25 Jahre Senatskommission für Ozeanographie
der Deutschen Forschungsgemeinschaft
Bei der Rückkehr der METEOR von ihrer 73. und letzten Forschungfahrt Anfang
Dezember 1985 ist es fast auf den Tag genau 25 Jahre her, daß die Senatskommission für
Ozeanographie der DFG zum ersten Mal zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammentrat
(am 30. 11. 1960). Wie war es zu ihrer Gründung gekommen? In dem Ergänzungsheft
(Reihe A, Nr. 5) der Deutschen Hydrographischen Zeitschrift „Forschungsschiff ME-
TEOR“, das 1964 erschien, heißt es u. a.:
„Als man Ende des Jahres 1959 einen Überblick über die Situation an den meeres-
kundlichen Hochschulinstituten zu gewinnen suchte, ergab sich, daß die Voraussetzungen
für den Betrieb eines großen deutschen Forschungsschiffes weder in personeller noch in
materieller Hinsicht erfüllt waren. Die wenigen Institute, an denen meereskundliche
Forschungsarbeiten gleich welcher Fachrichtung betrieben wurden, hatten gerade erst
mit einem — meist sehr zaghaften — Wiederaufbau begonnen. Überall fehlte es an
Nachwuchs, für den das Studium des marinen Zweiges der jeweiligen Grunddisziplin
ohne die Möglichkeit der praktisch-experimentellen Anwendung auf See wenig Anreiz
bot. In den Laboratorien — beide Institute für Meereskunde in Hamburg und Kiel waren
beispielsweise in Privathäusern untergebracht! — bestand ein offenbarer Mangel an
modernen Geräten. Angesichts dieser Lage faßte der Senat der Deutschen Forschungsge-
meinschaft am 24. Oktober 1960 zwei Entschlüsse, die der deutschen Meeresforschung
wesentliche Impulse geben sollten. Er gründete eine Senatskommission für Ozeanogra-
phie und nahm die Meeresforschung in das Schwerpunktprogramm der Forschungsge-
meinschaft auf... Der Kommission war vom Senat der Forschungsgemeinschaft die
Aufgabe gestellt, alle Fragen der für die Meereskunde wesentlichen Wissenschaftszweige,
insbesondere die Physikalische Ozeanographie, die Meeresgeologie, die Meeresbiologie,
die Meereschemie und die maritime Meteorologie zu erörtern. Sie sollte die wissenschaft-
lichen und technischen Vorbereitungen für den Bau und den Betrieb des künftigen
deutschen Forschungsschiffes übernehmen und als Besprechungsgruppe für den Schwer-
punkt „Meeresforschung“ und als deutscher Landesausschuß für das Scientific Commit-
:ee on Oceanic Research (SCOR), des International Council of Scientific Unions (ICSU)
wirken. Weiterhin sollte sie die Regierung und Bundesministerien bei der Planung
aationaler und internationaler Forschungsvorhaben beraten. Um diese Aufgaben bewäl-
:igen zu können, wurden mehrere Unterkommissionen eingesetzt. Drei von ihnen befaß-
ten sich mit den Vorbereitungen für den Bau des neuen Forschungsschiffes. . . Weitere
Unterkommissionen befaßten sich mit den nationalen und internationalen Expeditionen
und Fragen der Mitarbeit der deutschen Meeresforschung in internationalen Organisatio-
aen. .. Der deutsche Landesausschuß für Meeresforschung behandelte als nationale
Vertretung des Scientific Committee on Oceanic Research (SCOR) eine Fülle von inter-
nationalen Anfragen und Vorschlägen. Die Ergebnisse aus den Besprechungen der
Unterkommissionen waren Gegenstand der Beratung und Entscheidung in den Plenarsit-
zungen der Senatskommission.“
Die hier zu Anfang nur in einem Halbsatz erwähnte Aufgabe „Betrieb des künftigen
deutschen Forschungsschiffes“ entwickelte sich jedoch zum ständigen Zentralthema aller
{bisher 52) Sitzungen. Hier wurden Einsatzpläne ausgehandelt und mit dem Partner DHI
abgestimmt, Expeditionsanträge vorgelegt, diskutiert und ggf. der DFG zur Finanzierung
empfohlen, die Koordinatoren und Fahrtleiter benannt — kurz: ohne das Votum der
Kommisssion lief nichts, was METEOR anging. Aber auch die Ergebnisse wurden
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