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Full text: 81: Beobachtungen auf den deutschen Meßstationen der Nord- und Ostsee im Jahre 1993

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Am 24. März 1991 wurde die automatisch registrierende Großboje "Nordseeboje II" 
ausgebracht und der Meßbetrieb mit der stündlichen Registrierung der Meßwerte aufge 
nommen. Zu Beginn des Jahres 1992 ergaben sich wiederholt Störungen im Betrieb des 
Dieselmotors. Reparaturversuche auf See brachten keinen dauerhaften Erfolg. Daher wurde 
der Meßcontainer zum Umbau an Land gebracht und ein neuer Dieselmotor installiert. Dies 
hatte zur Folge, daß die Meßstation erst wieder im April 1993 den routinemäßigen Betrieb 
aufnehmen konnte. 
Während der Wartungsfahrten wurden die Meßketten inspiziert, gegebenenfalls Fehler be 
hoben und, wenn nötig, neue Sensoren installiert. Bei aufgetretenem Bewuchs wurde die 
Meßkette zusätzlich gereinigt. 
Die neue Station "Darßer Schwelle" 
Sehr bald nach der Wiedervereinigung Deutschlands war mit der Planung einer Ausdehnung 
des bestehenden Netzes automatisch registrierender Stationen vor der Küste Mecklenburg- 
Vorpommerns begonnen worden. Am 16.11.1993 wurde die automatische Meßstation "Darßer 
Schwelle" in Betrieb genommen. Sie ist die erste von insgesamt vier geplanten Stationen vor 
der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. 
Auf der "Darßer Schwelle" wurde erstmalig ein neues technologisches Konzept für eine 
automatische Registrierstation angewandt. Die Meßplattform ist ein auf einem Doppel 
kreuzgelenk fest am Meeresboden stehender Mast. Er wird allein durch den Auftrieb seiner 
luftgefüllten Rohrsektionen (aus Aluminium) in der senkrechten Lage gehalten. Er steht also 
wie ein umgekehrtes Pendel im Wasser. Der Auftrieb ist so stark, daß selbst bei extremen 
Wetterlagen kaum Neigungswinkel größer als 10° auftreten. Eine vorübergehende 
Zusatzbelastung von 500 kg in dem über der Wasserlinie befindlichen Meßkorb führte zu 
Neigungswinkeln von höchstens 3° bis 5°. Die Mastkonstruktion bietet den großen Vorteil, 
daß sie nicht starr den Naturgewalten widerstehen muß (charakteristische Schwingungsdauer 
ca. 15 s) und außerdem die ausgebrachten Sensoren in einem festen Abstand vom 
Meeresboden messen. 
Auf dieser Station wurde erstmalig ein umweltschonendes Energiekonzept eingesetzt. 
Sonnenkollektoren und ein Windgenerator liefern ihre Energie an einen großen 
Akkumulatorensatz, der die nach einem energiesparenden Zeittakt messenden Sensoren mit 
Strom versorgt. Nach 18 Monaten Dauerbetrieb läuft dieses Energiekonzept immer noch 
störungsfrei. Die Abbildung 2 zeigt die meßtechnische Anordnung des Mastes auf der "Darßer 
Schwelle", wie sie für die endgültige Ausbaustufe vorgesehen ist. 
Die Solltiefen für die Variablen Temperatur und Leitfähigkeit ergeben sich aus der Übersicht. 
Mit "X" sind die mit den entsprechenden Sensoren besetzten Meßtiefen gekennzeichnet.
	        
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