Bobby Fugmann
Kurt („Kuddel“) Fugmann war 10 Jahre lang als Funkwettertechniker die „Seele“
der Bordwetterwarte und der „gute Geist“ des Schiffes. Stets war er hilfsbereit, und so
mancher konnte sich guten Rat von ihm holen. Einmal jedoch hat er uns gehörig
erschreckt: wir lagen in Liverpool und wurden von einem freundlichen Polizisten an der
Gangway beschützt, der nach Schluß seines Dienstes zum Bier an Bord eingeladen
wurde. Zwecks Marscherleichterung befreite man ihn beim Gang von Kammer zu Kam-
mer von der Last des Bobby-Helmes, der — wie konnte es anders sein —bald von Hand
zu Hand, besser von Kopf zu Kopf wanderte, bis er schließlich auf Kuddel Fugmanns
Haupt landete, So mit den Insignien Ihrer Majestät geschmückt, stand Kuddel plötzlich
Respekt heischend in der Tür der Meteorologenkammer, wo eine Ozeanographenrunde
friedlich beim Bier saß und verständlicherweise gebührend schockiert wurde. Der wak-
kere Bobby, der im Verlauf des Abends sicherlich zeitweilig um den Besitz seines
Helmes gebangt haben mochte, konnte zu später Stunde wohlbehalten und wohlbehelmt
unser gastliches Schiff wieder verlassen.
Fritz Krügler
Bärte
Bekanntlich war Walter Feldmann, Kapitän der METEOR, gegen Bärte eingestellt.
Er gab gegenüber seinen Offizieren bissige Bemerkungen hierüber von sich. Ich selbst
wurde von dieser Abneigung betroffen, als ich im März 1981 in Buenos Aires zum letzten
Fahrtabschnitt der 56. Reise an Bord kam. Ich trug in diesen Jahren einen Bart, den ich
aber auf Drängen meiner Familie vor der Reise vorübergehend abgenommen hatte. Ich
kam also ohne Bart an dem Abend an Bord, als das Schiff seinen traditionellen Empfang
gab, und zwar zu einem schon etwas fortgeschrittenen Zeitpunkt. Bei der Begrüßung
stellte Herr Feldmann die Tatsache sofort fest und war des Lobes voll. Ich mußte ihn
jedoch in seiner Unterstellung, ich wäre nun vom Bart-Tragen geheilt, enttäuschen. Er
fing an, auf mich einzureden, ich hielt dagegen. Schließlich standen wir nebeneinander
an der Wand und unterstützten unsere Argumente, indem wir uns gegenseitig mit den
Ellenbogen pufften. — Inzwischen kann ich Walter Feldmann beruhigen. Seit einiger
Zeit trage ich tatsächlich keinen Bart mehr.
Wolfgang Roetheı
„Vater“ und „Sohn“ Krügler
Auf einer Reise kurz vor meiner Pensionierung wurde ich als Bordmeteorologe von
Studenten (die gerade in den Meteor-Berichten von 1937 geblättert hatten) erstaunt
darauf angesprochen, daß ja schon mein „Vater“ als Teilnehmer der II. Deutschen
Atlantik-Expedition 1937 genannt sei. „Nein,“ mußte der vermeintliche „Sohn“ Fritz
Krügler richtigstellen, „das war nicht mein Vater, sondern ich selbst war es, der als frisch
promovierter Meteorologe vor mehr als 30 Jahren an der Fahrt der „uralten“ „Meteor“
teilgenommen hat!“
So vergehen die Jahre!
Fritz Krügler
147