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Full text: Jahresbericht 1995

und Energieumsatz in der östlichen Deutschen 
Bucht im Übergangsbereich Ästuar-Watt-Meer, 
insbesondere die horizontalen Transporte vom 
terrestrischen Eintrag in und durch den Küsten 
strom hindurch bis in den Bereich der freien 
Nordsee. 
Aufgabe des BSH im Projekt KUSTOS war 
die Gewinnung der ozeanographischen Rand 
werte für die Modellierung der Nordsee, die Be 
stimmung der Ausbreitung der Wassermassen 
und deren Residenzzeiten, die Untersuchung 
der Schwebstoffdynamik sowie - in enger Zu 
sammenarbeit mit bio- und geochemischen Ar 
beitsgruppen - der Primärproduktion. Hierzu be 
teiligte sich das BSH an zwei Feldexperimenten 
im Sommer 1994 und im Frühjahr 1995. Wäh 
rend des Feldexperimentes im April/Mai 1995 
wurden die Verteilungen der wichtigsten ozeano 
graphischen, biologischen und geochemischen 
Parameter großräumig vermessen. Zur Gewin 
nung einer mehrwöchigen Zeitreihe des Wasser-, 
Schwebstoff- und Energietransportes durch ei 
nen Schnitt senkrecht zu den nordfriesischen In 
seln in Höhe von Helgoland wurden Geräte zur 
Messung von Temperatur, Salzgehalt, Rück- 
streu-Trübung, Wasserstand und Strömung ver 
ankert. Ein Driftexperiment wurde in der östli 
chen Deutschen Bucht durchgeführt, mit dem 
eine Planktonblüte in allen ihren Stadien voll 
ständig erfaßt werden konnte. Hierzu wurde 6 sm 
nordöstlich von Helgoland mit einer Driftboje ein 
Wasserkörper in der Mitte der Elbfahne markiert 
und fortlaufend auf senkrechten Schnitten zwi 
schen dem nordfriesischen Watt und der Nord 
see beprobt. 
Untersuchungen 
Abbildung 8 zeigt die zeitliche Entwicklung 
des oberflächennahen Salzgehaltes auf den ge 
nannten Schnitten. Die Abbildung macht deut 
lich, daß sich der Drifter in der Mitte der Elbfahne 
(charakterisiert durch die 29-PSU-lsohaline) auf 
hielt, diese sich aber mit der Zeit verschmälerte 
und am 9. Tag weitgehend aufgelöst hatte. 
Im Projekt „Transport, Transfer und Trans 
formation von Biomasseelementen in Wattge 
wässern“ (TRANSWATT) wurden Wasserbewe 
gung und -austausch im Wattenmeer unter 
anderem mit numerischen BSH-Modellen unter 
sucht. 
Es wurden mit einem hochauflösenden 
dreidimensionalen Strömungsmodell die Strö 
mungen, Wasserstände, Salzgehalte und Was 
sertemperaturen im nordfriesischen Wattenmeer 
simuliert, zunächst allein der Gezeiteneinfluß. 
Abbildung 9 zeigt die vom Modell berechneten 
gezeitenbedingten mittleren Wassertransporte. 
Auf der Abbildung ist nur jeder vierte Pfeil darge 
stellt. Die Lage größerer Rinnen und Priele 
zeichnet sich durch höhere Wassertransporte 
aus. Deutlich wird ebenfalls ein von Süden nach 
Norden gerichteter Nettowassertransport über 
die Wattrücken zwischen Pellworm und dem 
Festland sowie zwischen Föhr und dem Fest 
land. Über diese Wattrücken werden im Mittel 
pro Tide etwa 50 Mio. Kubikmeter Wasser nord 
wärts transportiert - mehr als der mittlere Elbe 
abfluß. 
Die Frage nach der Aufenthaltsdauer eines 
Wasserteilchens im Wattenmeer wird mit dem 
Ausbreitungsmodell untersucht. Hierfür wird das 
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