Meereskunde
ln ausgewählten Proben wurden mittels Gas-
chromatographie-Massenspektroskopie (GC-MS)
ca. 60 Kohlenwasserstoff-Einzelkomponenten und
ca. 10 Chlorkohlenwasserstoffe bestimmt. Dane
ben wurden während der Fahrten als Begleitpa
rameter kontinuierlich Fluoreszenz und Trübung
in-situ gemessen.
■ Erdöl-Kohlenwasserstoffe
Die Kohlenwasserstoff-Konzentrationen
(TFIC) in der Deutschen Bucht liegen zwischen
0,2 und 4 pg/l. Sie unterscheiden sich damit nicht
von denjenigen der vergangenen Jahre. Auf
grund der hohen Variabilität ist z. Zt. eine Trend
aussage nicht möglich. Der Grund dafür liegt
darin, daß die Kohlenwasserstoff-Konzentratio
nen nicht nur durch die Temperatur (Abbaupro
zesse), sondern auch durch den Süßwasseran
teil (Eintrag vom Land) und den Schweb
stoffgehalt (hohe Anreicherung der Kohlenwas
serstoffe) der Wasserproben beeinflußt werden.
Die THC-Werte in der Ostsee liegen i. a.
zwischen 0,4 und 1 pg/l (nur eine einzige Probe
zeigte einen erhöhten Wert von 4,1 pg/l). Die
Werte befinden sich im gleichen Konzentrations
bereich wie in den vergangenen Jahren. Die ge
genüber der Nordsee leicht erhöhten Werte be
deuten nicht, daß das Ostseewasser pro
portional stärker belastet ist. Da es sich um rela
tive, summarische Konzentrationen handelt,
können verschiedene Wasserkörper (Nord- und
Ostsee) quantitativ nur bedingt miteinander ver
glichen werden. Erst die Bestimmung von Koh-
lenwasserstoff-Einzelkomponenten erlaubt ei
nen exakten quantitativen Vergleich.
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■ Chlorierte Kohlenwasserstoffe
Das Verfahren zur Bestimmung von chlo
rierten Kohlenwasserstoffen (z. B. HCH, DDT,
PCB) im Seewasser wurde mit dem zur Bestim
mung von Kohlenwasserstoffen vereinigt. Dazu
wurden intensive Methodenvergleiche der alten
und neuen Probennahmetechnik und Analysen
verfahren durchgeführt; es wurde damit nachge
wiesen und sichergestellt, daß die Verfahren
gleiche Ergebnisse liefern. Das neue Verfahren
hat folgende Vorteile: es ist jeweils nur eine statt
zwei Proben zu ziehen und aufzuarbeiten; die
Identifizierung mittels Massenspektroskopie ist
sicherer und weniger störanfällig; es können
leichter unbekannte Verschmutzungen iden
tifiziert werden; die Nachweisempfindlichkeit
konnte um den Faktor 5 bis 10 erhöht werden.
Das neue Verfahren wurde auf Proben aus dem
Jahr 1994 angewendet. Die Untersuchungen der
Proben von 1995 sind noch nicht abgeschlos
sen.
Überwachung auf Temperatur und Salzgehalt
Die Überwachung der Meeresumwelt
schließt die Beobachtung des ozeanographi-
schen Umfeldes ein; auf allen Überwachungs
reisen werden CTD-Sonden (CTD steht für Leit
fähigkeit, Temperatur, Tiefe), verbunden mit den
verschiedenen Typen von Kranzwasserschöp
fern, eingesetzt. Zu jeder Probenentnahme
gehören als ozeanographische Begleitparame
ter die Wassertemperatur und der Salzgehalt.
So wurden auf etwa 1000 CTD-Stationen Verti