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Full text: Jahresbericht 1995

Meereskunde 
ln ausgewählten Proben wurden mittels Gas- 
chromatographie-Massenspektroskopie (GC-MS) 
ca. 60 Kohlenwasserstoff-Einzelkomponenten und 
ca. 10 Chlorkohlenwasserstoffe bestimmt. Dane 
ben wurden während der Fahrten als Begleitpa 
rameter kontinuierlich Fluoreszenz und Trübung 
in-situ gemessen. 
■ Erdöl-Kohlenwasserstoffe 
Die Kohlenwasserstoff-Konzentrationen 
(TFIC) in der Deutschen Bucht liegen zwischen 
0,2 und 4 pg/l. Sie unterscheiden sich damit nicht 
von denjenigen der vergangenen Jahre. Auf 
grund der hohen Variabilität ist z. Zt. eine Trend 
aussage nicht möglich. Der Grund dafür liegt 
darin, daß die Kohlenwasserstoff-Konzentratio 
nen nicht nur durch die Temperatur (Abbaupro 
zesse), sondern auch durch den Süßwasseran 
teil (Eintrag vom Land) und den Schweb 
stoffgehalt (hohe Anreicherung der Kohlenwas 
serstoffe) der Wasserproben beeinflußt werden. 
Die THC-Werte in der Ostsee liegen i. a. 
zwischen 0,4 und 1 pg/l (nur eine einzige Probe 
zeigte einen erhöhten Wert von 4,1 pg/l). Die 
Werte befinden sich im gleichen Konzentrations 
bereich wie in den vergangenen Jahren. Die ge 
genüber der Nordsee leicht erhöhten Werte be 
deuten nicht, daß das Ostseewasser pro 
portional stärker belastet ist. Da es sich um rela 
tive, summarische Konzentrationen handelt, 
können verschiedene Wasserkörper (Nord- und 
Ostsee) quantitativ nur bedingt miteinander ver 
glichen werden. Erst die Bestimmung von Koh- 
lenwasserstoff-Einzelkomponenten erlaubt ei 
nen exakten quantitativen Vergleich. 
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■ Chlorierte Kohlenwasserstoffe 
Das Verfahren zur Bestimmung von chlo 
rierten Kohlenwasserstoffen (z. B. HCH, DDT, 
PCB) im Seewasser wurde mit dem zur Bestim 
mung von Kohlenwasserstoffen vereinigt. Dazu 
wurden intensive Methodenvergleiche der alten 
und neuen Probennahmetechnik und Analysen 
verfahren durchgeführt; es wurde damit nachge 
wiesen und sichergestellt, daß die Verfahren 
gleiche Ergebnisse liefern. Das neue Verfahren 
hat folgende Vorteile: es ist jeweils nur eine statt 
zwei Proben zu ziehen und aufzuarbeiten; die 
Identifizierung mittels Massenspektroskopie ist 
sicherer und weniger störanfällig; es können 
leichter unbekannte Verschmutzungen iden 
tifiziert werden; die Nachweisempfindlichkeit 
konnte um den Faktor 5 bis 10 erhöht werden. 
Das neue Verfahren wurde auf Proben aus dem 
Jahr 1994 angewendet. Die Untersuchungen der 
Proben von 1995 sind noch nicht abgeschlos 
sen. 
Überwachung auf Temperatur und Salzgehalt 
Die Überwachung der Meeresumwelt 
schließt die Beobachtung des ozeanographi- 
schen Umfeldes ein; auf allen Überwachungs 
reisen werden CTD-Sonden (CTD steht für Leit 
fähigkeit, Temperatur, Tiefe), verbunden mit den 
verschiedenen Typen von Kranzwasserschöp 
fern, eingesetzt. Zu jeder Probenentnahme 
gehören als ozeanographische Begleitparame 
ter die Wassertemperatur und der Salzgehalt. 
So wurden auf etwa 1000 CTD-Stationen Verti
	        
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