accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Forschungsschiff Meteor 1964-1985

Ich werd’ mich jetzt dem Sekt hingeben 
und fleißig beten für euer Leben. 
Nachdem meine Truppe vom Meeresgrund tief 
Überstunden nicht scheuend und ohne Tarif, 
Im vollsten Einsatz ihrer Kraft 
Die Konvertierung hat geschafft 
Und jener hier von den Barbaren 
Durch diesen Schlauch zur Taufe kann fahren, 
Bitt ich dich, Marschall, nun zu nennen 
Den Namen nach dem zu bekennen 
Die neue Seele sich jetzt hat. 
Verlies sie laut. von diesem Blatt. 
Walter Nellen 
Brisantes 
Der Sprengstoff für die seismischen Untersuchungen wurde im allgemeinen auf 
Reede Stadersand an Bord genommen und nach einer meist zügigen Umladung aus einer 
Schute — manchmal bis zu 20 t — im Sprengstoffraum verstaut. Die Zünder wurden 
getrennt gelagert unter der Obhut eines Sprengmeisters. 
Ein berühmter Photograph, der als Gast mitfuhr, wollte den Ladevorgang des 
Sprengstoffes in allen Einzelheiten festhalten. Er photographierte aus verschiedensten 
Perspektiven. Am Ende des Ladegeschäftes stellte er fest: er hatte die Schutzkappe für 
das Objektiv nicht entfernt. 
Wilfried Weige] 
Das Schießboot 
Das Auslaufen von METEOR hatte sich verzögert. Für das Meßprogramm mußte 
ein Schießboot angeheuert werden. Vor mehr als einem Jahrzehnt sprengte man noch 
mit kleinen Ladungen am Ende des Streamers. 
Das Schiff war gefunden — ein Kümo — die Charterkosten waren von Deutschland 
aus angewiesen worden, und das Umladen des Sprengstoffes war in vollem Gang. 10 t 
wurden mit Kran und Menschenkette auf den Kümo geschafft. Eine Sendeanlage für die 
Schußmomentübertragung und die Kommunikation wurde installiert. Dieser Haufen 
moderner Technik paßte so gar nicht in das karge Ruderhaus, das sonst nur von Kompaß 
und Ruder beherrscht wurde. Elektrische Schießwinde, Akkus und Stromgenerator wur- 
den noch installiert und fertig war unser Sprengboot. Dieses ganze Treiben an Bord 
wurde von den vier Besatzungsmitgliedern interessiert — oder war es eher argwöhnisch? 
— beobachtet. Der Kapitän erhielt noch eine Einweisung, wie das Funkgerät zu handha- 
ben war, und endlich begann die Meßfahrt in der Abenddämmerung. Als METEOR in 
freies Wasser kam und die Fahrt auf 10 kn erhöhte, wurde der Abstand zum Schießboot 
immer größer. Das Boot lief einfach nicht die versprochenen 10 kn, es mußte mit 8 kn 
weitergedampft werden. Der Wind hatte auf Windstärke 6—7 aufgebrist, und unser 
Schießboot wurde noch langsamer. Nun kam die Nacht, einige bereiteten noch Meßge- 
räte für den morgigen Tag vor, andere gingen zum gemütlichen Teil des Tages über oder 
ins Bett. Am nächsten Morgen hatte das leichte Schaukeln ganz aufgehört. Aber welch 
eine Überraschung beim Blick aus dem Bullauge: statt hoher See war Land in Sicht, eine 
niedliche Bucht mit heller Steilküste, und mittendrin lag unser Schießboot vor Anker. 
Beim Frühstück und dem späteren Wiederumladen des Sprengstoffes wurden dann die 
Freignisse der Nacht berichtet. 
3A
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.