Schiffahrt
verwendeten Definitionen erläutert und im Fol
genden die Prüfungsabläufe beschrieben wer
den:
In einem Integrierten Navigationssystem
werden die Daten von jeweils mehr als ei
nem primären Sensor in einem Prozeß zu
einer einzelnen, optimierten Information
gewichtet zusammengefaßt. Als primäre
Sensorinformationen können jeweils
mehrfach Positions-, Geschwindigkeits
und Kursdaten zugeführt werden. Die opti
mierten Daten zur Position und zum Be
wegungszustand des Schiffes werden für
die weitere navigatorische Verwendung
auf Anzeigen und auf Schnittstellen zur
Verfügung gestellt. Der grundsätzliche Lö
sungsansatz geht davon aus, daß die
Primärsensorik auf verschiedenen, von
einander unabhängigen physikalischen
Meßprinzipien aufbaut. Auf dieser Basis
kann für die optimierten Daten eine
höhere Zuverlässigkeit erwartet werden
als diejenige, die von den einzelnen Sen
sordaten in den Prozeß eingebracht wird.
Das automatische Bahnführungssystem
soll das Schiff in den Grenzen seiner
Manövrierfähigkeit und der Genauigkeit
der Positions-, Geschwindigkeits-, Kurs
und Drehrateninformationen auf einer vor
geplanten, grundbezogenen Bahn führen.
Der zugrundeliegende Regelungsprozeß
wird von einer kontinuierlich verfügbaren,
grundbezogenen Position geführt. Ein Si
cherheitskonzept sieht sowohl eine zweite
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unabhängige Position für die kontinuier
liche Plausibilitätsprüfung als auch eine
ständige Soll/Ist-Uberwachung für den
Kurs und für beide Positionen vor. Das
funktionale Grundprinzip legt fest, daß der
Wachoffizier aktiv in die Alarmbehandlung
und in die Bedienungsabläufe zur Einlei
tung von Kursänderungsmanövern einbe
zogen werden muß. Der Regelungspro
zeß soll mit einem minimalen Aufwand an
Ruderbefehlen verläßlich und stabil arbei
ten.
Durch Verknüpfung von Komponenten aus
verschiedenen Bestandteilgruppen bilden Sy
stemanbieter die oben beschriebenen funktiona
len Anforderungen an integrierte Navigations
systeme und an Bahnführungssysteme auf fol
gende Weise nach:
a) Vom Systemanbieter entwickelte, eigene
Kernkomponenten der Hard- und der Soft
ware wie Hauptprozeßrechner, Anzeige-
und Bedienoberflächen und Navigations
datenmanagement (teilweise auch nach
träglich in bereits bestehende Schiffs
selbststeuer- oder Radar/ARPA-Anlagen
funktional integriert).
b) Vom Systemanbieter zusätzlich funktional
integrierte, eigene Zusatzkomponenten
(Routenplanungscomputer, Routengra
phikanzeigen, Seekartendigitalisierein
richtungen, automatische Seekartenplot
tische).