GOOS-Workshop: Zusammenfassung und Ergebnisse der Themenkreis-Beratungen
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Themenkreises II: Ressourcennutzung und Meeresumweltschütz
Vorsitzender: Prof. Dr. Schnack, IfM Kiel
Berichterstatter: Dr. J. Voß, LANU des Landes Schleswig-Holstein
Herr Dr. Hubold machte in seinem Vortrag deutlich, daß die Fischerei erheblichen
Einfluß auf marine Ökosysteme nimmt. Um eine nachhaltige Nutzung lebender
Ressourcen zu erreichen, sind Nutzungsempfehlungen auf der Basis ausführlicher
Kenntnisse über die Ökosysteme und Produktionsmechanismen erforderlich. Im
Rahmen der Fischereiforschung werden in vielen Ländern für die Aufgabenstellung
des Fischereimanagements langfristige Datenserien erfaßt.
Aufgrund der hohen natürlichen Variabilität in der Bestandsentwicklung und des
Zusammenwirkens verschiedenartiger Faktoren ist eine Interpretation der vorliegenden
Daten über Bestandsfluktuationen und die Entwicklung langfristiger Prognosemodelle
mit den derzeitigen Werkzeugen schwierig.
Künftige Vielarten-Modelle zur Bewirtschaftung der Fischbestände erfordern verbes
serte biologische und physikalische Informationen aus international abgestimmten,
langfristigen Forschungs- und Überwachungsprogrammen.
Ein internationaler, organisatorischer Rahmen für derartige operationeile Aktivitäten
stellt seit Jahrzehnten der ICES dar, dessen Zielsetzung dem GOOS Modul 2 ent
spricht. Generell sollte GOOS vorhandene Strukturen, wie z.B. den ICES, nutzen und
in seine Organisation einbinden. Bei der Entwicklung von GOOS sollten die Schwer
punkte in den Bereichen gesetzt werden, wo Qualitätssprünge für verwertbare Produk
te zu erwarten sind. Moderne Remote-Sensing-Techniken können in einigen Berei
chen wichtige, ergänzende Informationen liefern; sie stellen aber keinen Ersatz für
schiffsgebundene Messungen dar. Derzeitig ist die Fortführung langjähriger Daten
reihen auch im ICES-Rahmen zunehmend gefährdet. Ein wesentlicher Aspekt des
GOOS-Konzepts kann darin bestehen, neben Neuentwicklungen auch die Fortführung
bestehender Langzeitserien abzusichern.
Nach Herrn Prof. Nellen zeigen die Vermehrungsraten von Fischbeständen eine hohe
Variabilität. Insbesondere eine Vorhersage der Sterblichkeit früher Lebensstadien
entzieht sich derzeit noch weitgehend der Modellierung. Hierzu wurde jedoch schon
eine Reihe von Hypothesen entwickelt, in denen insbesondere die Parameter Strö
mung, Schichtung, Turbulenz, Nährsalze, Primär- und Sekundärproduktion sowie
Partikelverteilung und deren räumliche und zeitliche Verteilung eine wesentliche Rolle
spielen. Die Bewertung und Einbindung dieser Hypothesen in Modelle zur Vorhersage
des Reproduktionserfolges stellt gegenwärtig eine wichtige Forschungsaufgabe dar,
zu deren Lösung Langzeit-Informationen aus einem GOOS-Rahmen wesentliche
Beiträge leisten können. Die bisherigen fünf Module von GOOS sollten durch ein