Nautische Hydrographie
Die Internationale Seeschiffahrts-Organisa
tion (IMO) legte zwei umfangreiche aktualisierte
Listen über Abgabemöglichkeiten von ölhaltigen
Rückständen und schädlichen Flüssigkeiten aus
dem Schiffsbetrieb vor. Die zahlreichen Verände
rungen gegenüber dem „Verzeichnis von Auf
fanganlagen gemäß MARPOL 1973/78 und
Helsinki-Ubereinkommen 1974“ erforderten die
Herausgabe einer Neuauflage. Diese 4. Auflage
enthält jetzt Angaben über Auffanganlagen in
51 Küstenstaaten.
Die Handbücher für den Atlantischen
Ozean sowie für den Indischen und Pazifischen
Ozean wurden durch das neu herausgegebene
Handbuch der Ozeanwege ersetzt. Das neue
Buch konzentriert sich auf eine weltweite Dar
stellung der ozeanischen Schiffswege mit ihren
Distanzen und in ihrer Abhängigkeit von den je
weiligen Naturverhältnissen. Neu ist ein Kapitel
über interozeanische Routen unter Berücksichti
gung des Panama- und des Suez-Kanals. Die
früheren naturkundlichen Beiträge wurden im
Hinblick auf den heutigen Ausbildungsstand der
Nautiker und die weitreichenden Angaben in den
Monatskarten gestrafft. In Anbetracht der erheb
lich längeren Laufzeit eines Ozeanhandbuches
und seiner geringen Berichtigungsanfälligkeit
gegenüber anderen Seebüchern erschien die
Veröffentlichung nicht als Ringbuch, sondern ge
bunden.
In einer Projektgruppe wurden Vorschläge
zur Weiterentwicklung der nautischen Veröffent
lichungen erarbeitet. Das Ergebnis der Projekt
gruppe wird 1996 vorliegen.
100
Trotz der rückläufigen freiwilligen Mitarbeit
der Schiffahrt in den Aufgabengebieten des BSH
konnte 1995 die Seewart-Medaille an drei Mitar
beiter verliehen werden (s. Abb. 26). Mit Sieg
fried Meißner erhielt erstmalig ein Funkoffizier
die Seewart-Medaille in Silber. Er hat sich in über
20jähriger intensiver Zusammenarbeit mit dem
BSH um die Aktualisierung des Nautischen
Funkdienstes verdient gemacht. Die Kapitäne
Wolfgang Eigen und Ingo Patzer wurden für die
nachhaltige Unterstützung des „Ship of Opportu-
nity“-Programms des BSH mit der Bronze-Me
daille ausgezeichnet. Mit ihren Messungen der
Wassertemperaturen im Atlantischen Ozean bis
zu 800 m Tiefe auf den Atlantikrouten haben sie
einen wertvollen Beitrag zu den Weltklima-For
schungsprogrammen WOCE und TOGA gelei
stet.
Nautische Angelegenheiten
Nautische Auskünfte über Schiffswege und
Häfen wurden erteilt. Auf den Bootsausstellun
gen in Düsseldorf, Friedrichshafen und Hamburg
sind Fragen zur Ausrüstung mit nautischen Ver
öffentlichungen und Seekarten beantwortet wor
den.
Zur Beitragsbemessung Deutschlands im
Rahmen des Internationalen Übereinkommens
über den Eiswachdienst im Nordatlantik ermit
telte das BSH aus den Unterlagen des Verbands
Deutscher Reeder für das Bundesministerium
für Verkehr die Anzahl der unter das Abkommen
fallenden deutschen Schiffe.