Kartographie und Hydrographie der Küste von Ober-Guinea,
was auf das Vorhandensein einer periodischen Aenderung deutet, die sich im
Laufe eines Jahres vollzieht. Auch diese „Jährliche Variation“ ist in voll-
kommener Uebereinstimmung mit dem, was an anderen Orten gefunden wurde.‘)
Eine genauere Ableitung dieser und anderer sich aus den Beobachtungen er-
gebender Resultate mufs einem anderen Orte und der Bearbeitung weiterer
Jahrgänge von Beobachtungen vorbehalten bleiben.
Das Detail der Beobachtungen, aus welchen die obigen vorläufgen Re-
zultate gezogen worden sind, wird als ein Theil des von der Deutschen Polar-
Kommission herauszugebenden Werkes über die Ergebnisse der Arbeiten auf
den Deutschen internationalen Polar-Stationen erscheinen.
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Beiträge zur Kartographie und Hydrographie der Küste von Ober-
Guinea zwischen Kamerun und Accra.”
(Nach den Berichten S. M. SS. „Olga“, Kommandant Korv.-Kapt., Bendemann, und „Bismarck“,
Kommandant Kapt. z. See Karcher.)
Auf der Fahrt sowie während des Aufenthalts S. M. S. „Olga“ an der
Sklaven- und Gold-Küste wurden folgende Bemerkungen gemacht:
I. Die in der Karte Tit, VI, No. 128 (Br. Adm., K. 1860) angegebene
Strandlinie hat die richtige Richtung, sie scheint aber nach den angestellten
Breitenbeobachtungen *!/a bis %/4 Sm südlicher zu liegen wie angegeben,
II. Die in der Karte von Great Popo bis Quitta angegebenen Ortschaften
axistiren theilweise nicht mehr; dafür sind andere neue hinzugekommen, welche
nicht in der Karte verzeichnet sind; soweit es möglich war, sind über diese
Fehler der Karte Erkundigungen eingezogen worden, welche zu folgendem
Ergebnifs geführt haben:
a) Der Durchbruch der Lagune bei Great Popo liegt nicht an der ange-
gebenen Stelle, sondern auf ca 6° 17‘ N-Br und 1° 59’ O-Lg; seine Richtung
ist nicht, wie die Karte angiebt, NO—SW, sondern ungefähr NW—SO.
b) Das zwischen Great Popo und Ahgwey bei Bae in der Karte ver-
zeichnete grofse weiße Haus existirt nicht mehr, die Handelsstation daselbst
ist aufgegeben und das Haus abgebrochen.
c) Ahgwey (sprich Aguch) hat kürzlich eine Kirche (französische katho-
lische Mission) erhalten, welche, aus rothen Steinen erbaut, dicht am Strande
steht und, da sie die einzige an der Küste ist, ein gutes Unterscheidungsmerkmal
für den Platz abgiebt.
Der viereckige Thurm steht an der Westseite des Gebäudes. Westlich
von ihm und etwas näher dem Strande liegt eine zweistöckige Faktorei (weißes
Gebäude mit Veranden).
d) Little Popo ist an seiner grofsen Ausdehnung sowie an der Stattlich-
keit seiner Gebäude leicht zu erkennen; das westlich dicht daneben liegende
Fishtown (ein groflses weißes Haus mit rothem Ziegeldach, ähnlich unseren
Bauernhäusern), sowie die von Osten herüberschimmernden weifsen Gebäude
von Ahgwey sind für den Platz charakteristisch. Die an Bord S. M. S. „Leipzig“
im Jahre 1884 angefertigte Vertonung?) giebt ein ziemlich gutes Bild des
Platzes.
Der in der Karte angegebene Ankerplatz ist gut und ist auf der Rück-
reise von S. M. S. „Olga“ benutzt worden.
1) Walker: S. 54 ff.
2) Siehe auch Annalen 1883, S. 647; 1884, S. 193, 262, 488, sowie 1885, Heft III, Tafel 5.
-— Africa Pilot, Part I. 1880. S. 267 u. £f£. — The West Coast of Africa, Part IL Washington
1875. S. 165 u, f. — Findlay’s South Atl. Ocean 1883. S. 595 u. f.
3) Siehe Annalen 1885. Heft III. Tafel 5.