Eisdienst
Der Winter 1994/95 war ein schwacher Eiswinter.
Damit setzte sich die 1988 nach dem
starken Eiswinter 1986/87 eingetretene Phase
„eisarmer“ bis höchstens „durchschnittlicher“
Winter im achten Jahr fort. Die Dauer der „eisarmen“
Phase nähert sich damit der bisher höchsten
Zahl von 10 aufeinanderfolgenden entsprechenden
Wintern der Jahre 1930 bis 1939
zwischen den sehr starken bzw. extrem starken
Eiswintern 1929 und 1940.
Die Kälteperiode, die zum Jahresbeginn
1995 eingesetzt hatte, führte um den 3. Januar in
einigen geschützt liegenden Innenfahrwassern
der Küsten Schleswig-Holsteins sowie der Boddenküste
Mecklenburg-Vorpommers zur ersten
Neueisbildung. Als am 9. Januar der Zustrom
milderer Meeresluft die Eisbildungsperiode beendete,
waren an der Nordseeküste in den inneren
Wattengebieten und auf der Ems stellenweise
Neueis und dünnes Eis zu verzeichnen.
An der Ostseeküste beschränkten sich Neueis
und bis zu 10 bis 15 cm dickes Festeis und Treibeis
auf die innere Schlei, Untertrave und Unterwarnow
mit den anliegenden Hafengebieten sowie
auf die inneren Boddengewässer einschließlich
des Peenestromes.
Wegen des nur dünnen Eises verlief der
Eisrückgang größtenteils ziemlich rasch: Die ostfriesische
Küste war am 11. Januar wieder eisfrei,
die schleswig-holsteinische Ostküste (innere
Schlei) am 12. und die Westküste (Zufahrt
Dienste
nach Tönning) am 17. Januar. An der Küste
Mecklenburg-Vorpommerns trat in den Innenfahrwassern
nach Stralsund am 11. Januar das
letzte Eis auf, die Rostocker Häfen waren am 14.
Januar eisfrei. Nur in den inneren Boddenfahrwassern
hielten sich Eisreste stellenweise noch
bis zum 28. Januar.
Nennenswerte Behinderungen für die
Kleinschiffahrt traten kurzfristig nur in der Zufahrt
nach Tönning sowie in den inneren Boddenfahrwassern
einschließlich des Peenestromes auf.
Die Eisberichtstätigkeit (Herausgabe gedruckter
Eisberichte und Eiskarten) begann am
5. Dezember 1994 und endete am 1.Juni1995.
Über das Seewetteramt wurden vom 1. März bis
zum 1. August Eis-(berg)karten vom Neufundlandbankgebiet
ausgestrahlt. Die Beratung deutscher
Forschungsschiffe und Forschungstätigkeiten
in arktischen Gewässern (Grönlandsee,
Barentssee, Karasee und Laptevsee) bildete im
Sommerhalbjahr wie in den Vorjahren einen weiteren
operationeilen Arbeitsschwerpunkt. Die
Übertragung von eigenen, aus Satellitendaten
abgeleiteten Eiskarten und von überarbeiteten
ausländischen Eiskarten erfolgte über INMARSAT
sowie in Zusammenarbeit mit dem Seewetteramt
vom 1. Juli bis zum 31. August und vom
1. bis 31. Oktober in gesonderten Sendeprogrammen
für Bildfunkkarten.
Die nachfolgende Tabelle gibt einen
Überblick über die vom Eisdienst herausgegebenen
Informationen und Produkte im Berichtsjahr: