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Volltext: Jahresbericht 1995

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reits verschiedene frühe Entwicklungsstufen von 
„seekartendarstellenden Anlagen“ umfassend 
begutachtet worden. Die dabei gesammelten 
Erfahrungen und die vorliegenden Ergebnisse 
aus den laufenden Prüfungen von Elek 
tronischen Seekartensystemen weisen auf fol 
gende Defizite im kartographiebezogenen Be 
reich hin: 
- Es bestehen keine Möglichkeiten zur Aufdatie 
rung der Seekartendaten. 
- Die Umschaltung zwischen der Darstellung 
von Seezeichen mit traditionellen und verein 
fachten Symbolen wird nicht unterstützt. 
- Die definierten Kategorien zur Darstellung von 
Inhalten der Seekartendatenbasis können 
nicht korrekt angewählt werden. 
- Informationen über die Quellen und das Aus 
gabedatum der Seekartendatenbasis stehen 
dem Nutzer nur unzureichend zur Verfügung. 
- Bei gescannten Seekartendaten sind Warnhin 
weise und Bemerkungen nur mit einem be 
achtlichen Bedienaufwand zugänglich. 
Aber auch schiffsführungsbezogene Funk 
tionen, die bereits zum Leistungsumfang der vor 
angegangenen Gerätegenerationen gehörten, 
sind in einigen Seekartensystemen fehlerhaft 
bzw. unvollständig Implementiert: 
- Die lagerichtige Anzeige des Schiffssymbols - 
bezogen auf den Antennenort des Positions 
sensors und den Kreiselkompaßkurs - ist feh 
lerhaft. 
- Funktionen zur graphischen und numerischen 
Routenplanung liefern falsche Werte; bei der 
Nautische Systeme 
Bahnverfolgung treten Probleme in der Weiter 
schaltung von Wegpunkten nach deren Pas 
sage auf. 
- Die Auslösung von Meldungen und Alarmen 
bei aus nautischer Sicht bedeutsamen Ereig 
nissen wird teilweise unzureichend unterstützt. 
- Es wird kein zweites, parallel laufendes konti 
nuierliches Positionsverfahren mitgeführt. 
Die Prüfungsergebnisse lassen auch er 
kennen, daß eine ganze Anzahl der zusätzlich 
zu dem „Seekartenteil“ implementierten Funktio 
nen und Verknüpfungen mit anderen System 
komponenten in der vorliegenden Leistungs 
norm nicht berücksichtigt ist. Damit ist bereits 
jetzt festzustellen, daß die Anforderungen der 
„IMO Performance Standards for ECDIS“ die 
funktionale und technische Gestaltung der 
zukünftigen Endgeräte nicht vollständig be 
schreiben werden. Dies gilt insbesondere für das 
angestrebte hohe Maß an Integration sensori 
scher Daten und für die angestrebte Generie 
rung und Weiterleitung aktiv in die Schiffsführung 
eingreifender Steuersignale. Dazu gehören bei 
spielsweise: 
- Berechnung oder Anzeige von Informationen 
über Strömung und Gezeiten 
- Manövervorhersage 
- Berechnungshilfen für Navigationsaufgaben 
(z. B. Stromaufgaben, Sterntafeln für astrono 
mische Navigation) 
- Checklisten für betriebliche Abläufe 
- Navigationsdatenmanagement und Datenver 
teilung
	        
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