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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 64 (1936)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1936. 
Kleinere Mitteilungen. 
1, Eine Wahrscheinlichkeitsbetrachtung‘ über die Anwendbarkeit einer 
Methode zur Berechnung des täglichen Ganges. Zur Berechnung des täglichen 
Ganges eines meteorologischen Elements auf See, angewandt auf die Lufttemperatur, 
wurde im 2. Köppenheift der Ann, d. Hydr. 1936, S. 38, ein Verfahren angegeben, 
das unter gewissen Voraussetzungen die Ausschaltung des verfälechenden Ein- 
Ausses bewirkt, der aus der Eigenbewegung des Beobachtungsschiffes stammt. 
Die auf dem fahrenden Schiffe gemessenen Temperaturen bzw. deren Abweichungen 
von. einem Mittelwert, müssen zu dem Zwecke in systematischer Weise durch 
Additionen und Subtraktionen verändert werden, Man kann num einwenden, daß 
dies. Verfahren eine wertmäßige Veränderung zur Folge haben könnte, zwar 
nicht durch die Anbringung der Lamontschen Korrektion als vielmehr durch 
das Beziehen auf eine vorher bestimmte Rohkurvre des täglichen Ganges, Da- 
durch werden. mehr oder weniger große Abschnitte ja wirklich in UnsymMmetri- 
scher Ärt verändert, so daß über einen Ausgleich letzten Endes mit Sicherheit 
sehr schwer eine Aussage zu machen ist, Zur Lösung dieser Frage können wir 
nun von den Lehren der Wahrscheinlichkeitsrechnung Gebrauch machen, 
Insere Beobachtungen bilden ein Kollektir mit den beiden Merkmalen: 
positive und negative Abweichungen, Die Wahrscheinlichkeitsrechnung lehrt, daß 
in. solchem Falle („einfache Alternative“) bei genügend großer Anzahl von „Kollektiv- 
gegenständen“ die (relative) Häufigkeit der Merkmalsträger dem Grenzwert 
Lk © zustrebt, wobei © ein zulässiger Fehler << 1 ist. £ sel in unserem Falle will 
kürlich und ohne das Resultat vorher zu kennen ayıf 1. festgesetzt, Voraussetzung 
ist ferner absolute Regellosigkeit in der Anordnung der Merkmalsträger (Zufalls- 
bedingtheit). Wir wollen annehmen, daß diese in unserem Falle hinreichend er- 
füllt war; ebenso, daß positive und negative Werte ursprünglich nahezu in gleicher 
Anzahl vorhanden gewesen sind. 
Es ist nun durchaus denkbar, daß sich nach der beschriebenen Aufbereitung 
eine wesentliche Verschiebung zugunsten eines der Kollektivgegenstände eingestellt: 
hätte; z.B. die Vermehrung der negativen Abweichungen auf etwa *%/, des Ge- 
samtumfanges des Kollektivs. Damit wäre auch eine Änderung des Wertinhalte 
eingetreten, die aber durchaus unstatihaft ist und die die Nichtenwendbarkeit 
des beschriebenen Verfahrens zur Folge haben würde. 
Der Umfang unseres hier zu untersuchenden. Kollektivs 
„Norüostpassat“ umfaßt 1368, der des Kollektirs, 
„Südostpassat“ „1752 Beobachtungswerte?), 
Die Auszählung nach der Aufbereitung ergibt für den ; 
Nordostpassat 698, für den 
. Südostpassat 903 
negative Abweichungen, Das bedeutet, daß die Anzahl negativer Abweichungen 
die oben im voraus festgesetzte Fehlergrenze von 
€ = a Mon 
Nordostpassats "um 10%, 
Südostpassats w 0% 
Insgesamt im Passat „ 16% 
überschreitet, Man beachte aber, daß man eine strenge Erfüllung des Grenzwertes 
erst bei genügend großem Umfange des Kollektivs erwarten kann, theoretisch erst bei 
unendlich größer Anzahl Beobachtungswerte, Es liegt auf der Hand, daß von 
Menschen. angestellte Beobachtungen stets nur ein endliches Kollektiv Hefern 
können, 
Zieht man das in Betracht, so wird man eine praktisch hinreichende Er- 
ülung der Wahrscheinlichkeitsbedingung dafür feststellen dürfen, daß der Wert- 
inhalt des Kollektivs unverändert geblieben ist, Das Verfahren hat also lediglich 
eine Umordnung der vorher gleichmäßiger verteilten Beobachtungswerte vor- 
genommen, derart, daß e8 positive und negative Werte so anordnete, daß dem 
täglichen Gang Genüge getan wird (vgl, die nachfolgende Tabelle). Die Zulässig- 
keit des Verfahrens kann danach als erwiesen angesehen. werden. 
44 Aus dem Ergebnissen der „Meteor“-Expedition 1925. bis 1927, noch in Bearbeitung,
	        
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