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Full text: 125 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 1986

mens über den Eiswachdienst im Nordatlantik“ anfallenden Aufgaben seit 1979. Für 
das Jahr 1986 ist die Herausgabe eines Verzeichnisses der Auffanganlagen für Öle 
und ölhaltige Gemische vorgesehen. Die Angaben hierzu mußten in sehr zeitrauben- 
der Arbeit zusammengestellt werden und sollen die Schiffahrt davon in Kenntnis 
setzen, in welchen Häfen und bei welchen Firmen die Möglichkeit zur Abgabe von 
Altöl usw. besteht. 
Die Fortführung und Weiterentwicklung des vielbändigen Seebücherwerks und 
die wöchentliche Herausgabe der weltweiten „Nachrichten für Seefahrer“ erlitten 
insbesondere durch die Ereignisse des. Zweiten Weltkrieges einen schweren Rück- 
schlag. Die vorübergehende, fast völlige Ausschaltung der deutschen Schiffahrt nach 
dem Zusammenbruch hatte zwangsläufig auch ihre negativen Auswirkungen auf den 
Hydrographischen Dienst. 
Die Umwandlung in eine zivile Behörde mit den entsprechenden organisatori- 
schen Maßnahmen und erhebliche Unterbringungsschwierigkeiten behinderten zu- 
nächst zusätzlich die Arbeit. So waren gegen Kriegsende die mit den nautischen 
Veröffentlichungen befaßten Mitarbeiter größtenteils von Berlin nach Flensburg 
versetzt worden. Im Rahmen der Neuordnung des Hydrographischen Dienstes nach 
der Kapitulation erfolgte dann die Verlegung nach Hamburg, wo wegen fehlender 
Büroräume in einem Gebäude an der Rothenbaumchaussee und mit der am Neumüh- 
lenkai in Altona liegenden JUPITER eine provisorische Unterkunft geschaffen 
wurde. Dieser zu etwa 2300 BRT vermessene Dampfer war schon im Kriege zum 
Wohnschiff umgebaut und als solches verwandt worden. Ab Frühjahr 1948 wurden 
die nautischen Veröffentlichungen dann in Räumen des oberhalb der St. Pauli-Lan- 
dungsbrücken gelegenen früheren Seemannshauses (heute „Hotel Hafen Hamburg“) 
bearbeitet, und Anfang 1954 konnte man endgültig in den inzwischen fertiggestellten 
zweiten Bauabschnitt des in unmittelbarer Nachbarschaft neu errichteten und auch 
heute noch genutzten Dienstgebäudes der Bundesverkehrsbehörden umziehen. 
Kurz nach Kriegsende waren auf dem Gebiet der amtlichen nautischen Ver- 
öffentlichungen noch zehn Mitarbeiter tätig; 1946 waren es wieder 21 Personen. Mit 
der Normalisierung der Verhältnisse sowie dem erneuten Aufbau der Schiffahrt und 
dem damit steigenden Bedarf an nautisch-hydrographischen Unterlagen ging eine 
Erweiterung des Personalbestandes einher, der sich zwischen 1958 und 1979 auf 30 
bis 32 Beschäftigte belief und unter Berücksichtigung der von der Deutschen See- 
warte übernommenen Arbeiten dem der Vorkriegszeit entsprach. 
Heute sind in dem Referat „Nautische Veröffentlichungen“ insgesamt 26 Beamte 
und Angestellte beschäftigt, nämlich 24 Mitarbeiter mit dem Befähigungszeugnis 
zum Kapitän auf Großer Fahrt, ein Beamter als Inhaber des Seefunkzeugnisses 
[. Klasse und ein Sachbearbeiter für die anfallenden graphischen Arbeiten. Gefordert 
sind zur richtigen Beurteilung der jeweiligen nautischen Sachverhalte ausreichende 
Erfahrung in der Schiffsführung, zur Auswertung des unterschiedlichsten Quellenma- 
terials gute Fachkenntnisse in mehreren Fremdsprachen und zur Umsetzung der 
Auswertungsergebnisse in Manuskripte, die für eine Veröffentlichung geeignet sind, 
die Fähigkeit zur redaktionellen Arbeit. Es war und ist nicht immer leicht, entspre- 
chend qualifizierte Kräfte zu gewinnen, die sich einerseits im praktischen Bordbetrieb 
mit seinen speziellen Anforderungen bewährt haben, denen andererseits aber auch 
sine kontinuierliche, konzentrierte und systematische Arbeit am Schreibtisch liegt.
	        
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