Netz dient der Vorhersage von stündlichen Stau-
werten (18Std. im voraus) bei Cuxhaven aus
zwei zurückliegenden Stauwerten.
Die neuronalen Netze beruhen auf selbstor
ganisierenden Merkmalskarten nach dem finni
schen Physiker Kohonen mit überwachtem Lern
verfahren. Die Vorhersagefähigkeit der Netze
wurde anhand des sturmflutreichen Jahres 1993
geprüft mit dem Ergebnis, daß die Vorhersa
gegüte gegenüber den bisherigen Verfahren ver
bessert wurde. Die installierten Karten sollen für
ein Jahr auf ihre Tauglichkeit im operationellen
Dienst hin getestet werden. Danach soll ent
schieden werden, ob mit neuen aktuellen Daten
gelernt werden muß oder nicht. Eine technische
Dokumentation des Lernverfahrens und der Be
nutzung des Vorhersageprogramms wird erstellt.
Feldexperiment zur Validierung
operationeller Modelle
1995 konnten erste Ergebnisse eines Vali
dationsprojektes für operationeile Modelle der
Ostsee des BSH vorgelegt werden. Im Septem
ber 1994 fand unter schwedischer, finnischer,
polnischer und deutscher Beteiligung ein Feldex
periment nordöstlich von Gotland statt, das zum
Ziel hatte, die verschiedenen operationeilen Mo
delle der Ostseeanrainerstaaten zu überprüfen.
Vom BSH wurde eine punktförmige Farbstoff
quelle (Rhodamin) ausgebracht, von schwedi
scher Seite wurden zeitgleich mehrere Argos-
Driftbojen ausgelegt. Außerdem wurden meteoro
logische Daten und gemessene Pegel-Wasser
Untersuchungen
stände zur Validation der Modelle herangezo
gen.
Nach Einbringung einer größeren Menge
des Farbstoffs Rhodamin am 12. September
1994 wurden die Ausbreitung und Konzentrati
onsabnahme während der folgenden 7 Tage ver
messen. Die Übereinstimmung zwischen Modell
und Experiment war nur teilweise befriedigend.
Die zeitliche Entwicklung der Ausdehnung des
Farbflecks sowie die Verdriftungsdistanz wurden
korrekt simuliert, die Verlagerungsrichtung des
Massenschwerpunktes des Farbflecks wich je
doch um ca. 50° von der im Modell berechneten
Richtung ab. Die Abweichung kann mit einem
kleinskaligen barotropen Wirbel, der vom Modell
aufgrund des Gitterabstandes von 20 km nicht
erfaßt wird, erklärt werden.
Eine bessere Übereinstimmung ergab sich
bei dem Vergleich zwischen gemessenen und
berechneten Wasserstandszeitreihen. Für die
Validation standen 31 Zeitreihen der Periode
1. 8. bis 30. 9. 1994 aus Estland, Deutschland,
Polen und Schweden zur Verfügung. Sowohl die
gezeitenbeeinflußten Zeitreihen der schwedi
schen Westküste als auch die Wasserstände in
der Ostsee stimmten mit den Modellzeitreihen
überein. Insbesondere die Variabilität, die durch
kurzfristigen Windeinfluß entsteht, zeichnet sich
in den Modellsimulationen sehr gut ab (Abb. 10).
Entwicklung und Prüfung neuer Meßsysteme
Die Erprobungsarbeiten im EUROMAR-
Projekt MERMAID zeigten im wesentlichen posi-
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