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Full text: 65, 1937

79 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1937, 
also die Vertikalkomponente gleich 0, dann ist der Strom horizontal. 
Dazu braucht man keine weitläufigen Berechnungen, 
11. Die Relation: 
Äv=ig 
ist von Henrik Mohn aufgestellt worden. Die Böschung i kann berechnet 
werden, wenn man von der Voraussetzung ausgeht, daß das homogene Boden- 
wasser sich in Ruhe befindet. 
Die meisten Ozeanographen scheinen der Meinung zu sein, daß Helland- 
Hansens aus dem Berknesschen Zirkulationssatz abgeleitete Beziehung zwischen 
Dichteverteilung und Geschwindigkeit weit exakter ist, als die obige einfache 
Relation. 
Diese Beziehung lautet: 
Lim — = Qy— Qu: 
Hier bedeutet v, die Geschwindigkeit an der Oberfläche, v, die Geschwindigkeit 
in der Tiefe, wo der Druck p, ist. In dem Ausdrucke rechts bedeutet: 
Po 
Q= f p, 4 dp. 
Hier ist p, der Druck an der Öberfläche, Das Integral Q wird für zwei senk- 
rechte Säulen berechnet von der Oberfläche bis zu der Tiefe, wo der Druck p, 
herrscht. Der horizontale Abstand zwischen beiden Säulen ist mit L bezeichnet. 
Der Schnitt ist senkrecht zur Stromrichtung gelegt, 
Aus der Gleichung des vertikalen Gleichgewichtes: 
gdz = adp 
bekommen wir aber sogleich: 
gHı =Qı 
gHır = Qu, 
wo H die Tiefe der isobaren Fläche p = p, unter der Oberfläche an den be- 
treffenden zwei Stationen bedeutet. Durch Einsetzen erhalten wir: 
Li(r,— 70) = g(Bı= Ha) 
Ad — Ya) „zz Mr =gi, 
wo i die relative Böschung zwischen den Isobaren p= py und p = pp, bedeutet. 
Setzt man nun voraus, daß die untere isobare Fläche p = p, waagerecht liegt, so 
ist auch die Geschwindigkeit vo= 0, und schließlich bekommen wir: 
AÄyr= gi 
wie nach Mohns Formel aus dem Jahre 1885, Wie Helland-Hansen, so mußte 
auch Mohn von der Voraussetzung ausgehen, daß in einer gewissen Tiefe das 
Wasser sich in Ruhe befindet?), 
Falls das Bodenwasser sich auch bewegt, geben beide Ausdrücke die relative 
Geschwindigkeit zwischen Bodenschicht und Oberfläche. 
Die Ansicht, daß Helland-Hansens Formel leistungsfähiger ist, als die 
Mohnsche sei, scheint mir nicht berechtigt zu sein. 
12. Eine andere Sache ist es, daß Mohn in seinen weiteren Ausführungen 
gewisse Unklarheiten eingeführt hat mit der Folge, daß es sozusagen doppelt 
rechnet. Er addierte nämlich die Windwirkung zu der Wirkung des Dichte- 
unterschiedes, was nicht richtig ist, Der Wind wird die entsprechende Dichte- 
verteilung hervorrufen, damit das laterale Gleichgewicht sich einstellen kann. 
Die Geschwindigkeit an der Oberfläche ist von dem Winde abhängig, die 
transportierte Wassermenge wird nur von der Dichteverteilung in der Tiefe 
bestimmt, 
') Vgl. H. Thorade: Henrik Mohn und die Entwicklung der Meereskunde (Ann, £, d. Hydr, 
1935. S_ 182 ff.
	        
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