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Full text: Anforderungen an ein wissenschaftliches Konzept für den deutschen Beitrag (BSH-Berichte, Nr. 9)

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GOOS-Workshop: Zusammenfassung und Ergebnisse der Themenkreis-Beratungen 
Themenkreises I: Das Meer als Lebensraum 
Vorsitzender: Prof. Dr. D. Nehring, IOW Warnemünde 
Berichterstatter: Dr. H. Heinrich, BSH Hamburg 
In den beiden Vorträgen dieses Themenkomplexes wurden keine direkten Vorschläge 
für marine Dauerbeobachtungssysteme gemacht. Anregungen, die sich aus den 
Vorträgen ergeben, sind deshalb vom Vorsitzenden und vom Berichterstatter abgelei 
tet worden. 
Marine Organismen unterliegen, laut Dr. Hickel, vielfältigen Einflüssen durch Schad 
stoffe, die jedoch auf Grund der hohen natürlichen Variabilität schwer zu beschreiben 
sind. Zum Verständnis der Wirkungen von Schadstoffen auf die belebte Meereswelt 
sind als Begleitkomponente zu biologischen und biochemischen Untersuchungen 
Dauerregistrierungen (Zeitreihen) von Kontaminanten in den Kompartimenten Wasser, 
Sediment und in atmosphärischen Einträgen zu messen. Neben dem "Standard- 
Repertoire" der chemischen Meeresüberwachung, nebst den physikalischen Begleit 
parametern, müssen verstärkt Xenobiotika in die Messprogramme aufgenommen 
werden, da möglicherweise für diese in der Natur kaum "Entgiftungsmechanismen" 
zur Verfügung stehen. Hickel bedauerte, daß es nicht zum Selbstverständnis von 
direkt an der Küste liegende Laboratorien gehört, hochauflösende Zeitserien herzu 
stellen, wie das z.B. das Institut für Ostseeforschung und die Biologische Anstalt 
Helgoland tun. Auf diese Weise könnten relativ einfach und kostengünstig wertvolle 
Informationen über Veränderungen in den biologisch und wirtschaftlich bedeutenden 
Küstengewässern gewonnen werden. 
Herr Dr. Pohlmann stellte das physikalische Gefahrenpotential des Meeres dar. Ab 
zuleiten für ein Beobachtungssystem wären für die Nordsee die Registrierung der 
physikalischen Phänomene. Wesentliche Arbeit wird hier allerdings schon im Küsten 
bereich mit Wasserstandsmessungen, Dauerregistrierungen der ozeanographischen 
Grund-parameter Temperatur und Salzgehalt und meteorologischen Aufzeichnungen 
geleistet. Der Aufbau von offene-See-Stationen ist auf gutem Wege. Besonderes 
Augenmerk sollte dabei auf die Ein- und Ausgänge der Nordsee gerichtet werden. Da 
die Verteilungsmuster von Schadstoffbelastungen wesentlich an ozeanographischen 
Muster gekoppelt sind, sollte die Veränderung der räumlichen Verteilung von Wasser 
massen in die Routinebeobachtung aufgenommen werden.
	        
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