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Volltext : 125 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 1986

der Referatsleiter haben diese nautisch-kartographische Ausbildung absolviert. Die
Sachgebietsleiter sind Technische Regierungsamtsräte, und der Referatsleiter ist
Technischer Regierungsoberamtsrat.
Das Personal in der nautischen Kartographie setzt sich zusammen aus Kartographen
 (Landkartenzeichnern) aus der freien Wirtschaft, besonders befähigten Seevermessungszeichnern
 und Ingenieur-Kartographen. Die Kartographen und Seevermessungszeichner
 hatten ihre Eignung für den kartographischen Dienst in einer Probezeit
nachzuweisen. Bei Vorliegen genügender Erfahrung und der Befähigung zu selbständiger
 kartographischer Bearbeitung von Seekarten wurden sie als kartographische
Angestellte übernommen.
Zur Zeit vollzieht sich in der nautischen Kartographie ein Generationswechsel;
allein in den letzten 5 Jahren wurde fast die Hälfte des Personals durch Neueinstellungen
 ersetzt. Der heutige Nachwuchs besteht ausschließlich aus Absolventen der
kartographischen Fachhochschulen Berlin, München und Karlsruhe. Diese „Diplom-Ingenieure
 für Kartographie“ müssen sich in relativ kurzer Zeit in die besonderen
Aufgaben der Seekartographie einarbeiten. Sie werden als technische Angestellte
entsprechend ihrer Tätigkeit bezahlt. Soweit eine Übernahme in das Beamtenverhältnis
 des gehobenen technischen Dienstes erforderlich ist, werden sie nach 2% jähriger
Tätigkeit im Öffentlichen Dienst und entsprechender Bewährung als Technischer
Regierungsoberinspektor z. A. übernommen. Bereits ab 1949 wurden.im Seekartenwerk
 kartographische Lehrlinge ausgebildet. Einige von ihnen haben nach Abschluß
ihrer Lehrzeit ein Kartographiestudium absolviert und sind heute in leitender Stellung
 in der nautischen Kartographie tätig.
Nachstehend sind die Namen der leitenden Kartographen genannt, die das
deutsche Seekartenwerk seit seinem Entstehen bis heute verantwortlich mitgestaltet
haben. In den Jahren von 1861 bis 1874 war im Seekartenwerk nur ein einziger
Fachkartograph tätig gewesen, so daß man für diese Zeit noch nicht von einem
leitenden Kartographen sprechen kann.
1875 — 1888 A. Welcker
1888 — 1899 Emil Mayr
1899 — 1921 Ludwig Schmidt
1921 — 1931 Georg Zacharias
1931 — 1937 Karl Werner
1937 — 1955 Richard Dimmler
1955 — 1966 Erich Krüger
1966 — 1969 Friedrich Winters
1969 — 1973 Hans-Ludwig Henning
1973 — 1981 Joachim Rode
seit 1981 Wilfried Kappel

Inhalt und Maßstab deutscher Seekarten
Ein Auszug aus den „Richtlinien für die Bearbeitung und Fortführung der
deutschen Seekarten“ lautet: „Die Seekarten sind im Hauptzweck Hilfsmittel für die
Schiffsführung. Für ihre Gestaltung ist daher die Sicherheit in erster Linie maßgebend.
 Die Meeresgebiete werden in ihnen durch Angaben von Wassertiefen und
Tiefenlinen in ihrer Bodengestalt dargestellt, wobei alle bekannten Untiefen, Wracke
und sonstigen Schiffahrtshindernisse berücksichtigt werden. Die Landgebiete werden
nur insoweit abgebildet, wie sie die Schiffahrt interessieren. In die Seekarten werden
die der Schiffahrt dienenden Einrichtungen (Leuchtfeuer, Seezeichen, Funk- und
Signalstellen usw.) und Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung (erdmagnetische
Werte, Stromangaben, Eisgrenzen usw.) aufgenommen“
            
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