kalprofile der Temperatur und des Salzgehaltes
gemessen. Zur Probenentnahme für die Überwachung
und zur Kalibration der Sonden wurden
etwa 9000 Wasserproben genommen, deren
Salzgehalt - überwiegend im Landlabor - mit
hoher Genauigkeit bestimmt wurde. Zu den Daten
von den speziellen Überwachungsfahrten
wurden auch die Beobachtungen aus den Spezialuntersuchungen
zur Beurteilung der physikalischen
Bedingungen herangezogen.
In der Deutschen Bucht wurden in den ersten
Monaten des Jahres 1995 weitgehend normale
ozeanographische Verhältnisse angetroffen.
Durch hohe Süßwasserabflüsse ergaben
sich in den Wintermonaten niedrigere Salzgehalte.
Die Wassersäule war entsprechend der
Jahreszeit vertikal durchmischt. Im Mai setzte
die saisonale, ungewöhnlich starke Erwärmung
ein, die zu einer gut ausgeprägten, stabilen thermohalinen
Schichtung führte.
Während im Juni 1995 die ozeanographischen
Bedingungen durch die kalte Witterung
bestimmt wurden, setzte Im Juli eine extreme Erwärmung
ein, die zu starker thermischer Schichtung
führte. Starkwindlagen im August sorgten
dann für eine vertikale Vermischung der Wassermassen
in der Deutschen Bucht und damit auch
für die Zufuhr von Sauerstoff in die tieferen
Schichten in diesem Meeresgebiet.
Eine statistische Untersuchung der seit
1969 vorliegenden, wöchentlichen Oberflächentemperaturen
der Nordsee zeigte, daß die Nordseetemperatur
in den letzten 25 Jahren keinen
signifikanten Veränderungen unterlag. Wie auch
Überwachung
frühere Untersuchungen bestätigen, konzentriert
sich die Variabilität im Periodenbereich von 5 bis
10 Jahren. Für die zentrale Nordsee wurde eine
hohe Korrelation mit dem nordatlantischen Zirkulationsindex
gefunden, die auf eine Steuerung
der Temperaturanomalien durch lokale Energieumsätze
mit der Atmosphäre hindeutet. Der
atlantische Einstrom in die Nordsee scheint unabhängig
vom Zirkulationsindex zu sein; zudem
deutet die niedrige Korrelation der Oberflächentemperaturanomalien
in den Einstromgebieten
(Kanal/Shetland-Orkney-Inseln) auf eine unterschiedliche
Steuerung des Zustroms vom Atlantik
hin.
Meßnetz
Der Aufbau des automatischen Meßnetzes
vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns wurde
im Rahmen einer Verwaltungsvereinbarung mit
dem Institut für Ostseeforschung Warnemünde
vorangetrieben.
Der Zusammenbau und die Installation der
Meßeinrichtungen auf der für die Position ODER
BANK bestimmten Diskusboje mit Meßcontainer
konnten im wesentlichen abgeschlossen werden,
so daß der Probebetrieb der Station voraussichtlich
im Frühjahr 1996 beginnen kann.
Für die Station ARKONA BECKEN wurden
die Meßausrüstung und Hilfsaggregate beschafft,
die auf einer 1996 zu beschaffenden
Meßboje eingesetzt werden sollen.
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