Zeichentisch
Im Jahre 1977 wurden für das deutsche Seekartenwerk zwei interaktive Bild-
schirmarbeitsplätze. des Systems ARISTOGRID CD400 von der Firma ARISTO
beschafft. Mit Hilfe des Bildschirmarbeitsplatzes mit großer Digitalisierfläche war es
nun möglich, auch Karteninhalte abzuspeichern, zu verändern und am automatischen
Zeichentisch lichtzeichnen zu lassen. Die Signaturen (Symbole) werden dabei durch
eine Symbolscheibe auf Film belichtet („geblitzt“). Das 1977 beschaffte System
entsprach bald nicht mehr den Anforderungen, die für den wirtschaftlichen Einsatz
beim Zeichnen von Originalen gestellt wurden. Speziell der sehr langsame Bild-
schirmaufbau beim Zugriff auf gespeicherte Daten läßt Wartezeiten entstehen und
unterbricht den Digitalisierablauf. Der Rechner zu diesem System ist zu klein und
läßt den gleichzeitigen Betrieb beider Digitalisierplätze und des Zeichentisches ohne
gegenseitige Behinderung nicht zu. Die Routinen für die Eingabe von Daten (Digita-
lisierung) sind teilweise umständlich. Zwar lassen sich einige Elemente der Seekarte
mit diesem System schneller darstellen als durch manuelle Zeichnung, Gravur oder
Montage, doch insgesamt muß dieses nunmehr 9 Jahre alte System für die Original-
herstellung als unwirtschaftlich angesehen werden. Eine neue Generation von Digita-
lisiersystemen wird in Zukunft durch bessere Anwendungsmöglichkeiten wirtschaftli-
che Ergebnisse erzielen. Seit 1986 wird daran gearbeitet, mit Hilfe einer neuen
Symbolscheibe alle alten Symbolscheiben zu ersetzen, in dem man nicht mehr die
Signaturen insgesamt blitzt, sondern mit einem System von Schlitzen und Punkten
lichtzeichnet. Mit Hilfe eines im Jahre 1985 gekauften größeren Zeichentisches wird
es dann auch möglich sein, während der Nachtstunden ohne Symbolscheibenwechsel
lichtzuzeichen.
Wohl kaum ein Medium hat im Ablauf von nur 125 Jahren größere Umstellun-
gen bei seinen Produktionstechniken erlebt als die Seekarte. Kupferstich, Lithogra-
phie, Zeichnung auf Folie, Montage und Gravur erforderten immer wieder Anpas-
sungen bzw. neue Berufe zur Ausführung dieser Tätigkeiten.