Fortführung konnte man dann wieder auf das in Kupfer gestochene Landgebiet
zurückgreifen. Auf diese Weise wurden z. B. für die Neuzeichnung des Seegebietes
der Karte 7 (Jadebusen 1 : 50 000) nur 100 Stunden benötigt. Natürlich wurde die
Qualität der vorher praktizierten Berichtigung durch Kupferstich bei weitem nicht
erreicht, doch wurden auf diese Weise die Bearbeitungszeiten erheblich verkürzt, um
dem Bedarf der Marine gerecht zu werden. Der Umfang der in Kupfer ausgeführten
Berichtigungen nahm nach und nach ab.
Der Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg
Im Juli 1945 wurde die Arbeit in Kaufbeuren wieder aufgenommen. Gerade in
den ersten Jahren nach dem Krieg machte der Mangel an geeignetem Fachpersonal
dem Seekartenwerk sehr zu schaffen. Die meisten Kartographen und Kupferstecher
waren durch die Kriegswirren in alle Winde zerstreut. Vielen von ihnen wurde nicht
bekannt, daß die Arbeit im Seekartenwerk wieder begann.
Im Mai 1946 wurde das deutsche Seekartenwerk in die teilweise zerstörten
Gebäude des ehemaligen Marine-Arsenals im Hamburger Freihafen auf Tollerort
verlegt und in das Deutsche Hydrographische Institut überführt. Zunächst wurden
Aufräumarbeiten ausgeführt und die aus Kaufbeuren mitgebrachten Maschinen,
Geräte und Originale nach und nach auf Tollerort untergebracht.
Die Fortführung der alten und die Herstellung neuer Originale des Seekarten-
werkes wurden in zwei Sachgebieten wahrgenommen. In dem Sachgebiet Kupferstich
wurden hauptsächlich alle mit dem Kupferstich zur Fortführung der Platten betreffen-
den Arbeiten ausgeführt (Kupferstich und Galvanoplastik). Im Sachgebiet Lithogra-
phie wurden die Originale auf Folie gezeichnet und die Aluminiumplatten mit soge-
nannter Fettusche berichtigt.
Tollerort
N