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Volltext : Jahresbericht 1996

Flaggenrecht

■  Stabilität
Im  Rahmen  der  Überwachung  der  einheitlichen ­
  Durchführung  und  Auswertung  von  Stabilitätsuntersuchungen ­
  wurde  für  19  Binnenfahrgastschiffe ­
  und  Fähren  (11  Neubauten  und  8
Umbauten)  die  Intakt-  und  Leckstabilität  geprüft.
Anschließend  wurden  Empfehlungen  für  die
Festlegung  der  höchstzulässigen  Fahrgastzahl
ausgesprochen.
Zahlreiche  Anfragen  des  BMV,  der  Schiffsuntersuchungskommissionen ­
  sowie  der  Ingenieurbüros ­
  und  Werften  zu  Stabilitätsproblemen
bestimmter  Binnenfahrgastschiffe  wurden  beantwortet. ­

Das  1996  im  BSH  entwickelte  Tabellenberechnungsprogramm ­
  zur  Leckstabilität  stieß  bei
Ingenieurbüros  und  Binnenschiffswerften  auf
großes  Interesse.  Es  wurde  einigen  von  ihnen
zur  Vereinheitlichung  des  Berechnungsganges
und  Erleichterung  der  Prüfung  zur  Verfügung  gestellt. ­


Flaggenrecht
Das  BSH  führt  das  Flaggenregister  und  das
Internationale  Seeschiffahrtsregister.  Es  erteilt
Flaggenzertifikate,  Flaggenscheine  und  Flaggenbescheinigungen. ­

In  das  Internationale  Seeschiffahrtsregister
(ISR)  sind  1996  124  Handelsschiffe  mit  2,0  Mio.
BRT/BRZ  eingetragen  worden,  so  daß  -  nach
Berücksichtigung  der  Löschungen  (123)  aus

dem  ISR  -  z.  Z.  458  Schiffe  mit  zusammen  5,25
Mio.  BRT/BRZ  im  ISR  eingetragen  sind;  das  sind
90%  der  unter  deutscher  Flagge  betriebenen
Handelsschiffstonnage  (749  Schiffe  mit  5,75
Mio.  BRT/BRZ).
1996  sind  für  343  Schiffe  mit  1,913  Mio.
BRT/BRZ  Genehmigungen  zur  befristeten  Ausflaggung ­
  (§  7  FIRG)  erteilt  worden.  Damit  hat  die
Anzahl  der  Ausflaggungen  gegenüber  dem  Vorjahr ­
  (336  Ausflaggungen/1,812  Mio.  BRT/BRZ)
nochmals  geringfügig  zugenommen.  Die  überwiegende ­
  Anzahl  der  Ausflaggungsanträge
(260)  betraf  deutsche  Schiffe,  die  bereits  im  vorausgegangenen ­
  Genehmigungszeitraum  unter
ausländischer  Flagge  betrieben  worden  sind.  In
102  Fällen  ist  die  Genehmigung  zur  befristeten
Ausflaggung  vorzeitig  widerrufen  worden.
Die  von  der  Bundesregierung  mit  Wirkung
vom  1.1.  1996  beschlossenen  Änderungen  im
Hinblick  auf  Ausflaggungen  nach  §7  FIRG  mit
dem  Ziel,  dem  seit  1994  wieder  zunehmenden
Trend  deutscher  Reeder,  ihre  Schiffe,  insbesondere ­
  auch  Neubauten,  unter  fremder  Flagge  zu
betreiben,  entgegenzuwirken,  haben  dazu  geführt, ­
  daß  im  Berichtsjahr  die  Ausflaggungen  von
Neubauten  gegenüber  dem  Vorjahr  stark  zurückgegangen ­
  sind  (von  55  auf  11  Schiffe).
Für  deutsche  Sportfahrzeuge  wurden  1750
Flaggenzertifikate  ausgestellt.  Besonders  von
den  französischen  Behörden  wird  dieses  amtliche ­
  Papier  verlangt.  Außerdem  wurden  66  Flaggenscheine, ­
  fast  ausschließlich  für  Probe-  und
Uberführungsfahrten,  und  17  Flaggenbescheinigungen ­
  für  Schiffe  im  öffentlichen  Dienst  erteilt.

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