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reits verschiedene frühe Entwicklungsstufen von
„seekartendarstellenden Anlagen“ umfassend
begutachtet worden. Die dabei gesammelten
Erfahrungen und die vorliegenden Ergebnisse
aus den laufenden Prüfungen von Elek
tronischen Seekartensystemen weisen auf fol
gende Defizite im kartographiebezogenen Be
reich hin:
- Es bestehen keine Möglichkeiten zur Aufdatie
rung der Seekartendaten.
- Die Umschaltung zwischen der Darstellung
von Seezeichen mit traditionellen und verein
fachten Symbolen wird nicht unterstützt.
- Die definierten Kategorien zur Darstellung von
Inhalten der Seekartendatenbasis können
nicht korrekt angewählt werden.
- Informationen über die Quellen und das Aus
gabedatum der Seekartendatenbasis stehen
dem Nutzer nur unzureichend zur Verfügung.
- Bei gescannten Seekartendaten sind Warnhin
weise und Bemerkungen nur mit einem be
achtlichen Bedienaufwand zugänglich.
Aber auch schiffsführungsbezogene Funk
tionen, die bereits zum Leistungsumfang der vor
angegangenen Gerätegenerationen gehörten,
sind in einigen Seekartensystemen fehlerhaft
bzw. unvollständig Implementiert:
- Die lagerichtige Anzeige des Schiffssymbols -
bezogen auf den Antennenort des Positions
sensors und den Kreiselkompaßkurs - ist feh
lerhaft.
- Funktionen zur graphischen und numerischen
Routenplanung liefern falsche Werte; bei der
Nautische Systeme
Bahnverfolgung treten Probleme in der Weiter
schaltung von Wegpunkten nach deren Pas
sage auf.
- Die Auslösung von Meldungen und Alarmen
bei aus nautischer Sicht bedeutsamen Ereig
nissen wird teilweise unzureichend unterstützt.
- Es wird kein zweites, parallel laufendes konti
nuierliches Positionsverfahren mitgeführt.
Die Prüfungsergebnisse lassen auch er
kennen, daß eine ganze Anzahl der zusätzlich
zu dem „Seekartenteil“ implementierten Funktio
nen und Verknüpfungen mit anderen System
komponenten in der vorliegenden Leistungs
norm nicht berücksichtigt ist. Damit ist bereits
jetzt festzustellen, daß die Anforderungen der
„IMO Performance Standards for ECDIS“ die
funktionale und technische Gestaltung der
zukünftigen Endgeräte nicht vollständig be
schreiben werden. Dies gilt insbesondere für das
angestrebte hohe Maß an Integration sensori
scher Daten und für die angestrebte Generie
rung und Weiterleitung aktiv in die Schiffsführung
eingreifender Steuersignale. Dazu gehören bei
spielsweise:
- Berechnung oder Anzeige von Informationen
über Strömung und Gezeiten
- Manövervorhersage
- Berechnungshilfen für Navigationsaufgaben
(z. B. Stromaufgaben, Sterntafeln für astrono
mische Navigation)
- Checklisten für betriebliche Abläufe
- Navigationsdatenmanagement und Datenver
teilung