen zum Schutz dieser Meere. Diese Unter
suchungen sind eingebettet in nationale und
internationale Forschungs- und Überwachungs
programme. Das BSH ist gesetzlich verpflichtet,
„meereskundliche Untersuchungen einschließ
lich der Überwachung der Veränderung der Mee
resumwelt“ durchzuführen. Das schließt die
Überwachung der Radioaktivität von Meerwas
ser, Schwebstoffen und Sediment nach dem
Strahlenschutzvorsorgesetz ein.
Das Institut für Ostseeforschung War
nemünde an der Universität Rostock führt im
Auftrag des BSH die Überwachungsarbeiten in
der Ostsee durch.
Zur Erfüllung dieser Arbeiten entnimmt das
BSH in Nord- und Ostsee regelmäßig Wasser-
und Sedimentproben, um sie auf Schad- und
Nährstoffe und auf Radionuklide zu analysieren.
Die Daten zur Umweltüberwachung werden
in dem Berichtsband „Überwachung des Meeres“
veröffentlicht.
Überwachung auf radioaktive Substanzen:
Meerwasser
Die Überwachung künstlicher radioaktiver
Substanzen wurde 1996 sowohl großräumig in
der Ostsee als auch auf einem Streifen entlang
der südlichen Nordsee bis in Skagerrak und Kat
tegat durchgeführt. Ziel hierbei war es, mögliche
Einträge aus kerntechnischen Anlagen in Nord-
und Ostsee zu erkennen.
Die Untersuchungen konzentrierten sich
auf die Nuklide Cs-134 (Halbwertszeit T = 2,05 a),
Cs-137 (T = 30 a), Sr-90 (T = 29a), Tritium
(T = 12 a), Pu-239,240 (T = 24000 bzw. 6500 a),
Pu-238 (T = 88 a) und Am-241 (T = 433 a) als
Leitnuklide zur Verfolgung der Kontamination
des Meeres.
Diese Meßstrategie ermöglicht das frühzei
tige Erkennen der Verdriftung größerer Aktivitä
ten von radioaktiven Substanzen in den deut
schen Küstenbereich durch Meeresströmungen.
In der Nordsee nahm die Konzentration der
künstlichen Radioaktivität für alle untersuchten
Gebiete weiter leicht ab. Im Wasser der Nordsee
liegt die Kontamination mit Cs-137 und Sr-90 nur
noch gering über dem Hintergrundwert, wie er
durch die oberirdischen Kernwaffentests der
sechziger Jahre im Oberflächenwasser des Nord
atlantiks vorhanden war. In der Nordsee macht
sich der Einfluß durch den Unfall von Tscherno
byl nur noch im Skagerrak durch den Ausstrom
aus der Ostsee bemerkbar.
Die Zeitreihen an den Positionen TW EMS
und ELBE wurden fortgesetzt (bei Elbe durch
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