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Full text: 125 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 1986

Zeichentisch 
Im Jahre 1977 wurden für das deutsche Seekartenwerk zwei interaktive Bild- 
schirmarbeitsplätze. des Systems ARISTOGRID CD400 von der Firma ARISTO 
beschafft. Mit Hilfe des Bildschirmarbeitsplatzes mit großer Digitalisierfläche war es 
nun möglich, auch Karteninhalte abzuspeichern, zu verändern und am automatischen 
Zeichentisch lichtzeichnen zu lassen. Die Signaturen (Symbole) werden dabei durch 
eine Symbolscheibe auf Film belichtet („geblitzt“). Das 1977 beschaffte System 
entsprach bald nicht mehr den Anforderungen, die für den wirtschaftlichen Einsatz 
beim Zeichnen von Originalen gestellt wurden. Speziell der sehr langsame Bild- 
schirmaufbau beim Zugriff auf gespeicherte Daten läßt Wartezeiten entstehen und 
unterbricht den Digitalisierablauf. Der Rechner zu diesem System ist zu klein und 
läßt den gleichzeitigen Betrieb beider Digitalisierplätze und des Zeichentisches ohne 
gegenseitige Behinderung nicht zu. Die Routinen für die Eingabe von Daten (Digita- 
lisierung) sind teilweise umständlich. Zwar lassen sich einige Elemente der Seekarte 
mit diesem System schneller darstellen als durch manuelle Zeichnung, Gravur oder 
Montage, doch insgesamt muß dieses nunmehr 9 Jahre alte System für die Original- 
herstellung als unwirtschaftlich angesehen werden. Eine neue Generation von Digita- 
lisiersystemen wird in Zukunft durch bessere Anwendungsmöglichkeiten wirtschaftli- 
che Ergebnisse erzielen. Seit 1986 wird daran gearbeitet, mit Hilfe einer neuen 
Symbolscheibe alle alten Symbolscheiben zu ersetzen, in dem man nicht mehr die 
Signaturen insgesamt blitzt, sondern mit einem System von Schlitzen und Punkten 
lichtzeichnet. Mit Hilfe eines im Jahre 1985 gekauften größeren Zeichentisches wird 
es dann auch möglich sein, während der Nachtstunden ohne Symbolscheibenwechsel 
lichtzuzeichen. 
Wohl kaum ein Medium hat im Ablauf von nur 125 Jahren größere Umstellun- 
gen bei seinen Produktionstechniken erlebt als die Seekarte. Kupferstich, Lithogra- 
phie, Zeichnung auf Folie, Montage und Gravur erforderten immer wieder Anpas- 
sungen bzw. neue Berufe zur Ausführung dieser Tätigkeiten.
	        
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