1953 Neueinrichtung der Kartengruppe „Atlantik“ und Vorbereitung der neuen
Kartengruppe „Indischer und Stiller Ozean“.
Personalstand: 38
1954 Neueinrichtung der Kartengruppe „Indischer Ozean O-Teil, Stiller Ozean“.
Die Kartengruppe „Mittelmeer“ wurde durch „Persischer Golf“ und „Rotes
Meer“ erweitert.
Personalstand: 41
1955 Abschluß der Organisation. Das Referat „Kartographie“ war in / Karten-
gruppen (Sachgebiete) gegliedert:
„Ostsee“
„Gewässer zwischen Ost- und Nordsee“
„Nordsee“
„Nord- und Westeuropäische Meere“
„Mittelmeer, Indischer Ozean W-Teil“
‚Atlantischer Ozean“
„Indischer Ozean O-Teil, Stiller Ozean“
Personalstand: 40
Der Umzug des Seekartenwerkes von Hamburg-Tollerort in den 3. Bauabschnitt
des heutigen Dienstgebäudes im Juli und August 1957 erleichterte die Zusammenar-
beit mit anderen Bereichen des DHI und förderte die Modernisierung und Rationali-
sierung der Seekartenherstellung. Dies galt sowohl für die kartographische Konzep-
tion der Kartenbearbeitung als auch für die Verfahren bei der technischen Anferti-
gung der Originale und deren Vervielfältigung. Anstelle von Karton und Kupfer trat
die transparente Kunststoffolie. Die Herausgabe mehrfarbiger Seekarten wurde von
der Schiffahrt sehr begrüßt, da dadurch die Navigation in unübersichtlichen Gebieten
wesentlich erleichtert wurde.
Zu Beginn des Jahres 1958 wurde nach intensiver Vorarbeit die neu konzipierte
Karte 1 „Zeichen und Abkürzungen in den deutschen Seekarten“ in deutscher und
englischer Sprache herausgegeben. Diese Veröffentlichung und die ständig aktuali-
sierten „Richtlinien für die Bearbeitung und Fortführung der deutschen Seekarten“
haben in der Folgezeit den Inhalt und die kartographische Gestaltung der deutschen
Seekarten wesentlich geprägt.
In den folgenden Jahren entwickelte sich das Seekartenwerk kontinuierlich wei-
ter; neue Karten kamen hinzu, veraltete wurden eingezogen. Mit einem Stand von
931 Karten deckte das Seekartenwerk im Jahre 1963 die zu bearbeitenden Gebiete
ab. Sein weiterer Ausbau in Gebiete, die bisher nicht kartiert wurden, z. B. Austra-
lien, Inselgruppen im Stillen Ozean usw. war aus wirtschaftlichen Gründen nicht
möglich. In den folgenden Jahren wurden innerhalb des kartierten Gebietes u. a.
neue Karten mit geändertem Maßstab und Blattschnitt entsprechend dem Bedarf der
deutschen Schiffahrt herausgegeben. Nicht mehr zeitgemäße Kartierungen, die in
der Vergangenheit aus militärischen oder sonstigen Gründen erfolgt waren, wurden
dabei beseitigt. So wurden das Karibische Meer (Hispaniola), die französische Atlan-
tikküste und die Ostküste Afrikas neu kartiert. Anstelle von 40 alten Karten traten
23 neue.
Eine zusätzliche wesentliche Belastung entstand dem deutschen Seekartenwerk
ab 1977 durch die Umstellung der Seekarten auf die vom Internationalen Verband
der Seezeichenverwaltungen (IALA) entwickelten neuen maritimen Betonnungs-
systeme. Die termingerechte Bereitstellung der betreffenden Karten für die Schiff-
fahrt trug wesentlich zur Sicherheit des Seeverkehrs bei.
Abnehmer der deutschen Seekarten waren bisher die deutsche Seeschiffahrt, die
Seefischerei und die Bundesmarine. In den letzten Jahrzehnten kam die Sportschiff-
fahrt als neuer Abnehmerkreis mit speziellen Bedürfnissen hinzu. Das DHI gibt
daher seit 1981 auch kleinformatige Karten für die Sportschiffahrt heraus.