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Full text: Jahresbericht 1995

Meereskunde 
Wattenmeer zwischen dem Hindenburgdamm 
und Eiderstedt in Teilgebiete eingeteilt, die 
gleichmäßig mit Teilchen belegt sind. Aus der 
zeitlichen Veränderung der Teilchenzahl in ei 
nem Teilgebiet, z. B. der Abnahme der Teilchen 
zahl auf 36,8% des ursprünglichen Wertes, läßt 
sich die „turnover“-Zeit bestimmen. Die Kenntnis 
der „turnover“-Zeiten ist für die Beurteilung der 
chemisch-biologischen Umsätze und Transfor 
mation von Nährstoffen von besonderer Bedeu 
tung. 
Der Wasseraustausch im Tidebecken 
Hörnum-Tief 
Über das Kuratorium für Küstenforschung 
und Ingenieurwesen (KFKI) fördert das BMBF 
seit dem Sommer 1995 das Projekt „Der Was 
seraustausch im Tidebecken Hörnum-Tief“. Das 
Vorhaben ist ein Gemeinschaftsunternehmen 
des BSH, des Amtes für Land- und Wasserwirt 
schaft (ALW), Husum, und des Forschungs- und 
Technologiezentrums Westküste, Büsum. 
In dem Projekt wird der Wasseraustausch 
zwischen Watten und offenem Küstenmeer mit 
Hilfe von verankerten Geräten gemessen. Dabei 
sollen die unterschiedlichen Füll- und Entlee 
rungsvorgänge des Tidebeckens Hörnum-Tief in 
Abhängigkeit von Tide, Wind und Seegang 
näher untersucht werden. Die Meßergebnisse 
dienen u.a. auch zur Validierung der lokalen 
Strömungsmodelle des BSH und des AWL. 
Bisher gibt es im Untersuchungsgebiet 
keine längeren Meßreihen statistisch hinrei 
56 
chend abgesicherter Strömungsdaten. Deshalb 
sind dort zur Zeit quantitative Angaben zum 
Wasseraustausch über längere Zeiträume kaum 
möglich. Zuverlässige Angaben über die lokalen 
Austauschverhältnisse sind jedoch eine wichtige 
Voraussetzung für Abschätzungen zur Umwelt 
belastung und -belastbarkeit des nordfriesischen 
Wattengebietes. 
Verbesserung der Wasserstandsvorhersage 
Die Verbesserung der Wasserstandsvor 
hersage für die deutsche Nordseeküste ist ein 
zentrales Thema des BSH. Hierzu sind 1995 
zwei Vorhaben nahezu abgeschlossen worden. 
So wurde ein neues Windstaumodell für die 
Nordsee entwickelt. Dieses Modell ist speziell für 
die Vorhersage von Wasserständen (Sturmflu 
ten) konzipiert. Die Rechenzeit für eine 24stün- 
dige Vorhersage beträgt wenige Minuten, außer 
dem können in ihm gemessene Wasserstände 
und verbesserte meteorologische Vorhersagen 
problemlos berücksichtigt werden. 
Das Projekt „Wasserstandsvorhersage mit 
tels neuronaler Netze“ ist am Ende des Jahres 
ausgelaufen. Es wurde ein Programm auf der 
Workstation des Windstaudienstes installiert, 
das auf drei Netze zugreift. Zwei davon dienen 
der Vorhersage des Windstaus bei Cuxhaven zu 
Hoch- und Niedrigwasserzeiten bis zu 18 Stun 
den im voraus. Dazu werden eine Windvorher 
sage und der aktuelle Stau am holländischen 
Pegel West-Terschelling benötigt. Das dritte
	        
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