Geodäsie
NAUTISCHE HYDROGRAPHIE
Seevermessung und Geodäsie
Die Seevermessung und die Wracksuche
innerhalb des Küstenmeeres und der Ausschließ
lichen Wirtschaftszone, die mit knapp 60 000 km 2
etwa einem Sechstel des Territoriums der Bun
desrepublik Deutschland entsprechen, liefern die
topographischen und hydrographischen Grund
daten für die Seekarten und die anderen nauti
schen Veröffentlichungen, die vom BSH für diese
Seegebiete zusammengestellt und herausgege
ben werden.
Hier sind etwa 1700 Wracks und andere Un
terwasserhindernisse registriert, die in Abhängig
keit von ihrer Gefährlichkeit für die Seeschiffahrt
in festgelegten Zeitabständen überprüft werden
müssen. Außerdem wird der Meeresboden in
nautisch relevanten Seegebieten (Reeden, Ver
kehrstrennungsgebiete, Schiffahrtswege u.a. m.)
besonders sorgfältig vermessen und nach Unter
wasserhindernissen abgesucht.
Bei der Erfüllung dieser Aufgaben arbeitet
das BSH eng mit der Wasser- und Schiffahrtsver
waltung (WSV) des Bundes zusammen.
Seevermessung und Wracksuche
Das VFS Komet mit sechs, die VWFS Atair,
Deneb und Wega sowie die VE Mercator/Bessel
mit je zwei Vermessungsbooten führten Seever
messungsarbeiten mit rund 22 000 sm (41 000 km)
Lotungsprofilen in der Nordsee und in der Ostsee
durch (Abb. 17 und 18). Nachdem sich im Jahre
1996 im Tiefwasserweg südöstlich von Gedser
mehrere Grundberührungen ereignet hatten, und
weil sich der Verkehr mit großen Tankschiffen in
diesem Seegebiet verstärkt, wurde 1997 das
gesamte Seegebiet der Kadetrinne durch VWFS
Deneb mit dem Fächerecholot vermessen (Abb. 19).
Entdeckte Mindertiefen und Unterwasserhinder
nisse wurden sofort veröffentlicht.
Außerdem hat die VE Mercator/Bessel für
den Ausbau der Elbe in Amtshilfe für das Wasser-
und Schiffahrtsamt Hamburg Peilarbeiten in der
Lühe (12 Blatt), der Este (13 Blatt), der Schwinge
(5 Blatt), der Stör einschließlich Wendestelle
(25 Blatt), dem Ruthenstrom (4 Blatt), dem Gau-
ensieker Schleusenfeld (2 Blatt), der Wischha
fener Süderelbe (11 Blatt) und in dem Freiburger
Hafenpriel (2 Blatt) durchgeführt (Abb. 20).
Die Ergebnisse der Seevermessungsarbei
ten werden in 127 topographischen Karten des
Seegrundes dargestellt. Sie sind die Grundlage
für die fortlaufende Aktualisierung der amtlichen
Seekarten des BSH. Durch den vollständigen
Übergang auf die rechnergestützte Bearbeitung
und Kartierung der topographischen Karten des
Seegrundes konnte die durchschnittliche Bear
beitungszeit für eine Karte auf 4,5 Monate ver
kürzt werden.
Den Anforderungen entsprechend werden
diese Ergebnisse auch den Wasser- und Schiff
fahrtsdirektionen Nord und Nordwest mit deren
nachgeordneten Wasser- und Schiffahrtsämtern
und den im Küstenbereich zuständigen Landes
und Kommunalbehörden der Bundesländer Nie-
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