Eine internationale Koordinierung der einzelnen nationalen Seewarndienste be-
gann erst 1971. Etwa sieben Jahre später konnte ein nahezu vollständiges System
seine Arbeit zum Nutzen der Schiffahrt aufnehmen. Ein weiterer Fortschritt ist darin
zu sehen, daß seit 1983 Warnnachrichten nicht nur über Telegraphie und Sprechfunk
empfangen werden können, sondern auch durch Funkfernschreiber.,
Eine der wichtigsten Aufgaben im nautischen Nachrichtenwesen wird es künftig
sein, nach weiteren Möglichkeiten zu suchen, den Nautiker an Bord noch schneller
und besser als bisher zu unterrichten und den Aufwand für die laufende Richtig-
haltung der amtlichen Karten und Bücher so klein wie möglich zu halten. Vor dem
Hintergrund der sich schnell entwickelnden rechnergestützten Kommunikationstech-
niken muß erwogen werden, wie der Schiffahrt in Zukunft ein möglichst zweck-
mäßiger Zugang zu allen geforderten nautisch-hydrographischen Daten geschaffen
werden kann. Zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, daß das DHYI seit 1982
regelmäßig Berichtigungen direkt aus einer beim US-amerikanischen hydrographi-
schen Dienst eingerichteten Datenbank abfragt, um den Nachrichtenfluß zu beschleu-
nigen. Veränderungen an der nordamerikanischen Küste können den deutschen
Seefahrern somit etwa drei Wochen früher bekanntgegeben werden, als dies bei dem
sonst üblichen Austausch der Meldungen auf dem Postweg möglich ist.
Allgemeine Angelegenheiten
Neben der Bearbeitung der nautischen Veröffentlichungen im engeren Sinne
fallen zusätzliche Arbeiten an, die häufig sehr umfangreich sind. Es würde im Rah-
men dieser Darstellung zu weit führen, alle diese Tätigkeiten detailliert zu behandeln;
die folgenden Hinweise auf einige Beispiele mögen genügen.
Die nach dem Zweiten Weltkrieg in den europäischen Gewässern erforderlichen
Minenräumarbeiten hielten nicht Schritt mit der rasch wieder aufblühenden Schiffhrt.
Es wurden daher zunächst minenfreie, sogenannte Zwangswege geschaffen, um die
wichtigsten Seewege: zu öffnen. Der Schiffahrt bekanntgegeben wurden diese Maß-
nahmen unter anderem in Form von Beilagen zu den „Nachrichten für Seefahrer“ ab
1946 und seit 1950 in den vom DHI herausgegebenen Heften „Minengefahr und
Zwangswege in der Ostsee“ bzw. „in der Nordsee“. Zusätzlich erschien 1961 ein
geographisch erweitertes Verzeichnis „Minengefährdete Gebiete“. Ab 1967 wurden
alle diesbezüglichen Angaben in dem Ringbuch „Minengefährdete Gebiete und Ab-
gesuchte Wege“ zusammengefaßt. Diese laufend zu berichtigende Veröffentlichung
hatte Bestand bis 1975. Erst dann waren die Verhältnisse so, daß man die „Minenge-
fahr in den europäischen Gewässern nicht mehr höher einzuschätzen hatte als die
übrigen Gefahren der Schiffahrt“.
Eine weitere vorübergehend wahrzunehmende Aufgabe waren die von 1964 bis
1977 übertragenen Tätigkeiten in Verbindung mit dem Erteilen von Genehmigungen
für die Gewinnung von Bodenschätzen und für Forschungsvorhaben hinsichtlich der
Nutzung und Benutzung der Gewässer und des Luftraumes über dem deutschen
Festlandsockel.
Zu nennen sind ferner die Bearbeitung und jährliche Herausgabe des Heftes
„Winterbetonnung der Küstengewässer der Bundesrepublik Deutschland“ seit 1955,
die bei Bedarf fällige redaktionelle Bearbeitung des vom Bundesverkehrsministerium
herausgegebenen Internationalen Signalbuchs seit 1968, die Bearbeitung und lau-
fende Verbesserung des Seefahrtstandardvokabulars mit in der Schiffsführung ge-
bräuchlichen Redewendungen in Deutsch und Englisch seit 1977, die Zusammenstel-
lung und Herausgabe der Broschüre „Sicherheit in der Sportschiffahrt im Seebereich“
seit 1978 sowie die Wahrnehmung der im Rahmen des „Internationalen Übereinkom-