accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Forschungsschiff Meteor 1964-1985

Bobby Fugmann 
Kurt („Kuddel“) Fugmann war 10 Jahre lang als Funkwettertechniker die „Seele“ 
der Bordwetterwarte und der „gute Geist“ des Schiffes. Stets war er hilfsbereit, und so 
mancher konnte sich guten Rat von ihm holen. Einmal jedoch hat er uns gehörig 
erschreckt: wir lagen in Liverpool und wurden von einem freundlichen Polizisten an der 
Gangway beschützt, der nach Schluß seines Dienstes zum Bier an Bord eingeladen 
wurde. Zwecks Marscherleichterung befreite man ihn beim Gang von Kammer zu Kam- 
mer von der Last des Bobby-Helmes, der — wie konnte es anders sein —bald von Hand 
zu Hand, besser von Kopf zu Kopf wanderte, bis er schließlich auf Kuddel Fugmanns 
Haupt landete, So mit den Insignien Ihrer Majestät geschmückt, stand Kuddel plötzlich 
Respekt heischend in der Tür der Meteorologenkammer, wo eine Ozeanographenrunde 
friedlich beim Bier saß und verständlicherweise gebührend schockiert wurde. Der wak- 
kere Bobby, der im Verlauf des Abends sicherlich zeitweilig um den Besitz seines 
Helmes gebangt haben mochte, konnte zu später Stunde wohlbehalten und wohlbehelmt 
unser gastliches Schiff wieder verlassen. 
Fritz Krügler 
Bärte 
Bekanntlich war Walter Feldmann, Kapitän der METEOR, gegen Bärte eingestellt. 
Er gab gegenüber seinen Offizieren bissige Bemerkungen hierüber von sich. Ich selbst 
wurde von dieser Abneigung betroffen, als ich im März 1981 in Buenos Aires zum letzten 
Fahrtabschnitt der 56. Reise an Bord kam. Ich trug in diesen Jahren einen Bart, den ich 
aber auf Drängen meiner Familie vor der Reise vorübergehend abgenommen hatte. Ich 
kam also ohne Bart an dem Abend an Bord, als das Schiff seinen traditionellen Empfang 
gab, und zwar zu einem schon etwas fortgeschrittenen Zeitpunkt. Bei der Begrüßung 
stellte Herr Feldmann die Tatsache sofort fest und war des Lobes voll. Ich mußte ihn 
jedoch in seiner Unterstellung, ich wäre nun vom Bart-Tragen geheilt, enttäuschen. Er 
fing an, auf mich einzureden, ich hielt dagegen. Schließlich standen wir nebeneinander 
an der Wand und unterstützten unsere Argumente, indem wir uns gegenseitig mit den 
Ellenbogen pufften. — Inzwischen kann ich Walter Feldmann beruhigen. Seit einiger 
Zeit trage ich tatsächlich keinen Bart mehr. 
Wolfgang Roetheı 
„Vater“ und „Sohn“ Krügler 
Auf einer Reise kurz vor meiner Pensionierung wurde ich als Bordmeteorologe von 
Studenten (die gerade in den Meteor-Berichten von 1937 geblättert hatten) erstaunt 
darauf angesprochen, daß ja schon mein „Vater“ als Teilnehmer der II. Deutschen 
Atlantik-Expedition 1937 genannt sei. „Nein,“ mußte der vermeintliche „Sohn“ Fritz 
Krügler richtigstellen, „das war nicht mein Vater, sondern ich selbst war es, der als frisch 
promovierter Meteorologe vor mehr als 30 Jahren an der Fahrt der „uralten“ „Meteor“ 
teilgenommen hat!“ 
So vergehen die Jahre! 
Fritz Krügler 
147
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.