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an Bord. Bei integrierten Navigationssystemen
und Bahnführungssystemen sind hierzu unge
störte Manöversituationen im freien Seeraum er
forderlich. Dabei werden folgende Prüfungs
schwerpunkte bearbeitet:
- Überprüfung der Hauptsystemkomponenten
und aller weiteren mit dem System verknüpften
Anlagen, Geräte und Zusatzgeräte auf Eig
nung der Schnittstellen- und der Betriebspara
meterkonfiguration.
- Überprüfung aller Systemverknüpfungen mit
weiteren Schiffsbetriebseinrichtungen, die
nicht unmittelbar Gegenstand der Baumuster
prüfung des BSH sind, jedoch direkt Einfluß
auf die Funktionsfähigkeit des Navigationssy
stems nehmen (z. B. Steuerartenwahlschalter
und Overridesysteme, Brückenalarmsysteme).
- Überprüfung der Hauptsystemprozesse In ver
schiedenen Manöversituationen (z. B. Bahn
planung, Bahnführung, Bahnüberwachung mit
Alarmsituationen, Umschaltung der Steuerar
ten).
- Überprüfung von gestörten Betriebszuständen
(z. B. Ausfall von Hauptsensoren).
Der gegliederte Prüfungsablauf wird durch
die Übergabe des Prüfberichtes an die Schiffslei
tung abgeschlossen. Bei positivem Prüfungs
ausgang erfolgt gleichzeitig auch die Übergabe
der Genehmigungsurkunden für die Aufstellung
des Systems an Bord. Damit ist die Verwendung
des Systems auf diesem Schiff für den vorgese
henen Verwendungszweck zugelassen.
Nautische Systeme
Häufig beobachtete Mängel
B Die unzureichende Absicherung gestörter
Betriebszustände führt zu
- sprunghaften Veränderungen von Kurs,
Geschwindigkeit und Position in einem Inte
grierten Navigationssystem (während Kurs
und Geschwindigkeit des Schiffes konstant
bleiben und die primären Sensoren dieses
eindeutig anzeigen, ermittelt der Optimie
rungsprozeß fortlaufend die fehlerhaften
Werte) und
- unkontrollierten Kursänderungsmanövern,
eingeleitet durch den aktiven automati
schen Bahnführungsprozeß.
■ Fehlerhafte mathematische Operationen
werden erkennbar in
-falschen Ergebnissen der Besteckrechnun
gen,
- fehlerbehafteter automatischer Bahnfüh
rung und
- in Abbildungsfehlern graphischer Darstel
lungen in der Mercator-Karte.
■ Hohe Systemauslastung (Überlastung der
CPUs) führt zu
- zeitweiligem Ausfall von Hauptfunktionen
und
-zu Störungen von Bedienung, Anzeige und
Datenkommunikation.
S Unzureichende Absicherung der Übergangs
funktion während der durch den Bahnführungs
prozeß ausgeführten Kursänderungsmanöver
(starkes Überschwingen).