mens über den Eiswachdienst im Nordatlantik“ anfallenden Aufgaben seit 1979. Für
das Jahr 1986 ist die Herausgabe eines Verzeichnisses der Auffanganlagen für Öle
und ölhaltige Gemische vorgesehen. Die Angaben hierzu mußten in sehr zeitrauben-
der Arbeit zusammengestellt werden und sollen die Schiffahrt davon in Kenntnis
setzen, in welchen Häfen und bei welchen Firmen die Möglichkeit zur Abgabe von
Altöl usw. besteht.
Die Fortführung und Weiterentwicklung des vielbändigen Seebücherwerks und
die wöchentliche Herausgabe der weltweiten „Nachrichten für Seefahrer“ erlitten
insbesondere durch die Ereignisse des. Zweiten Weltkrieges einen schweren Rück-
schlag. Die vorübergehende, fast völlige Ausschaltung der deutschen Schiffahrt nach
dem Zusammenbruch hatte zwangsläufig auch ihre negativen Auswirkungen auf den
Hydrographischen Dienst.
Die Umwandlung in eine zivile Behörde mit den entsprechenden organisatori-
schen Maßnahmen und erhebliche Unterbringungsschwierigkeiten behinderten zu-
nächst zusätzlich die Arbeit. So waren gegen Kriegsende die mit den nautischen
Veröffentlichungen befaßten Mitarbeiter größtenteils von Berlin nach Flensburg
versetzt worden. Im Rahmen der Neuordnung des Hydrographischen Dienstes nach
der Kapitulation erfolgte dann die Verlegung nach Hamburg, wo wegen fehlender
Büroräume in einem Gebäude an der Rothenbaumchaussee und mit der am Neumüh-
lenkai in Altona liegenden JUPITER eine provisorische Unterkunft geschaffen
wurde. Dieser zu etwa 2300 BRT vermessene Dampfer war schon im Kriege zum
Wohnschiff umgebaut und als solches verwandt worden. Ab Frühjahr 1948 wurden
die nautischen Veröffentlichungen dann in Räumen des oberhalb der St. Pauli-Lan-
dungsbrücken gelegenen früheren Seemannshauses (heute „Hotel Hafen Hamburg“)
bearbeitet, und Anfang 1954 konnte man endgültig in den inzwischen fertiggestellten
zweiten Bauabschnitt des in unmittelbarer Nachbarschaft neu errichteten und auch
heute noch genutzten Dienstgebäudes der Bundesverkehrsbehörden umziehen.
Kurz nach Kriegsende waren auf dem Gebiet der amtlichen nautischen Ver-
öffentlichungen noch zehn Mitarbeiter tätig; 1946 waren es wieder 21 Personen. Mit
der Normalisierung der Verhältnisse sowie dem erneuten Aufbau der Schiffahrt und
dem damit steigenden Bedarf an nautisch-hydrographischen Unterlagen ging eine
Erweiterung des Personalbestandes einher, der sich zwischen 1958 und 1979 auf 30
bis 32 Beschäftigte belief und unter Berücksichtigung der von der Deutschen See-
warte übernommenen Arbeiten dem der Vorkriegszeit entsprach.
Heute sind in dem Referat „Nautische Veröffentlichungen“ insgesamt 26 Beamte
und Angestellte beschäftigt, nämlich 24 Mitarbeiter mit dem Befähigungszeugnis
zum Kapitän auf Großer Fahrt, ein Beamter als Inhaber des Seefunkzeugnisses
[. Klasse und ein Sachbearbeiter für die anfallenden graphischen Arbeiten. Gefordert
sind zur richtigen Beurteilung der jeweiligen nautischen Sachverhalte ausreichende
Erfahrung in der Schiffsführung, zur Auswertung des unterschiedlichsten Quellenma-
terials gute Fachkenntnisse in mehreren Fremdsprachen und zur Umsetzung der
Auswertungsergebnisse in Manuskripte, die für eine Veröffentlichung geeignet sind,
die Fähigkeit zur redaktionellen Arbeit. Es war und ist nicht immer leicht, entspre-
chend qualifizierte Kräfte zu gewinnen, die sich einerseits im praktischen Bordbetrieb
mit seinen speziellen Anforderungen bewährt haben, denen andererseits aber auch
sine kontinuierliche, konzentrierte und systematische Arbeit am Schreibtisch liegt.