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Aus dem Archiv der Deutsehen Seewarte und des Marineobservatoriums •— 59. Band, Nr, 2
beeinflussenden, typischen Wetterlagen herauszuschälen und ihre Häufigkeit zu untersuchen. Für jeden Monat der
8 Jahre wurden Wetterlagentabellen angelegt, damit für jeden in irgendeiner Hinsicht charakteristischen Tag die
Wetterlagen angegeben werden konnte. Eine Tabelle der mittleren Häufigkeitszahlen der 22 einzelnen Wetterlagen
in den einzelnen Monaten ergab die „normale“ Wettergestaltung. Für abweichende Einzeljahre wurde deren
Wetterlagentabelle in Beziehung zur „normalen“ gestellt. Besonders charakteristische Einzeljahre, Einzelmonate
und Einzeltage wurden eingehend besprochen. Diese Art der Behandlung des ursächlichen Zusammenhanges von
Wetterablauf und klimatischen Mittelwerten ist für Ostasien in europäischer Sprache noch nicht veröffentlicht.
Auf Grund der regionalen Unterschiede des Klimas wurde eine Einteilung des gesamten bearbeiteten Ge
bietes in einzelne Klimaprovinzen vorgenommen. Hier wurden wieder nicht hauptsächlich die Mittelwerte oder der
normale Wetterablauf, sondern einzelne besonders charakteristische Jahresreihen und Einzeltage in bezug auf ihre
regional verschiedene Wirkung betrachtet.
Es sei nochmals besonders betont, daß das japanische Urmaterial äußerst exakt und fehlerlos veröffentlicht
worden ist.
Die Ergebnisse der drei Hauptteile dieser Arbeit seien folgendermaßen zusammengefaßt:
1. Alle Stationen zeigen durchschnittlich in den Wintermonaten eine starke Nordkomponente in ihrer
Windrichtung; bei der Sommerwindrichtung ist die südliche Komponente nicht überwiegend ausgeprägt, da der
Sommermonsun erheblich von Zyklonen und Taifunen gestört wird.
2. Die Januartemperaturen weisen einen starken Nord-Süd-Anstieg auf: —5,9° bis +5,8°; die August
temperaturen sind annähernd überall gleich: 25,1° bis 26,8°. Die mittleren Jahrestemperaturen schwanken zwischen
10,3 und 15,4°; die mittleren Jahresamplituden zwischen 20,6° und 31,1°. Das Mittel aus der Differenz der beiden
Extremtemperaturen in allen Beobachtungsjahren aller südkoreanischen Stationen beträgt 57,4°. Stationen der
Ostküste verzeichnen durchschnittlich um 1° höhere Temperaturen als Stationen der Westküste in gleicher geogra
phischer Breite.
3. Reichliche Niederschläge (über 1200 mm im Jahr) empfängt der mittlere Teil des Nordwestens, der
mittlere Westen und die gesamte Südküste; hier liegt Katö mit dem durchschnittlichen Maximum an Niederschlag
von 1564 mm. Im nordöstlichen Teil des Beckens zwischen Mittel- und Hauptkette werden die kleinsten Jahres
niederschlagsbeträge registriert: der durchschnittliche Minimalwert in Seiyö beträgt 852 mm. Die Abweichung der
Niederschlagsmenge in den Einzeljahren vom Mittel ist recht beträchtlich; die durchschnittliche Schwankung aller
Stationen erreicht +54% und —40% des Mittelwertes. Auf die Wintermonate Dezember, Januar, Februar ent
fällt im durchschnittlichen Jahresablauf das monatliche Minimum, auf den Juli das durchschnittliche monatliche
Maximum.
4. Der jahreszeitliche Ablauf des Klimas ist vor allem in den extremen Monaten durch die Temperatur-
bzw. die dadurch bedingten Luftdruckunterschiede zwischen dem Festland und dem Meer bestimmt. Zyklonen, die
auf 6 verschiedenen Bahnen (siehe Seite 28) Korea beeinflussen, stören in allen Jahreszeiten den Monsunrhythmus
und erzeugen die Niederschlagsmengen. Taifune, als besonders kräftige Tiefdruckwirbel, sind als Störungen des
südkoreanischen Wetters auf Juli bis Oktober beschränkt (siehe Seite 29).
Im Hauptwintermonat, dem Januar, ist das Luftdruckgefälle Festland—Meer am stärksten und stabilsten
ausgebildet: der durchschnittliche Druck über dem Festland beträgt 780 mm, derjenige über dem Meer 750 mm;
von den 22,6 Mwx-Wetterlagen gehören 9,2 Tage Mwx 1 -Typen an. Im Februar läßt die Stabilität und die Stärke
des Festlandshochs etwas nach: 6,1 Mwx,-Tage. Die Druckverhältnisse des März zeigen das Ende des Winters an;
die Zyklonenstörungen werden häufiger: 4,6 Mwx x - gegenüber 9,9 Tx 2 -Wetterlagen. Im April sind die winterlichen
Druckunterschiede im Begriff sich auszugleichen. Besonders häufig treten kleine Tiefdruckwirbel in der Man
dschurei und weiter nördlich auf: 8,7 Ta 2 -Wetterlagen von den 16,6 Tx 2 -Tagen. Im Mai kommt es meist noch
nicht zum ausgeprägten Sommermonsunsystem, die Tiefdruckwirbel in der Mandschurei werden zwar noch häufiger,
aber noch an durchschnittlich 2,3 Tagen ist Mwx 2 -Wetterlage ausgeprägt. Im Juni ist das Festlandsminimum in
der Mongolei und der Mandschurei voll ausgebildet, im Kern durchschnittlich 752 mm Druck; das ozeanische
Maximum weist im Kern durchschnittlich 766 mm auf. Die Zahl der Msx^Tage beträgt nur 2,9 gegenüber
14,7 Msx 2 -Tagen. 6,2 Tx 2 -Wetterlagen bringen den sommerlichen Regen. Noch stärker wird das sommerliche
Druckgefälle im Juli, die extremen Luftdruckwerte betragen 750 bzw. 768 mm. Neben 5,5 Tx 2 -Wetterlagen
(Zyklonen) erzeugen jetzt auch noch 1,6 Txx-Wetterlagen (Taifune) den sommerlichen Niederschlag. Der August
ist nur insofern vom Juli verschieden, als die Taifunhäufigkeit beträchtlich größer wird: 6,4 Tage im Durchschnitt.
Der letzte Monat der warmen Jahreszeit ist mit dem September gekommen. Am Ende dieses Monats macht sich