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Volltext: 125 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 1986

Kupferdruckpresse 
Lithographische Arbeiten bis zum Ende des 19, Jahrhunderts 
Der wachsende Bedarf der Flotte und Handelsmarine führte zwischen 1888 und 
1900 zur Wiedereinführung lithographischer Originalherstellungsverfahren. Mit die- 
ser Technik sollte die Produktion von neuen Karten beschleunigt werden. Die litho- 
graphischen Arbeiten wurden der Firma C. L. Keller in Berlin übertragen, deren 
Kartolithographen die Karten der deutschen Schutzgebiete und der russischen Küste 
mit Tusche auf Karton zeichneten. Diese Zeichnungen waren zwar von sehr guter 
Qualität, konnten jedoch einem Vergleich mit den in Kupfer gestochenen Karten 
nicht standhalten. Schließlich machten es die technischen Schwierigkeiten der Fort- 
führung dieser Karten erforderlich, diese lithographischen Techniken wieder aufzu- 
geben. 
Im „Hydrographischen Amt der Admiralität“ wurde zwischen 1886 und 1889 
eine „photolithographische Anstalt“ eingerichtet. Wurde bisher die Entwurfszeich- 
nung per Blaupause auf die Kupferplatte oder den Stein übertragen, so besaß man 
nun die Möglichkeit, statt der langwierigen Übertragung per Hand auf fotografischem 
Wege dem Kupferstecher oder Lithograph eine Vorlage an die Hand zu geben. Das 
fotografische Verfahren hatte den Vorteil, daß Auslassungsfehler, die bei der Pause 
vorkommen konnten, vermieden wurden. 
Die Vervielfältigung der Photolithographie auf Lithographiesteinen wurde von 
der Nautischen Abteilung ausgeführt. Schon bald jedoch kam eine Vervielfältigung 
durch Steindruck nicht mehr in Betracht, da sich die Fortführung solcher Karten 
nicht wirtschaftlich bewerkstelligen ließ. So versuchte man ab 1894 nach besonders 
sorgfältig gezeichneten Originalen die Übertragung der Zeichnungen auf Kupferplat- 
ten durch ein fotomechanisches Ätzverfahren. Die geätzten Platten waren jedoch „zu 
flach“ und bedurften eines umfangreichen Nachstiches. Diese vergeblichen Versuche 
führten ab 1902 schließlich zum Ersatz der durch Zeichnungen entstandenen Druck- 
originale durch den Neustich dieser Karten.
	        
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