Ich werd’ mich jetzt dem Sekt hingeben
und fleißig beten für euer Leben.
Nachdem meine Truppe vom Meeresgrund tief
Überstunden nicht scheuend und ohne Tarif,
Im vollsten Einsatz ihrer Kraft
Die Konvertierung hat geschafft
Und jener hier von den Barbaren
Durch diesen Schlauch zur Taufe kann fahren,
Bitt ich dich, Marschall, nun zu nennen
Den Namen nach dem zu bekennen
Die neue Seele sich jetzt hat.
Verlies sie laut. von diesem Blatt.
Walter Nellen
Brisantes
Der Sprengstoff für die seismischen Untersuchungen wurde im allgemeinen auf
Reede Stadersand an Bord genommen und nach einer meist zügigen Umladung aus einer
Schute — manchmal bis zu 20 t — im Sprengstoffraum verstaut. Die Zünder wurden
getrennt gelagert unter der Obhut eines Sprengmeisters.
Ein berühmter Photograph, der als Gast mitfuhr, wollte den Ladevorgang des
Sprengstoffes in allen Einzelheiten festhalten. Er photographierte aus verschiedensten
Perspektiven. Am Ende des Ladegeschäftes stellte er fest: er hatte die Schutzkappe für
das Objektiv nicht entfernt.
Wilfried Weige]
Das Schießboot
Das Auslaufen von METEOR hatte sich verzögert. Für das Meßprogramm mußte
ein Schießboot angeheuert werden. Vor mehr als einem Jahrzehnt sprengte man noch
mit kleinen Ladungen am Ende des Streamers.
Das Schiff war gefunden — ein Kümo — die Charterkosten waren von Deutschland
aus angewiesen worden, und das Umladen des Sprengstoffes war in vollem Gang. 10 t
wurden mit Kran und Menschenkette auf den Kümo geschafft. Eine Sendeanlage für die
Schußmomentübertragung und die Kommunikation wurde installiert. Dieser Haufen
moderner Technik paßte so gar nicht in das karge Ruderhaus, das sonst nur von Kompaß
und Ruder beherrscht wurde. Elektrische Schießwinde, Akkus und Stromgenerator wur-
den noch installiert und fertig war unser Sprengboot. Dieses ganze Treiben an Bord
wurde von den vier Besatzungsmitgliedern interessiert — oder war es eher argwöhnisch?
— beobachtet. Der Kapitän erhielt noch eine Einweisung, wie das Funkgerät zu handha-
ben war, und endlich begann die Meßfahrt in der Abenddämmerung. Als METEOR in
freies Wasser kam und die Fahrt auf 10 kn erhöhte, wurde der Abstand zum Schießboot
immer größer. Das Boot lief einfach nicht die versprochenen 10 kn, es mußte mit 8 kn
weitergedampft werden. Der Wind hatte auf Windstärke 6—7 aufgebrist, und unser
Schießboot wurde noch langsamer. Nun kam die Nacht, einige bereiteten noch Meßge-
räte für den morgigen Tag vor, andere gingen zum gemütlichen Teil des Tages über oder
ins Bett. Am nächsten Morgen hatte das leichte Schaukeln ganz aufgehört. Aber welch
eine Überraschung beim Blick aus dem Bullauge: statt hoher See war Land in Sicht, eine
niedliche Bucht mit heller Steilküste, und mittendrin lag unser Schießboot vor Anker.
Beim Frühstück und dem späteren Wiederumladen des Sprengstoffes wurden dann die
Freignisse der Nacht berichtet.
3A