accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 125 Jahre amtliche deutsche Hydrographie 1861 - 1986

Mit diesem Verfahren waren bei einer Wassertiefe bis 12 m pro Minute etwa 6 Tie- 
fenmessungen möglich. Für Tiefen bis zu 200m wurden Handwinden mit einem 
Meterrad, für größere Tiefen besondere Lotmaschinen eingesetzt. In diesen Fällen 
mußte die Fahrt des Vermessungsschiffes gestoppt werden, damit der Lotdraht unge- 
fähr lotrecht verlief und die gelotete Tiefe genügend genau erhalten wurde. Eine 
Drahtlotung bis zu einer Tiefe von 3000 m dauerte etwa eine Stunde. 
Kurz nach dem ersten Weltkrieg kam in Deutschland die Entwicklung des ersten 
brauchbaren Echolots zum Abschluß. Ein verbessertes Echolot kam auf dem Ver- 
messungsschiff „Meteor“ zum Einsatz, doch wurden neben den am Echolot abgelese- 
nen Tiefen bei stilliegendem Schiff die kleine und die große Lucas-Lotmaschine 
(mechanische Tiefenmessung mit Klaviersaitendraht) verwendet. Verfahren zur Auf- 
zeichnung der mit dem Echolot gemessenen Wassertiefen auf einem Diagramm 
wurden bereits vor dem zweiten Weltkrieg erprobt, doch erst 1951/52 kam nach 
weiteren Verbesserungen diese neue Loteinrichtung auf dem Vermessungs- und 
Forschungsschiff „Gauss“ erstmals zum Einsatz. Die hiermit gewonnenen Vermes- 
sungsergebnisse waren so gut, daß in den Folgejahren alle Vermessungsschiffe des 
DHI mit Echolotschreibern ausgerüstet wurden. Heute werden moderne Vermes- 
sungsecholote eingesetzt, die mit Ultraschallfrequenzen von etwa 15 bzw. 200 kHz 
arbeiten. Die Lotfolge beträgt etwa 10 pro Sekunde. Während der Fahrt des Schiffes 
wird das Tiefenprofil auf Lotstreifen (Echogramm) registriert; die Tiefenwerte kön- 
nen zusätzlich digital gespeichert werden. 
Früher mußten sämtliche beobachteten Meßwerte einschließlich der von Hand 
geloteten Wassertiefen handschriftlich notiert werden. Erst mit der Einführung auto- 
mationsfähiger Methoden (Decca, Echolot) nach dem zweiten Weltkrieg wurde eine 
automatisierte Datenerfassung möglich. Man begann Anfang der 70er Jahre nach der 
Indienststellung der „Komet“, die digitalisierten Decca- bzw. Hi-Fix-Werte mit Hilfe 
eines sogenannten „Punchlogs“ zusammen mit der Uhrzeit auf Lochstreifen zu regi- 
strieren. Gleichzeitig wurde im Takt der Registrierung auf dem Echogramm eine 
strichförmige Zeitmarke erzeugt, die zunächst durch Stempelung von Hand, später 
durch automatische Beschriftung mit der Uhrzeit und den Hyperbelwerten des Funk- 
ortungsempfängers versehen wurde. Nach der manuellen Beschickung der auf dem 
Echogramm aufgezeichneten Wassertiefen auf Kartennull wurden die Echogramm- 
tiefen mit einem halbautomatischen Auswertegerät digitalisiert: 
Die weitere Datenverarbeitung geschah auf der Zentralen Rechenanlage des 
DHI. Die Zuordnung der Positionen zu den Wassertiefen erfolgte über die registrier- 
ten Zeiten. Nach einer Umformung und Aufbereitung wurde ein weiterer Lochstrei- 
fen ausgegeben, der als Steuerstreifen für einen numerisch gesteuerten Zeichentisch 
(Aristomat 8446) diente. Er enthielt die notwendigen Befehle zum Anfahren und 
Markieren der Positionen in der Karte sowie zur Beschriftung und zum Schreiben der 
Tiefenzahlen. 
Heute werden die vom Syledis-Empfänger berechneten Gauß-Krüger-Koordina- 
ten mit der Uhrzeit und — falls gewünscht — mit digitalen Wassertiefen auf Magnet- 
bandkassetten gespeichert. In diesem Falle sind bis auf die Beschickung alle für die 
Erzeugung von Arbeitskarten benötigten Meßwerte auf einem Datenträger vorhan- 
den. Das Echogramm, das auch geschrieben wird, wenn digitale Tiefen registriert 
werden, wird automatisch mit Zeiten und Koordinaten beschriftet. Es dient bei der 
späteren Auswertung (Konstruktion von Tiefenlinien) zur Interpretation und Kon- 
trolle. Sollte die Magnetbandkassette verlorengehen oder zerstört werden, können 
alle benötigten Daten aus dem Echogramm rekonstruiert werden. In Gebieten mit 
unebenem Meeresboden wird auf die Registrierung digitaler Tiefen verzichtet. Die in 
der Arbeitskarte darzustellenden Tiefen werden wie früher durch halbautomatische 
Digitalisierung des Echogramms gewonnen. Neu ist, daß die Beschickung der Tiefen 
mit Hilfe eines Programms auf der Rechenanlage ausgeführt wird.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.