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Full text: Forschungsschiff Meteor 1964-1985

zu bemühen. Die neue Entwicklung im Seerecht, durch die den Küstenstaaten Hoheitszo- 
nen bis 12 Seemeilen und Wirtschaftszonen bis 200 Seemeilen Küstenabstand zugespro- 
chen werden, hat die rechtzeitige Beschaffung von solchen Erlaubnissen zu einer unerläß- 
lichen Vorarbeit für die meisten Forschungsfahrten werden lassen. 
Öffentlichkeitsarbeit 
Wie jede mit öffentlichen Mitteln verantwortungsvoll betriebene Forschung fanden 
auch die meereswissenschaftlichen Arbeiten auf METEOR nicht in völliger Abgeschie- 
denheit statt, sondern es bestanden die Verpflichtung und der Wille, die Öffentlichkeit 
über diese Tätigkeit zu informieren und dadurch für die Meeresforschung zu interessie- 
ren. Auch dies gehörte zu den Aufgaben des Reeders. So war es üblich, die Öffentlichkeit 
über die Medien vor dem Beginn jeder Forschungsfahrt über Aufgabe, Arbeitsgebiet 
und Leitung der Unternehmung zu unterrichten, während nach Beendigung der Fahrt 
über den Verlauf und erste Ergebnisse im einer Pressekonferenz an Bord-berichtet wurde. 
In diesen Bereich der Öffentlichkeitsarbeit gehörte es auch, das Forschungsschiff in 
den ersten Jahren seines Betriebes den interessierten Kreisen in der Heimat und im 
Ausland vorzustellen. Solche offiziellen Besuche fanden — zumeist in Verbindung mit 
Forschungsfahrten — im April 1966 in Kiel, im November 1967 in Hamburg, im Novem- 
ber 1968 in London, im Dezember 1969 in Bremen und im September 1972 zur Hundert- 
jahrfeier der „Challenger“-Expedition in Edinburgh statt. Bei diesen Besuchen wurde 
das Schiff mit allen seinen Einrichtungen einem großen Kreis von Persönlichkeiten des 
öffentlichen Lebens und der Wissenschaft sowie den Medien durch Führungen, Emp- 
fänge und Pressekonferenzen nahegebracht. 
In diesem Zusammenhang verdienen drei Ereignisse besondere Erwähnung: 
Im November 1966 fand die 4. Konferenz der Chefs der Hydrographischen Dienste 
der Nordseeanliegerstaaten auf meine Einladung auf dem Forschungsschiff METEOR 
in Hamburg statt. Hierbei wurden wichtige internationale Beschlüsse für die Sicher- 
heit der Schiffahrt in der Nordsee gefaßt. 
Am 10. Januar 1969 beehrte der damalige Präsident des Deutschen Bundesrates und 
Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Professor Dr. Herbert Weich- 
mann, das Forschungsschiff METEOR, eines der Hamburger Patenschiffe, mit seinem 
Besuch. Er ließ sich ausführlich über das Schiff und seine Aufgaben und Einrichtungen 
unterrichten und äußerte sich anschließend in einem gemeinsam mit mir geführten 
Rundfunkinterview „begeistert über dieses Forschungsschiff“, das er „geradezu als 
schwimmende Universität“ bezeichnete. Er wäre „glücklich, daß mit diesem Schiff die 
Hansestadt Hamburg einen bedeutenden wissenschaftlichen Schwerpunkt bekommen 
habe“, 
Am 28, Dezember 1969 fand das traditionelle Hamburger Hafenkonzert des Nord- 
deutschen Rundfunks auf dem Forschungsschiff METEOR statt, an dem Kapitän 
Lemke für die Schiffsführung und ich als Reeder mitwirkten, während Professor Dr. 
Eugen Seibold Eindrücke und Erfahrungen aus der Sicht eines Fahrtleiters mitteilte. 
An diesen Rückblick auf die. bisherigen 17 Fahrten der METEOR schloß sich ein 
Ausblick auf die zukünftigen Unternehmungen. 
Teilnahme ausländischer Wissenschaftler 
Als wichtige allgemeine Funktion des Forschungsschiffes METEOR ist die Beteili- 
zung von Meeresforschern aus anderen Ländern, insbesondere Entwicklungsländern, an 
seinen Forschungsfahrten anzusehen. Eine solche Teilnahme ausländischer Forscher 
kann zustande kommen, 
wenn das Forschungsprogramm auf internationaler Vereinbarung beruht, 
wenn diese Wissenschaftler an Bord eigene Forschungen betreiben wollen oder zu 
ihrer eigenen Ausbildung mitfahren, 
— wenn diese Wissenschaftler durch ihre Regierungen als Beobachter der Forschungsar- 
beiten des Schiffes in Wirtschaftszonen oder Hoheitsgebieten dieser Staaten entsandt 
werden. 
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