Schiffahrt
wegte Teile. Stattdessen kreisen Lichtstrahlen in
einem Glasfaserkabel. Dadurch werden einige
Wartungsvorgänge entbehrlich. Außerdem ist
dieser Kompaß frei von mechanischen Dämpfungen,
die beim herkömmlichen Kreiselkompaß
- besonders unter der Einwirkung hoher Beschleunigungen
- Fehlzeiten bewirken. Ein Einsatz
auf Hochgeschwindigkeitsschiffen (High
Speed Craft, HSC) erscheint daher als aussichtsreiche
Perspektive. Die Genauigkeit der
Kursanzeiger wird derzeit voraussichtlich nicht
verbessert. Ein Antrag auf Baumusterprüfung
wird im kommenden Jahr erwartet. Vorgespräche
haben bereits stattgefunden.
Selbststeueranlagen
Es sind heute zwei Gruppen von Selbststeueranlagen
auf dem Markt: konventionelle
und adaptive. Aufgabe einer Selbststeueranlage
ist es, eine stabile Kursregelung des Schiffes bei
den verschiedenen Gegebenheiten wie Seegang,
Wind, Beladung und Geschwindigkeit zu
gewährleisten. Hierzu müssen die Regelparameter
- wie Ruder, Gegenruder, Gieren - auf die
dynamischen Eigenschaften des Schiffes abgestimmt
werden. Die konventionellen Anlagen
stellen dem Bediener Möglichkeiten zur Einstellung
dieser Parameter zur Verfügung. Die adaptiven
Selbststeueranlagen nehmen demgegenüber
die Anpassung an die Schiffseigenschaften
automatisch - während normaler Fahrmanöver -
vor.
Der praktische Einsatz verschiedener adaptiver
und konventioneller Selbststeueranlagen
auf dem Forschungsschiff Gauß zeigte, daß das
Steuerverhalten der konventionellen Selbststeueranlagen
bei sorgfältiger Wahl der Einstellwerte
für Ruder, Gegenruder und Gieren dem der adaptiven
Selbststeueranlagen überlegen ist. Vor
allem bei stärkerem Seegang beanspruchen die
konventionellen Selbststeueranlagen die Rudermaschine
weitaus weniger. Dem steht bei adaptiven
Anlagen der Vorteil eines geringeren Bedienungsaufwandes
gegenüber.
Beide Arten von Selbststeueranlagen werden
vom BSH zugelassen, wenn die Prüfungsund
Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind. Die
Entscheidung, welcher Anlagentyp eingesetzt
wird, muß - unter Berücksichtigung der jeweiligen
Aufgabenschwerpunkte - der Schiffseigner
treffen.
Neues Prüfverfahren für die
Baumusterzulassung von
Schallsignal-Empfangsanlagen
Schallsignal-Empfangsanlagen sollen dem
Ausguck die Wahrnehmung von fremden Schallsignalen
nach den Internationalen Regeln von
1972 zur Verhütung von Zusammenstößen auf
See in der geschlossenen Brücke und auf Schiffen
ermöglichen, die für den Ein-Mann-Brückenwachdienst
vorgesehen sind.
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