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Full text: Jahresbericht 1995

Meereskunde 
Verarbeitung von Echtzeit-Daten 
und Informationen 
Für die Dienste des BSH notwendige aktu 
elle ozeanographische Meßwerte und sonstige 
Informationen wurden in Echtzeit gesammelt. 
Die wichtigsten Quellen für diese meereskundli- 
chen Informationen bildeten: 
- das BSH-Meßnetz in Nord- und Ostsee 
- das „Ship of opportunity“-Programm des BSH 
- das Integrated Global Ocean Services System 
(IGOSS) 
- das „Voluntary Observing Ship”-Programm der 
WMO 
- Küstenstationen an Nord- und Ostsee im Rah 
men des radiologischen Meßnetzes 
-weltweite Klimabulletins (CLIMAT), monatliche 
Mittelwerte 
- Klartextinformationen von Dienststellen anderer 
Nationen 
- Informationen für die Agrarmeteorologie 
Eine sofortige offene Verbreitung der Da 
ten/Informationen über geeignete Kommunikati 
onswege, wie das Globale Telekommunikations 
netz (GTS) der Meteorologischen Weltorgani 
sation (WMO), unterstützt ozeanographische 
Dienste (z. B. Sturmflutwarndienst, Eisdienst, 
Herausgabe von Temperaturverteilungskarten) 
ebenso wie wissenschaftliche Programme. 
Im Rahmen des Integrated Global Ocean 
Services System (IGOSS) wurden Temperatur- 
und Salzgehalts-Profildaten über das GTS inter 
national ausgetauscht. 
50 
Der überwiegende Teil der in Echtzeit ge 
sammelten und verbreiteten Daten floß über 
eine Standleitung zwischen dem BSH und der 
Automatischen Fernmelde-Speicher-Vermittlung 
(AFSV) des Deutschen Wetterdienstes in Offen 
bach. 
Ship-of-opportunity-Programm 
In seinem „Ship of opportunity“-Programm 
hat das BSH mehrere Schiffe mit Kontaktthermo 
metern (Temperaturfühler an der Innenseite der 
Schiffshaut) ausgerüstet, die - überwiegend in 
der Nordsee und der Ostsee - die oberflächen 
nahe Temperatur messen und an das BSH mel 
den. Die Meßwerte fließen ein in die Herstellung 
der wöchentlichen Oberflächentemperaturkarte 
der Nordsee. Im Winter dienen diese Temperatu 
ren auch der Vorhersage der Eisbildung in der 
Ostsee. 
Zwei Schiffe sind für die Messung der Tem 
peraturverhältnisse in den oberen 800 m des At 
lantischen Ozeans mit XBT-Geräten und Satelli 
tensendern ausgerüstet. Die Köln Express der 
Reederei Hapag-Lloyd machte XBT-Messungen 
zwischen dem Westausgang des Kanals und 
Neufundland und die Monte Rosa der Reederei 
Hamburg-Süd auf ihrer Route zwischen Portugal 
und Rio de Janeiro. Die auf diesen Handelsschif 
fen gewonnenen Temperaturmeßwerte werden 
u. a. in das Weltklima-Forschungsprogramm 
WOCE (World Ocean Circulation Experiment) 
eingespeist.
	        
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