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Full text: Anforderungen an ein wissenschaftliches Konzept für den deutschen Beitrag (BSH-Berichte, Nr. 9)

GOOS-Workshop: Zusammenfassung und Ergebnisse der Themenkreis-Beratungen 
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Themenkreises II: Ressourcennutzung und Meeresumweltschütz 
Vorsitzender: Prof. Dr. Schnack, IfM Kiel 
Berichterstatter: Dr. J. Voß, LANU des Landes Schleswig-Holstein 
Herr Dr. Hubold machte in seinem Vortrag deutlich, daß die Fischerei erheblichen 
Einfluß auf marine Ökosysteme nimmt. Um eine nachhaltige Nutzung lebender 
Ressourcen zu erreichen, sind Nutzungsempfehlungen auf der Basis ausführlicher 
Kenntnisse über die Ökosysteme und Produktionsmechanismen erforderlich. Im 
Rahmen der Fischereiforschung werden in vielen Ländern für die Aufgabenstellung 
des Fischereimanagements langfristige Datenserien erfaßt. 
Aufgrund der hohen natürlichen Variabilität in der Bestandsentwicklung und des 
Zusammenwirkens verschiedenartiger Faktoren ist eine Interpretation der vorliegenden 
Daten über Bestandsfluktuationen und die Entwicklung langfristiger Prognosemodelle 
mit den derzeitigen Werkzeugen schwierig. 
Künftige Vielarten-Modelle zur Bewirtschaftung der Fischbestände erfordern verbes 
serte biologische und physikalische Informationen aus international abgestimmten, 
langfristigen Forschungs- und Überwachungsprogrammen. 
Ein internationaler, organisatorischer Rahmen für derartige operationeile Aktivitäten 
stellt seit Jahrzehnten der ICES dar, dessen Zielsetzung dem GOOS Modul 2 ent 
spricht. Generell sollte GOOS vorhandene Strukturen, wie z.B. den ICES, nutzen und 
in seine Organisation einbinden. Bei der Entwicklung von GOOS sollten die Schwer 
punkte in den Bereichen gesetzt werden, wo Qualitätssprünge für verwertbare Produk 
te zu erwarten sind. Moderne Remote-Sensing-Techniken können in einigen Berei 
chen wichtige, ergänzende Informationen liefern; sie stellen aber keinen Ersatz für 
schiffsgebundene Messungen dar. Derzeitig ist die Fortführung langjähriger Daten 
reihen auch im ICES-Rahmen zunehmend gefährdet. Ein wesentlicher Aspekt des 
GOOS-Konzepts kann darin bestehen, neben Neuentwicklungen auch die Fortführung 
bestehender Langzeitserien abzusichern. 
Nach Herrn Prof. Nellen zeigen die Vermehrungsraten von Fischbeständen eine hohe 
Variabilität. Insbesondere eine Vorhersage der Sterblichkeit früher Lebensstadien 
entzieht sich derzeit noch weitgehend der Modellierung. Hierzu wurde jedoch schon 
eine Reihe von Hypothesen entwickelt, in denen insbesondere die Parameter Strö 
mung, Schichtung, Turbulenz, Nährsalze, Primär- und Sekundärproduktion sowie 
Partikelverteilung und deren räumliche und zeitliche Verteilung eine wesentliche Rolle 
spielen. Die Bewertung und Einbindung dieser Hypothesen in Modelle zur Vorhersage 
des Reproduktionserfolges stellt gegenwärtig eine wichtige Forschungsaufgabe dar, 
zu deren Lösung Langzeit-Informationen aus einem GOOS-Rahmen wesentliche 
Beiträge leisten können. Die bisherigen fünf Module von GOOS sollten durch ein
	        
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