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Full text: Anforderungen an ein wissenschaftliches Konzept für den deutschen Beitrag (BSH-Berichte, Nr. 9)

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Gefährdeter Lebensraum für Pflanzen und Tiere 
Wolfgang Hickcl 
Biologische Anstalt Helgoland 
Aus der Funktion des Meeres als Sammelbecken der wassergetragenen Schadstoffe ergibt 
>ich auch die grundsätzliche Gefährdung des marinen Lebensraumes. Natürliche Rcinigungs- 
prozessc verhindern zwar die Vergiftung" des Pclagials. fuhren aber zu entsprechender 
Anreicherung im Sediment, das daher stets mit überwacht werden muß. Grundsätzlich mußte 
die Überwachung von Xcnobiotika Priorität erhalten (für die möglicherweise keine Entgtf- 
tungsstratcgicn der Evolution existieren), vor natürlich vorkommenden Schadstoffen, dem 
Eutrophicrungsproblem und Fischerei-Effekten. Diese Reihenfolge kann sich andern, wenn 
Nahrungsketten beim Menschen enden oder lokale Probleme vorherrschen. 
Kleinste Schadwirkungen auf das marine Plankton könnten bereits große Auswirkungen 
haben - einfach weil die größte Lebensgemeinschaft der Erde betroffen ist. Da die Erkenn 
barkeit von Schädigungen auf der Ökosystem- und selbst auf der Orgamsmen-Ebene wegen 
der langsamen biologischen Antwort und der hohen natürlichen Variabilität nicht rechtzeitig 
funktioniert, müssen andere Kriterien hinzutreten, um Schaden zu erkennen und zu verhüten. 
Namentlich ein Effekt-Monitoring" auf den biologischen Organisationsebenen der Moleküle, 
Zellen und Organe hat im letzten Jahrzehnt große Fortschritte gemacht und bietet sich als ein 
"Frühwarnsystem" an. Neben gezielten Experimenten sollten auch Analog-Schlüsse aus 
anderen Lebensräumen oder Wirkungszusammenhängen genutzt werden. Eine neue Dimen 
sion der Gefährdung des marinen Lebensraums erscheint durch die luitgetragenen Schadstoffe 
gegeben, da diese ungleich schneller als durch Wassertransporte und weltweit verbreitet 
werden. Überwachungsprogramme werden sich vor allem auf hydrographisch und biologisch 
vorgegebene "hot spots" sowie Gradienten mit verschiedenen Wasserkörpern konzentrieren 
müssen, wie sie z.B. in der südlichen Nordsee als horizontale und in der Ostsee als vertikale 
Gradienten gegeben sind.
	        
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