Kleinere Mitteilungen,
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8b; Es wird ein leichter Hauch aus NW spürbar, Hin und wieder erscheinen
zwischen Nebelschleiern besonnte Gipfel und rostfarbige. Höhenwälder. Bald
danach zeichnen sich 60° bis 70° hoch im NE fein gegliederte Cirren ab, die
einem Farnwedel ähnlich angeordnet sind und sich langsam nach NE zu bewegen
scheinen. Diese nehmen bis um 10% an Umfang zu, Der Wind ist mit Stärke 1
gegen 9h auf südliche Richtungen umgeschlagen und pendelt zwischen SSE und
SSW. Unregelmäßig erfüllen die Schwaden des sich zerteilenden und auflösenden
Nebels nun ringsum die Station, die Fjordsenke und die ganze Talniederung.
Die Sicht am Boden beträgt 20 m bis 100 m. In etwa 20° Höhe ist nun im SW
der lockere und zerteilte Oberrand eines Acu-Aufzugs zu erkennen. Der Boden
dampft überall unter der Einwirkung der ersten blendenden Sonnenstrahlen.
Beinahe zusehends scheint sich der Tau an den Gräsern zu vermehren. — Unter
Bevorzugung der südlichen wechselt der Wind mit gleichbleibender Stärke dauernd
seine Richtung. — Bis 9°°h ist die Auflösung der Bodennebel rasch fortgeschritten.
Nur eine Nebelbank, die den Flußlauf kennzeichnet und sich in südlicher Rich-
tung über dessen Mündung hinaus ungefähr 2 km auf den Fjord verlängert,
erweist sich als beständiger und nimmt immer schärfere Umrisse an. Der Acu-
Aufzug hebt sich langsam empor und dehnt sich zu gleicher Zeit weiter nach W
aus. Er bedeckt bereits mehr als %,, des Himmels, An seinem Unterrande sind
zwischen den Bergen der Isla Magdalena schmale Spalten unbedeckten Himmels
zu sehen, Der letzte über der Flußmündung lagernde Nebelstreifen löst sich
im Laufe der nächsten halben Stunde vom Grunde ab und schwindet bald.
Silbern glänzen die Dampfschleier, die von Rodungswiesen und Schindeldächern
aufsteigen, im kräftig wärmenden Sonnenscheine, — 10h: Bei schwacher Luft-
bewegung aus wechselnder Richtung haben die ungewöhnlich vielgestaltigen und
feingliedrigen Cirren, zwischen denen sich auch cirrostratusähnliche Teile ge-
bildet haben, stark zugenommen, Sie bedecken jetzt etwa ?/,, und beherrschen
die nördliche Himmelshälfte. Die Sonnenstrahlung wird auch durch die ver-
streuten Cist-Flächen nicht merklich vermindert.‘ Die Luftbewegungen sind so
schwach, daß der Fjordspiegel glatt bleibt. Der Acu-Aufzug hat 90° erreicht.
In seinen aufgehellten und gelockerten oberen Teilen ähnelt er einem aus Cu
entstandenen Steu. Über dem südlichen Horizont ist ein dünner, hellgrauer Ast
entstanden, vor dem einige strichförmig erscheinende Acu stehen.
Die Gesamtbedeckung beträgt jetzt 5/9. — Bei unruhigem N-Wind mit
Stärke 2 sind um 11b bereits ®%,, des Himmels von Acu bezogen. Ci und Cist
sind demgegenüber bis auf geringe Reste verschwunden. Der böige Norder frischt
im Laufe der nächsten Stunde auf 8 auf, während die Bewölkung besonders in
der südlichen Himmelshälfte an Dichte zunimmt und in größeren Teilen Ast-
Charakter gewinnt. Nur in der etwas lockerer bewölkten Nordhälfte ist noch !/,9
unbedeckt. — Gegen 13h treten an den Hängen der Täler im SW die ersten
Niederschlagsschleier auf. Eine halbe Stunde später fallen auch am Beobachtungs-
orte einzelne Tropfen, deren Größe beinahe zu gering ist, um von Regen zu
sprechen. — Die nunmehr vorherrschende Ast-Bewölkung senkt sich mehr und
mehr und sondert gleichzeitig unterseits grobe steu-artige Wülste ab. — Am
Mittagstermin, um 14h, weht vorübergehend ein unruhiger SW mit Stärke 1.
Der „Nieselregen“ hat aufgehört, und an den westlichen Hängen sind in 200 m
bis 300 m Höhe kleine Freu-Flocken entstanden. — Bei fortschreitender Senkung
der Wolken wird um 16h der 2000 m hohe Schatzberggipfel verschleiert. Die
Bedeckung zeigt nun eine Übergangsform zwischen Steu und St. Nach vorüber-
gehender Windstille erhebt sich eine halbe Stunde später ein so leiser Hauch
aus SSE, daß der Fjordspiegel glatt bleibt, Der Grund des Thortals ist völlig
von Fst ausgefüllt. Die Freu-Flocken im W haben sich nur wenig vermehrt
und vergrößert. — 17b: Es setzt wieder leichter, feiner Regen ein. Die
spiegelglatte Fjordoberfläche weist (17%) eine Temperatur von 8.9° auf. — In
der früh einsetzenden und lang anhaltenden Dämmerung wird die bei solchem
Wetter besonders stark auffallende Farbenarmut der Landschaft nur durch
die herbstliche Laubfärbung in Höhen bis 900 m gemildert. In den späten
Nachmittagsstunden scheint eine in der Talsenke kreisende sehr schwache