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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 34 (1906)

Die Witterung an der deutschen Küste im Oktober 1906, 
615 
Niederschlag, mm 
Zahl der Tage 
Windgeschwindigkeit 
Stat. 
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Windrichtung; Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittel. Wind- 
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Die Witterung an der deutschen Küste während des Monats Oktober hebt 
sich besonders dadurch hervor, daß die Niederschläge an der ganzen Küste den 
diesem Monat zukommenden normalen Wert bei weitem nicht erreichten. Auch 
der mittlere Luftdruck weicht — von Westen nach Osten in zunehmendem 
Grade — von dem vieljährigen Durchschnittswert, und zwar in positivem Sinne, 
ab, während die Temperatur und die Bewölkung sowie die Windstärke den 
Normalwerten ziemlich nahe kommen, Doch zeigen sich sowohl in den Temperatur- 
und Bewölkungsverhältnissen als auch in den Windstärken zwar kleine, aber doch 
charakteristische Unterschiede zwischen den westlichen und östlichen Küsten- 
gebieten, entsprechend der allgemeinen Wetterlage, welche — -besonders im 
Osten — häufig eine antizyklonale war. 
_ Faßt man den Wechsel der Luftdruckverteilung über Europa, wie sie die 
Wetterkarten an den einzelnen Tagen des Monats Oktober erkennen lassen, in 
Perioden zusammen, so tritt etwa sechsmal eine Anderung des Bildes der Wetter- 
lage in seinen größeren Zügen hervor. Perioden von längerer Dauer treffen wir 
viermal an, nämlich vom 4. bis 11., vom 12. bis 17., vom 18. bis 23, und vom 
27. bis 31, 
Am 1. Oktober naht eine Depression westlich von Irland heran und {folgt 
am 2, und 3. einem über Deutschland liegenden Maximum, welches rasch ostwärts 
nach Innerrußland ifortschreitet, Dabei Ifrischte der Wind an der deutschen 
Küste auf und erreicht stellenweise die Stärke 7 nach der Beaufort’schen Skala. 
Das Wetter war währenddessen meist trübe und ziemlich mild mit Regenfällen, 
die besonders am 3. fast ander ganzen Küste auftraten. 
Hierauf setzte die erste längere Periode des Monats ein, welche vom 4. 
bis zum 11. reicht und mit einem schroffen Wechsel der Wetterlage einsetzt. 
Das Minimum ist vom 3. zum 4. mit großer Geschwindigkeit aus dem nordwest- 
lichen Deutschland nach Innerrußland abgezogen, während in seinem Rücken 
hoher Luftdruck vordrang, der am 4. Oktober ganz Mitteleuropa bedeekt.
	        
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