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Volltext: 125 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 1986

hervorragende Leistungen werden durch Buchprämien oder — in besonderen Fällen 
— durch Verleihung der Seewart-Medaille gewürdigt. Seit der Stiftung der Medaille 
im Jahre 1964 wurde sie bis einschließlich 1985 zwölfmal in Silber und 36mal in 
Bronze vergeben. (Die „alte“ Seewarte-Medaille, die vor 1945 von der Deutschen 
Seewarte ihren Aufgaben entsprechend nicht nur für die freiwillige Mitarbeit auf 
nautisch-hydrographischem, sondern insbesondere auch auf maritim-meteorologi- 
schem Gebiet verliehen wurde, erhielten zwischen 1881 und 1942 insgesamt zwei 
Personen in Gold, 115 in Silber und 398 in Bronze.) 
Die Seewart-Medaille würde am 24. März 1964 vom Bundesminister für Verkehr für langjährige 
freiwillige Mitarbeit auf See im nautisch-hydrographischen Bereich sowie für besondere Verdien- 
ste auf dem Gebiet der Sicherheit der Seefahrt gestiftet. Obgleich in den vergangenen Jahrzehn- 
ten die internationale Zusammenarbeit der Hydrographischen Dienste wesentlich verbessert 
wurde, ist das daraus resultierende Informationssystem noch nicht lückenlos. Daher ist die 
‘reiwillige Mitarbeit der Seefahrer, die über die Naturverhältnisse auf See, über Navigationsein- 
-ichtungen aller Art sowie über die Küsten und Häfen mit ihren navigatorischen Besonderheiten 
berichten, nach wie vor von Wichtigkeit für die Fortführung und Aktualität der amtlichen 
Seebücher und Seekarten. Auch heute noch hängt somit die Erfüllung der Aufgaben des DHI im 
aautisch-hydrographischen Bereich nicht zuletzt von dem Beitrag seiner chrenamtlichen Helfer 
an Bord als seinen Berichterstattern aus aller Welt ab 
Die gedruckten „Nachrichten für Seefahrer“ erreichen die Schiffsführung auf 
dem Postweg und damit im allgemeinen mit einiger Verzögerung. Um die Schiffahrt 
über sehr wichtige Vorkommnisse schnellstens in Kenntnis zu setzen, wurde mit dem 
Aufkommen der Funktelegraphie damit begonnen, sogenannte Nautische Warnnach- 
richten auszustrahlen. Eine erste derartige Meldung wurde in Deutschland am 
21. März 1910 von Norddeich Radio abgesetzt. 
Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges veranlaßten die Wasser- und Schiffahrts- 
behörden die Ausstrahlungen für ihre Zuständigkeitsbereiche, im August 1947 ging 
diese Aufgabe in der Bundesrepublik an das DHI über. Bis zum Jahre 1971 nahm die 
damalige Abteilung „Nautische Veröffentlichungen“ des DHI die Bearbeitung der 
Nautischen Warnnachrichten und ihre Weiterleitung an die Küstenfunkstellen direkt 
wahr. Heute führt die Seewarndienstzentrale Cuxhaven diese Aufgabe durch; die 
Zentrale untersteht personell dem Wasser- und Schiffahrtsamt Cuxhaven, fachlich 
jedoch weiterhin dem DHI. Im Jahre 1984 wurden 699 Nautische Warnnachrichten 
über die Küstenfunkstellen verbreitet, außerdem übermittelte man 3591 Einzeldurch- 
sagen über Rundfunksender.
	        
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