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Full text: Jahresbericht 1995

dardisiert, und es wurde eine Methode zur Qua 
litätssicherung eingeführt: Vor und nach jeder 
Messung eines Rohöls erfolgt die Messung ei 
nes Standardöls (Brent aus der Nordsee). In die 
sem Standardöl werden zehn Komponenten, die 
den gesamten Siedebereich überdecken, quanti 
tativ bestimmt. Weichen die Ergebnisse einer 
dieser Komponenten um einen bestimmten Be 
trag (doppelte Standardabweichung) von den Er 
gebnissen der vorangegangenen Analysen ab, 
so werden die Ergebnisse des untersuchten 
Rohöls nicht in die Datenbank übernommen. In 
diesem Fall ist nach dem Grund der Abweichung 
zu suchen, und die Messungen sind zu wieder 
holen. Auf diese Weise wurde erreicht, daß die 
Unterschiede zwischen den Laboratorien nur 
noch im Bereich von etwa 10% lagen. 
Die Datenbank enthält derzeit die relativen 
Konzentrationen von 56 ausgewählten Einzel 
komponenten von über 300 Rohölproben, von 
denen etwa 170 unterschiedlich sind. Das Sy 
stem hat sich bisher bei allen Tests mit künstlich 
gealterten ebenso wie mit „realen“ Proben von 
Olverschmutzungen bewährt, d. h. es wurde die 
richtige Ölsorte ermittelt. 
Als besonders nützlich zum raschen Aus 
tausch von Daten und Informationen hat sich 
während des Projektes die direkte Verbindung 
der Computer der beteiligten Laboratorien über 
das Internet erwiesen. Diese Verbindungen sind 
weiterhin vorhanden. Anwender von EU- 
ROCRUDE, das allen auf dem Gebiet der Öl 
identifizierung tätigen Laboratorien zur Verfü 
gung steht, können sich einfach in dieses Netz 
werk einklinken. Kontakte mit der United States 
Untersuchungen 
Coast Guard, dem Black Sea Network und der 
Australian Safety Authority sind bereits vorhan 
den. Auf dem Second International Oil Spill Re 
search and Development Forum der IMO im Mai 
1995 in London wurde die weltweite Ausdeh 
nung des Projektes EUROCRUDE, und damit 
die weltweite Zusammenarbeit auf dem Gebiet 
der Identifizierung von Ölverschmutzungen, als 
eine der vordringlichsten Aufgaben angesehen. 
IOC „Baseline Study“ für Spurenmetalle 
Die Zwischenstaatliche Ozeanographische 
Kommission (IOC) der UNESCO führt durch ihr 
„Committee for the Global Investigation of Pollu 
tion in the Marine Environment (GIPME)“ eine 
Studie „Open Ocean Baseline Survey for Trace 
Metals in the Atlantic Ocean“ durch, um die Hin 
tergrund-Konzentrationen schädlicher Spuren 
stoffe in den Weltozeanen zu ermitteln. Als er 
stes wurde der Atlantik als der bis heute am 
besten zugängliche Weltozean ausgewählt. 
Die kontaminationsfreie Gewinnung der fil 
trierten und unfiltrierten Wasserproben stand im 
Mittelpunkt. Insbesondere für instabile Metall 
spezies ist jedoch eine unmittelbare Analyse der 
frischen Proben erforderlich. Zum ersten Mal 
wurde das im BSH angewendete Extraktionsver 
fahren für Metalle auf See eingesetzt. Parallel zu 
den an Bord aufgearbeiteten frischen Wasser 
proben wurden Proben mit zwei unterschiedli 
chen Methoden konserviert und nach der Reise 
im Labor an Land analysiert. 
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