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VORWORT
Seit Mitte des Jahres 2010 stehen die Zeichen
auch an der Küste auf Wachstum, vorsichtiger
Optimismus darf wieder sein. Die Veränderung ist
sichtbar: Beim Blick aus meinem schön gelegenen
Büro oberhalb der Landungsbrücken in Hamburg
sehe ich gut abgeladene Schiffe vorbeiziehen. Die
zahlreichen Auflieger des vorletzten Jahres sind
verschwunden.
Mitzuhelfen, Schifffahrt und maritime Wirtschaft
weiter zu stärken, steht beim Bundesamt für
Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) ganz
oben auf der Agenda. Mit unseren zuverlässigen
Service- und Beratungsleistungen wollen wir mit
dazu beitragen, die Schifffahrt noch sicherer und
umweltfreundlicher zu machen sowie für ein Stück
mehr an Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu sor
gen. Ein Beispiel ist das so genannte OPTEL-Pro-
jekt (Operationelles Tideelbe-Modell), das im Jahr
2010 im BSH zusammen mit dem DWD, der BAW
und der HPA entwickelt wurde. Ziel sind räumlich
und zeitlich hoch aufgelöste Wasserstands- und
Strömungsvorhersagen im Einzugsbereich der
Tideelbe. Und: Je genauer die Vorhersagen,
desto effizienter können in die Elbe einlaufende
Schiffe z. B. mit Containern beladen werden.
Auch draußen vor unseren Küsten braucht die
Schifffahrt präzise Informationen, wo und mit
wieviel Tiefgang sichere Fahrt möglich ist. Unser
bewegter Meeresgrund und die zahlreichen
Wracke in unseren Gewässern machen häufiges
Nachmessen der Wassertiefe, Bewerten der
Ergebnisse und Korrigieren der Seekarten not
wendig - eine Aufgabe, die das BSH seit fast
150 Jahren zuverlässig wahrnimmt.
Technik und Methodik haben sich aber weiterent
wickelt - der Einsatz ferngesteuerter Unterwas
serfahrzeuge oder die computergestützte Darstel
lung des Meeresbodens in einem 3D-Modell sind
Neuerungen, die ein deutliches Mehr an Sicher
heit produzieren können.
Ständig weiter an Bedeutung gewinnt die Erschlie
ßung neuer Energiequellen auf See: z. B. die
Offshore-Windenergie. Auch bei den Genehmi
gungsverfahren ist unser Wissensschatz über das
Meer Teil des Erfolgs. Wie wichtig es ist, sich von
herkömmlichen Energiequellen unabhängiger zu
machen, wurde uns 2010 vor Augen geführt mit
PREFACE
Since the middle of 2010, the coastal industry
has shown signs of growth, warranting cautious
optimism. Change is visible: the impressive view
from my office window overlooking the Hamburg
Landing Stage shows fully laden ships passing
by. The large number of ships laid up two years
ago have disappeared.
Continued support to the shipping and maritime
industries - this is at the top of the agenda at
Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie.
By providing reliable services and consultation,
we contribute toward making shipping safer,
improving its environmental footprint and enable
it to achieve better efficiency and cost-effective
ness. One example of this is the OPTEL project
(operational model of the tidal river Elbe), which
was developed at the BSH in 2010, in co-oper-
eration with DWD, BAW, and HPA. The purpose
of the project is to achieve high temporal and
spatial resolution for water level and current
forecasts issued for the area of the tidal river
Elbe. Because the more precise the forecasts,
the more efficient the scheduling of, e.g., laden
container ships approaching the river Elbe.
Shipping depends on reliable information on
where, in relation to a ship’s draught, safe
navigation is possible, not only in the river
Elbe but also in our coastal waters. The highly
variable seabed and the numerous wrecks in
our waters require periodical repeat surveys of
water depths, thorough evaluation of results, and
corrections to the official navigational charts -
a task which the BSH has performed with high
precision for nearly 150 years now.
The technologies and methods we use continue
to change and evolve. Novel technologies like
the deployment of remotely operated underwa
ter vehicles or computer-aided mapping of the
seabed in a 3D model clearly benefit the safety
of navigation.
The harnessing of regenerative energy sources
at sea has been growing in importance, for ex
ample offshore wind energy production. Also in
this field - the conduct of approval procedures
for offshore installations - our vast expert
knowledge is an invaluable asset. In 2010, the
explosion of the “Deepwater Horizon” offshore