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Full text: Jahresbericht 1995

Meereskunde 
Die Revierzentralen der Wasser- und Schif 
fahrtsverwaltung im Nord- und Ostseeküstenbe 
reich erhielten mindestens zweimal täglich Vor 
hersagen für die in ihren Aufsichtsbereichen zu 
erwartenden Wasserstände. Darüber hinaus 
wurden Sonderberatungen für die Revierfahrt 
tiefgehender Seeschiffe durchgeführt. 
Mit den Sturmflutwarndiensten Englands, 
der Niederlande, Dänemarks und Polens wurden 
Wasserstandsbeobachtungen und Warnungen 
ausgetauscht. Das im deutsch-polnischen 
Grenzvertrag verankerte, jährlich durchzu 
führende Arbeitstreffen der Wasserstandsdien 
ste beider Länder fand 1995 in Rostock statt. 
Das BSH ist seit November in einer Arbeits 
gruppe der Grenzgewässerkommission vertre 
ten. 
Amtliche und private Stellen erhielten sach 
bezogene mündliche und schriftliche Auskünfte. 
Meldungen über Meeresverschmutzungen wur 
den entgegengenommen, weitergeleitet, und im 
Bedarfsfall wurden erste Beratungen vorgenom 
men. 
Um den gestiegenen Anforderungen, die an 
den Dienst gestellt werden, gerecht zu werden, 
war es notwendig, den Dienst mit einer zeit 
gemäßen IT-Ausrüstung zu versehen und neu zu 
organisieren, um die Arbeitsabläufe zu optimie 
ren. Die neuen Anforderungen betreffen in erster 
Linie die Forderung nach einer verbesserten 
Dienstleistung (häufigere und detailliertere Vor 
hersagen) und einer qualitativen Verbesserung 
der Wasserstandsvorhersage. 
Im Bereich der Nordseeküste traten gering 
fügig mehr Sturmfluten als Im Vorjahr auf. Nur 
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eine schwere Sturmflut war am 10. Januar zu 
verzeichnen. Sie lief in Hamburg zu einer sehr 
schweren Sturmflut auf und erreichte hier mit 
6,02 m über dem Normalnull der deutschen Lan 
desaufnahme den zweithöchsten Wasserstand 
seit Beginn regelmäßiger Pegelaufzeichnungen. 
Die mecklenburg-vorpommersche Küste war 
ebenfalls von einer schweren Sturmflut betrof 
fen. In der Nacht vom 3. zum 4. November wur 
den an einigen Küstenabschnitten Wasser 
stände erreicht, die etwa 2 m über dem mittleren 
Wasserstand lagen. Es waren dort die höchsten 
Wasserstände seit 1954. 
Die nachstehende Tabelle enthält statisti 
sche Angaben des Sturmflutwarndienstes 1995: 
Anzahl der Warnungsempfänger: 298 
Anzahl der Warnungen 
vor erhöhten Hochwassern: 1691 
Anzahl der Warnungen an die 
Schiffahrt vor besonders niedrigen 
Wasserständen: 0 
Anzahl der Sturmfluten (Nordsee): 10 
Anzahl der Sturmfluten (Ostsee): 1 
(Sturmflut Nordsee 
= Hochwasser > MHW + 1,5 m) 
(Sturmflut Ostsee/Schleswig-Holstein 
= Wasserstand > NN + 1,5 m) 
(Sturmflut Ostsee/Mecklenburg-Vorpommern 
= Wasserstand > NN+1,0)
	        
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