Die Bearbeitung dieser und später aufgenommener Teilgebiete zeigte einige
Mängel, so daß 1886 S. M. S. „Habicht“ mit einer Kontrolle der bisherigen Vermes-
sungen und ihrer Weiterführung beauftragt wurde. Die Tätigkeit wurde jedoch bald
abgebrochen.
Bis 1891 wurde nur sporadisch je nach Gelegenheit gearbeitet, ohne daß die
einzelnen Vermessungen aneinander angeschlossen waren oder daß sie Unterlagen
zu genauen Karten geben konnten.
Im Jahre 1891 nahm S. M. S. „Hyäne“ zum ersten Male den inneren Teil des
Kamerunflusses, den sogenannten „Hafen von Kamerun“ auf.
Außerdem traf 1891 das zum Vermessungsschiff umgerüstete Kanonenboot
„Möwe“ auf der Ostafrikanischen Station ein. In der Folgezeit wurden bis 1894 der
nördliche Teil des Schutzgebietes, die Usambara-Küste von Kirui bis Kwale, das
Gebiet von Tanga bis Pangani und die Lindi-Bucht vermessen.
1893 schickte man ein Vermessungsdetachement nach Kamerun. Bis Ende April
1894 gelang es, das ganze Gebiet bis zur Suelaba-Spitze — Kap Kamerun neu auszulo-
ten und die Küstenlinien durch genaue Meßtischaufnahmen festzulegen. Die Fortfüh-
rung der Vermessung begann Ende 1895 mit dem Peilboot „Kamerun“. Es wurde
von Kap Kamerun aus die Küste über das Bimbia-Flach nach Norden bis einschließ-
lich der Ambas-Bucht aufgenommen und das Seegebiet bis zur 20-m-Tiefenlinie
ausgelotet.
In der Südsee traf 1895 das S. M. Vermessungsschiff „Möwe“ in Jaluit (Mar-
schall-Inseln) ein, um dort zunächst im Bismarck-Archipel und in Neu-Guinea
Punkte für spätere Vermessungen festzulegen. Die Vermessung begann mit der
Aufnahme der wichtigsten Häfen und Seewege an der Küste von Neu-Guinea und im
Bismarck-Archipel.
1906 begann das S. M. S. „Planet“ bei den Hermit-Inseln mit den Vermessungen
der wichtigsten Häfen und Schiffahrtsstraßen (die Wege zwischen Neu-Guinea und
der Gazelle-Halbinsel auf Neu-Pommern und die Fahrt zwischen den Hauptinseln
des Bismarck-Archipels vom Georgs-Kanal nach Norden). Zwischendurch wurden
auch andere Vermessungen, wie z. B. der Phosphat-Insel Angaur und der Ostküste
von Bougainville durchgeführt.
1898 lotete das S. M. Vermessungsschiff „Wolf“ in Südwestafrika die Lüderitz-
bucht bis zur Linie Angra-Spitze — Seehundsinseln aus. Von 1899 bis 1904 wurde
dann von Lüderitzbucht ausgehend die Küste südlich bis Pomona und nördlich bis
Ichabo aufgenommen und das Seegebiet bis zur 100-m-Tiefenlinie ausgelotet.
Im Kamerun übernahm ab 1898 ebenfalls das S. M. Vermessungsschiff „Wolf“
die Fortführung der Arbeiten.
Bis 1905 wurden die Arbeiten beendet und durch eine Hochseevermessung von
der 20- bis zur 100-m-Tiefenlinie ergänzt. Seitdem sind gelegentliche Neuvermessun-
gen durch S. M. S. „Sperber“ ausgeführt worden und eine Kontrollvermessung der
Innenbarre vor Duala und der Manoka- und Suelaba-Bucht in den Jahren 1908 und
1909
Vom Kiautschou-Gebiet (Ostasien) gab es 1897 nur veraltete, ausländische Kar-
ten. 1898 bildete man eine besondere Behörde, die „Vermessung Kiautschou“, für
das Land- und Seegebiet. Ende 1899 waren die Arbeiten beendet.
Im Anschluß daran wurde 1904 mit S. M. S. „Tiger“ die Küste und die Inseln von
Kap Yatau bis zum Tingtsi-Fluß aufgenommen und das Seegebiet ausgelotet.
Im Jahre 1908 führte S.M.S. „Iltis“ eine Hochseevermessung zwischen der
Yangtse-Mündung — Tschingtau aus.
Von 1908 bis 1910 begann die Fortführung der Vermessungen in Südwestafrika
mit den Stationskreuzern S.M.S. „Sperber“ und „Panther“. Beide Schiffe haben
dafür kleine Vermessungsdetachements an Bord bekommen. Es erfolgten eine flüch-
tige Aufnahme der ganzen Küstenstrecke von der Kunene- bis zur Orange-Mündung
and genaue Vermessungen einzelner Teilgebiete.