GOOS-Workshop: Kurzfassungen der Vorträge
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Rekonstruktion vergangener Zustände und die Erzeugung von Szenarien zukünftiger
Entwicklungen mit Hilfe von operationallen Monitoring-Daten und Downscaling
Hans von Storch
Institut für Gewässerphysik, GKSS Forschungszentrum Geesthacht
Die Analyse von Abläufen in Umweltsystemen erfordert die Unterscheidung von anthropoge
nen Signalen und Schwankungen aufgrund natürlicher Vorgänge, die für das betrachtete
Teilsystem interner oder externer Art sein können. Eine solche Unterscheidung erfordert
Kenntnis über die Art und Stärke natürlicher Schwankungen, die wegen der Offenheit von
Umweltsystemen auf Empirie basieren muß und Vorstellungen über die Art der anthropoge
nen Störung, die in der Regel "neuartig" und daher nur modellmäßig erfaßbar sind.
Die Öffentlichkeit hat in der Vergangenheit bisweilen alarmierende Beobchtungen (Beispiele:
"Seehundsterben", "Waldsterben") ohne eine solche Unterscheidung als "anthropogen" einge
stuft. Es ist die Aufgabe der Umweltforschung, der Öffentlichkeit belastbare Information über
die "Gewöhnlichkeit" oder "Ungewöhnlichkeit" von Entwicklungen in der Umwelt zu bieten.
Dazu sind vergangene Zustände zu rekonstruieren und Szenarien des Impakts bekannter
möglicher anthropogener Störungen zu entwickeln (Beispiel: Sturmflutstatistiken und Global
Warming).
In dem Vortrag wird eine Methode ("downscaling") vorgestellt, wie durch eine geeignete
Kombination von problemspezifischen, möglicherweise nur über kürzere Zeiten (z.B. Jahre)
erhobenen Daten und von Operationen über lange Zeiten (z.B. mehrere Jahrzehnte) erhobenen
"Monitoring-Daten" empirische Modelle konstruiert werden können, die sowohl für die
Rekonstruktion als auch für eine, Szenarienkonstruktion geeignet sind. Die Methode wird
anhand eines einfachen Beispiels aus dem Bereich der terrestrischen Ökologie demonstriert.