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Full text: Forschungsschiff Meteor 1964-1985

Die Ahnengalerie der „Meteore“ 
Jeder, der für sein Kind einen Taufnamen sucht, steht vor einer schwierigen Wahl: 
etwas ganz Neues, Modernes, Einmaliges — etwas, das eine mehr oder weniger lange 
Familientradition hat — oder etwas, das wie ein Programm für den Lebensweg klingt? 
Auch Schiffe werden getauft, und hier stellt sich ebenfalls die Frage mit denselben 
Alternativen. Bei Forschungsschiffen in der ganzen Welt finden wir alle Typen vertreten, 
am häufigsten freilich Personennamen, die zur Erinnerung an berühmte Persönlichkeiten 
aus Wissenschaft oder Politik gewählt wurden. 
In der relativ kurzen Geschichte deutscher Forschungsschiffe zeichnen sich zwei 
traditionelle Linien ab: die der Personennamen und die von Himmelskörpern. Bei der im 
April 1962 begonnenen Diskussion, wie denn nun der Neubau heißen solle, standen 
zunächst auch beide Möglichkeiten zur Debatte. Doch es ergab sich bald eine starke 
Mehrheit für METEOR — in der Erkenntnis, daß dieser Name international mit der 
berühmt gewordenen Deutschen Atlantischen Expedition 1925—27 des Vermessungs- 
schiffs „Meteor“ verknüpft werden würde, deren Leistung der nach wie vor gute Ruf der 
deutschen Meeresforschung wesentlich zu danken sei. 
Nachdem dieser Beschluß mit der Taufe am 8. Februar 1964 in die Tat umgesetzt 
wurde, und nachdem inzwischen in 21jähriger Dienstzeit die neue — jetzt alte! — 
METEOR bewiesen hat, daß sie in der Lage war, an die Leistungen ihrer Vorgängerin 
anzuknüpfen und sie fortzusetzen, ist vielleicht auch ein Blick auf die Liste ihrer 
Namens-, nicht nur Aufgaben-Vorgänger interessant — zumindest soweit sie als Schiffe 
im Staatsdienst bekannt geworden sind. Dabei stellt sich heraus, daß es sich fast aus- 
schließlich um Schiffe handelt, die die Kaiserliche oder später Reichs-Kriegsflagge führ- 
ten. In der Tat ist die METEOR 1964 — 85 das erste Schiff dieses Namens, das unter einer 
zivilen (Bundesdienst-) Flagge fährt, nachdem die deutsche Bundesmarine ganz offiziell 
den Tradionsnamen dafür zur Verfügung gestellt hatte. 
Die Liste beginnt mit einem Kanonenboot der Königlichen Preußischen Marine, das 
in dem einzigen Seegefecht des Krieges 1870/71 vor Havanna mit dem französischen 
Aviso „Bouvet“ ein Remis erzielte und dafür — als Schiff! — mit dem Eisernen Kreuz im 
Wappen ausgezeichnet wurde. Es verdrängte nur 314 tons und war 1865 in Wolgast vom 
Stapel gelaufen. Bis 1877 tat es dann — hier beginnt bereits die spätere Tradition — in der 
Seevermessung Dienst. ; 
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