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Meereskunde
peratur bis etwa 1000 m Wassertiefe messen)
ausgerüstet, die ihre Meßwerte sofort nach der
Messung an das BSH melden. 1996 jährte sich
die Teilnahme des BSH an dem „Ship of opportunity“-Programm
zum 25. Male. Die Entwicklung
des BSH-Beitrags zu diesem immer wichtiger
werdenden internationalen Programm zwischen
1972 und 1996 ist in der Abb. 3 wiedergegeben.
Die vom BSH ausgerüsteten Schiffe operierten
hauptsächlich in der Nord- und Ostsee.
Zwei Schiffe waren für die Messung der
Temperaturverhältnisse in den oberen 1000 m
des Atlantischen Ozeans mit XBT-Geräten und
Satellitensendern ausgerüstet. Die Köln Express
der Reederei Hapag-Lloyd machte XBT-Messungen
zwischen dem Westausgang des Kanals
und Neufundland und die Monte Rosa der Reederei
Hamburg-Süd auf ihrer Route zwischen
Portugal und Rio de Janeiro. Die auf diesen Handelsschiffen
gewonnenen Temperaturmeßwerte
dienten hauptsächlich den wissenschaftlichen
Fragestellungen des Weltklima-Forschungsprogramms
WOCE (World Ocean Circulation Experiment).
Sie flössen aber auch in operationelle
Ozean/Atmosphäre-gekoppelte meteorologische
Vorhersagemodelle ein. Die Monte Rosa
wurde im August aus dem Dienst im Atlantischen
Ozean abgezogen. Für sie übernahm die Cap Finisterre
(ebenfalls Reederei Hamburg-Süd) die
SOOP-Aufgaben auf dieser Schiffsroute.
Die Gewinnung von Meßwerten durch
„ships of opportunity“ wird von erheblicher Bedeutung
für das geplante Global Ocean Observing
System (GOOS) sein.
Aufbereitung ozeanographischer Daten
Die Aufbereitung meeresphysikalischer Daten
wie Temperatur, elektrische Leitfähigkeit
oder Strömung wird als zentrale Dienstleistung
nach einheitlichen Standards durchgeführt. Dadurch
werden ein gleichbleibendes Qualitätsniveau
und effektive Durchführung der aufwendigen
Aufbereitungsarbeiten gewährleistet. Die
Qualitätsstandards wurden anwendungsbezogen
entwickelt und orientieren sich am Erkenntnisstand
internationaler Programme wie dem
World Ocean Circulation Experiment (WOCE).
Aufbereitet werden Daten sowohl schiffsgebundener
Meßsysteme (z. B. drahtgeführte
CTD-Sonden) als auch verankerter autonom registrierender
Geräte (z. B. Strömungsmessern).
Die Arbeitsschritte umfassen dabei Verfahren
der klassischen Signalverarbeitung (z. B. Kalibrierung,
problemorientierte Filterung, Datenreduktion),
der ozeanographischen Qualitätskontrolle
(z. B. Vergleich mit Referenzdaten), der
Datenkorrektur (z. B. interaktive Bearbeitung von
Einzeldaten oder Datenausschnitten am Bildschirm),
der Produkterstellung (z. B. Darstellung
von Zeitreihen oder transozeanischen Schnitten)
bis hin zur Datendokumentation.
Technische Grundlage ist die im BSH entwickelte
Software, die auf Mehrzweckrechnern
implementiert sowohl an Land als auch auf See
eingesetzt wird. Das Mehrzweckrechnersystem
besteht z. Zt. aus 5 Workstations, die mit den
zentralen IT-Systemen des BSH über das LAN
gekoppelt sind. Bei größeren See-Einsätzen
werden die für den Betrieb notwendigen Rech